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FUSSBALL: «Bernegger macht vorwärts»

Das 1:0 über Lausanne ist für FCL-Präsident Mike Hauser bloss eine Beruhigung. Er bangt weiter um den Ligaerhalt – und spricht über Bernegger, Frei und Alpstaeg.
Interview Daniel Wyrsch
FCL-Präsident Mike Hauser, links, und der neue Trainer Carlos Bernegger. (Bild: Pius Amrein/Neue LZ)

FCL-Präsident Mike Hauser, links, und der neue Trainer Carlos Bernegger. (Bild: Pius Amrein/Neue LZ)

Mike Hauser, wie haben Sie geschlafen nach dem ersten Sieg in diesem Jahr?

Mike Hauser: Ich habe gut geschlafen, doch zum Glück kann ich immer gut schlafen. Aber natürlich ist mir am Samstagabend ein grosser Stein vom Herzen gefallen nach diesem eminent wichtigen 1:0-Heimsieg gegen Lausanne.

Das Wichtigste sind sicher die drei Punkte und der wiederhergestellte Vorsprung von fünf Punkten auf das Tabellenschlusslicht Servette. Die Leistung des FCL dürfte Ihnen aber weniger gefallen haben.

Hauser: Unsere Spieler haben Einsatz gezeigt, sie probierten, dominant aufzutreten. Wir hatten viel Ballbesitz, allerdings fehlte die Durchschlagskraft. Nur darf man nicht vergessen, dass man nach einer Woche unter einem neuen Trainer und mit einem neuen System kein Wunder erwarten darf. Die drei gewonnenen Punkte stehen über allem. Alle wissen nach einer Durststrecke (der FCL hat zuvor elf Spiele nicht mehr gewonnen; Anm. der Red.), dass sie noch gewinnen können. Diese Gewissheit könnte die Blockade lösen.

Was sagen Sie zum Einstand von Trainer Carlos Bernegger?

Hauser: Von der ersten Minute im ersten Training und von der ersten Minute im Match an hat man seine positive Ausstrahlung gesehen. Da ist ein Fussballverrückter am Werk, der vorwärtsmacht. Carlos Bernegger hat in der ersten Woche beim FC Luzern zahlreiche Gespräche geführt und neue Impulse gegeben. Er weiss, dass noch viel zu tun ist, damit wir positiv in die Zukunft gehen können.

Wie überrascht waren Sie, dass Bern­egger den bisherigen FCL-Captain Claudio Lustenberger durch Michel Renggli ersetzt hat?

Hauser: Ich war nicht besonders überrascht. Es war mir nicht entgangen, dass es Claudio nicht wohl war in dieser Rolle und ihn die Binde am Arm mehr nach unten statt in die Höhe gezogen hat. Carlos Bernegger wollte die ungünstige Situation lösen, er machte mit Michel Renggli einen erfahrenen Spieler zu seinem verlängerten Arm auf dem Platz. Er hat mit beiden Spielern Gespräche geführt und es meiner Meinung nach sehr gut gemacht.

Für den neuen Captain Michel Rengg-li hat sich mit seinen Einsätzen in den letzten zwei Spielen alles ins Positive gewendet. Er kämpft mit 33 Jahren um einen neuen Vertrag – bleibt er im Sommer beim FC Luzern?

Hauser: Das sind Sachen, die wir in den nächsten Wochen anschauen werden. Wichtig ist, dass Michel nach einer langen Verletzungspause zurückgekehrt ist, und er weiss, dass er nach wie vor das Niveau für die Super League hat. Den Rest schauen wir – wie gesagt – an.

Gehen Sie mit mir einig, dass diese Mannschaft neue Kräfte braucht für die nächste Saison?

Hauser: Ja, das eine oder andere wird passieren. Frisches Blut finde ich grundsätzlich nicht schlecht, aber meiner Meinung nach sind wir in dieser Saison unter dem Wert klassiert, die Mannschaft ist zu mehr fähig. Ich schaue positiv in die Zukunft. Zum Sieg über Lausanne muss ich anfügen, dass wir eine Schlacht gewonnen haben, aber noch lange nicht den Krieg. Wir haben zwar fünf Punkte Vorsprung auf Servette und nur noch einen Zähler Rückstand auf Lausanne, doch es bleiben neun Runden zu spielen. Der Ligaerhalt hat oberste Priorität.

