FUSSBALL: Befreiungsschlag gegen Basel

Fast zwei Jahre nach dem letzten Sieg in Basel überraschen ersatzgeschwächte Luzerner mit einem 2:1-Triumph. Damit holten sie erstmals in der laufenden Saison zwei Siege in Folge.

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Wenige Augenblicke nach dem Schlenzer von Marco Schneuwly liegen sich die FCL-Spieler in den Armen: An FCB-Nationalspieler Fabian Schär vorbei trifft der Goalgetter zum 2:0. (Bild: Martin Meienberger)

Wenige Augenblicke nach dem Schlenzer von Marco Schneuwly liegen sich die FCL-Spieler in den Armen: An FCB-Nationalspieler Fabian Schär vorbei trifft der Goalgetter zum 2:0. (Bild: Martin Meienberger)

Daniel Wyrsch, Basel

FCL-Innenverteidiger François Affolter umarmte Torhüter David Zibung. Die 93 Minuten inklusive Nachspielzeit waren überstanden, der FC Luzern hatte völlig unerwartet 2:1 beim Leader und Serienmeister FC Basel gewonnen. Für den oft kritisierten Affolter dürfte der Abpfiff von Schiedsrichter Stéphane Studer eine riesige Erleichterung ausgelöst haben. Weil die nominellen Innenverteidiger Tomislav Puljic und Kaja Rogulj verletzt und gesperrt ausgefallen waren, musste der 24-jährige Bieler zusammen mit dem Senegal-Franzosen Sally Sarr (28) die zentrale Abwehr bilden. Affolter/Sarr machten das tadellos, sie legten die defensive Grundlage zu diesem Coup im St.-Jakob-Park, wo der FCL letztmals fast auf den Tag genau vor zwei Jahren am 28. April 2013 zum letzten Mal gewonnen hatte (3:0 unter Trainer Carlos Bernegger).

Klasseleistung der FCL-Spitzen

Für den gestrigen Sieg den nunmehr siebten Vollerfolg der Saison und allesamt unter Babbel – benötigten die Zentralschweizer neben einer starken Innenabwehr elf solidarisch agierende Spieler. Als Extrabonus konnten die Gäste auf das Sturmduo Dario Lezcano/Marco Schneuwly zählen. Die beiden Spitzen liessen vor rund 29 000 Zuschauern ihre ganze Klasse aufblitzen. Bereits nach 32 Sekunden köpfelte Lezcano eine präzise Flanke von Rechtsverteidiger Jérôme Thiesson zum 1:0 ins Netz. 180 Sekunden später verhinderten die Fingerspitzen von Basel-Goalie Tomas Vaclik das 2:0 des entfesselten Paraguayers Lezcano. Der Treffer zur Zweitoreführung gelang in der 32. Minute Schneuwly: Nach einem schnellen Gegenstoss schlenzte er den Ball gekonnt über Vaclik in die Maschen.

Nach 2:1 dem Druck standgehalten

Erst danach erwachte der FCB: Der wegen der aufschiebenden Wirkung eines Rekurses doch nicht gesperrte Shkelzen Gashi scheiterte mit einem Kopfball an Zibung (36.). In der 37. Minute köpfelte er einen langen Ball von Fabian Schär quer zu Matias Delgado, der ihn zum Basler 1:2-Anschlusstreffer nur über die Linie zu spielen brauchte. «Anders als schon so oft brachen wir danach nicht ein», lobte Zibung. Lezcano (45.) verpasste nur knapp das 3:1. Der FCB besass in der zweiten Halbzeit lediglich eine erstklassige Chance bei einem von Zibung übers Tor gelenkten Kopfball von Captain Marco Streller.

Basel-Trainer Paulo Sousa (44) war nach dem 1:2, der zweiten Heimniederlage der Saison, bedient: «Das war nicht unser Nachmittag, nicht unser Spiel, wir machten zu viele Fehler.» Dem Portugiesen imponierte die Leistung der Luzerner: «Sie betrieben viel mehr Aufwand, waren intensiver bei der Sache als meine Spieler. Der Sieg war verdient.»

Übrigens konnte der FCL mit diesem Vollerfolg eine Negativserie beenden: Erstmals in dieser Saison gelang es der Mannschaft von Markus Babbel (42), auf einen Sieg (2:0 am letzten Sonntag zu Hause gegen GC) sofort einen weiteren Sieg folgen zu lassen. Mit acht Punkten Vorsprung auf den letztplatzierten FC Aarau dürfte sieben Runden vor Schluss der Abstieg kein Thema mehr sein in Luzern. Babbel sieht es anders: «Das war heute in Basel ein grosser Schritt, aber noch nicht der finale.»