Der neue Sportdirektor Alex Frei weilt

ab Montag endlich an seinem neuen Arbeitsplatz in der FCL-Geschäftsstelle der Swissporarena. Für Sie sicher auch eine Erleichterung, die dauernden Telefonkonferenzen mit Frei bis zum Trainerentscheid waren bestimmt intensiv und benötigten viel Energie.

Hauser: Natürlich war das eine intensive Zeit. Dass wir mit Alex Telefonkonferenzen haben führen müssen, wussten wir seit seiner Vorstellung. Er ist bis zum Sonntagabend als Fussballprofi beim FC Basel angestellt gewesen, einem Verein, der notabene neben der Meisterschaft und dem Cup auch immer noch in der Europa League engagiert ist. Diesem Umstand mussten wir Rechnung tragen. Wir versuchten, Alex Frei nicht mehr als nötig zu beanspruchen. Beim Trainerentscheid war wichtig, dass alle dahinter stehen können, vor allem auch er, denn Carlos Bernegger wird sein Trainer sein.

Was hat Alex Frei ab Montag als erste wichtige Arbeit beim FC Luzern zu erledigen?

Hauser: Er wird sich sicher zuerst ein Bild des Vereins machen, eines aus der Innenansicht, denn in den letzen Jahren hat er den FCL nur von aussen als Gegenspieler gesehen. Er wird viele Gespräche führen, insbesondere im Nachwuchsbereich. Danach wird er uns Vorschläge unterbreiten für die nächste Saison und für die mittelfristige sportliche Zukunft.

Hauptinvestor Bernhard Alpstaeg verärgerte bei der Trainerwahl einen Teil der Fans – besonders wegen seinen abschätzigen Äusserungen über den beliebten Aufstiegstrainer René van Eck. Mit Transparenten haben sie ihren Unmut gegenüber Alpstaeg kundgetan. Befürchten Sie auch, dass das Verhältnis zwischen dem schwerreichen Geldgeber und einem Teil der Anhängerschaft eskalieren könnte?

Hauser: Für mich ist das schwer zu beurteilen. Natürlich war mit einer Reaktion aus der Kurve zu rechnen, schliesslich weiss man, dass die Fans auf die Dinge aufmerksam machen, die ihnen nicht passen. Dass Bernhard Alpstaeg mit seinen pointierten Aussagen diese Reaktionen provozierte, ist klar, damit muss er umgehen können. Grundsätzlich ist das Verhältnis zwischen Bernhard Alpstaeg und den Fans nicht meine Sache. Als erfahrener Geschäftsmann weiss er, wie er sich in der Öffentlichkeit zu verhalten hat.

Trotzdem haben Sie Herrn Alpstaeg doch sicher schon mehrmals gesagt, er solle ruhig sein und besser im Hintergrund bleiben, statt sich immer wieder unnötig zu exponieren.

Hauser: Wir reden selbstverständlich intern miteinander – nicht nur mit Bernhard Alpstaeg, sondern mit allen Investoren. Ruhe im Klub zu haben, war mein erklärtes Ziel, als ich den FC Luzern vor knapp elf Monaten als Präsident zu führen begonnen habe. Bis jetzt ist mir die Umsetzung nur beschränkt gelungen, das hat sicher zu einem grossen Teil mit den sportlichen Resultaten zu tun. Bestimmt haben wir in dieser Saison alle Lehren aus den Fehlern gezogen. Künftig soll es nicht mehr der Fall sein, dass wir öffentlich verschiedene Meinungen abgeben. Dann kehrt endlich Ruhe ein, wenn es denn beim FCL wirklich einmal ruhig werden sollte ... (Hauser amüsiert sich selber über diese Vorstellung.)

Zur Person

Mike Hauser (im Bild) ist seit Mai 2012 Präsident des FC Luzern.

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