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FUSSBALL: Blutleerer FCL lässt sich besiegen

Der FC Luzern ist auswärts gegen den FC Thun ein Team ohne Biss. Bei der 0:2-Niederlage verliert der FCL auch noch Debütant Reto Ziegler mit einer Kopfverletzung – und steht nun auf Platz 8.
Daniel Wyrsch, Thun
Die Thuner (hinten Matteo Tosetti) brachten den FCL (Pascal Schürpf) mit erstaunlich wenig Aufwand zu Fall. (Bild: Martin Meienberger/Freshfocus (Thun, 1. Oktober 2017))

Die Thuner (hinten Matteo Tosetti) brachten den FCL (Pascal Schürpf) mit erstaunlich wenig Aufwand zu Fall. (Bild: Martin Meienberger/Freshfocus (Thun, 1. Oktober 2017))

Daniel Wyrsch, Thun

daniel.wyrsch@luzernerzeitung.ch

Der FC Luzern gab in Thun eine unglückliche Figur ab. Zum einen mit einer Leistung, die keinesfalls reicht, wenn die Innerschweizer wie intern gefordert in der oberen Tabellenhälfte mitspielen möchten. Nach dem 0:2 im Berner Oberland – notabene der dritten Niederlage in Folge und dem total sechsten sieglosen Spiel hintereinander – müssen sich die Anhänger gar um den Zustand dieser Mannschaft Sorgen machen. Denn in Thun zeigte das Team von Markus Babbel einen blutleeren Auftritt.

Für die fleissigen Thuner bot der FCL in dieser offensiv wie defensiv zahnlosen Verfassung eine Steilvorlage, um den zweiten Heimsieg der Saison zu erringen. Thun-Coach Marc Schneider konnte nach dem 2:0-Erfolg erleichtert feststellen: «Unsere Bébé-Abwehr hat ihre Sache heute sehr gut gemacht.» Hintergrund: Bei den Gastgebern hatten mit den gesperrten Roy Gelmi und Stefan Glarner sowie dem verletzten Mickaël Facchinetti gleich drei Stammverteidiger nicht zur Verfügung gestanden. Sie wurden von Sandro Lauper (20), Neuzugang Silvano Schäppi (23) und dem Ex-Krienser Chris Kablan (22) gleichwertig vertreten. Auf jeden Fall reichte die solide Abwehrleistung der Berner Oberländer, um gegen die Innerschweizer beinahe mühelos kein Tor zu bekommen.

Nasenbeinbruch und leichte Gehirnerschütterung bei Ziegler

Auf der anderen Seite hatte der FCL personelles Pech: Der neue Abwehrchef Reto Ziegler wurde bereits in der 22. Minute unglücklich von Francesco Ruberto im Gesicht getroffen. Der Thun-Goalie wollte eine Freistossflanke von Daniel Follonier wegfausten, der 31-jährige Ziegler blieb in der Folge fast zwei Minuten benommen auf dem Kunstrasen der Stockhorn-Arena liegen. Er musste anschliessend vor der Luzerner Bank verarztet werden, denn der Ex-Sittener blutete aus der Nase. Nach sieben Minuten wagte er sich mit einem frischen Trikot zurück aufs Feld, doch in der 39. Minute musste er das Handtuch werfen. Sein Debüt für Luzern ging schief, er musste sich verletzt auswechseln lassen, der junge Yannick Schmid (22) übernahm Zieglers Part in der Innenverteidigung.

Ziegler war dennoch einer der raren Lichtblicke beim FCL. Der 35-fache Internationale wollte dem Team helfen, setzte sich zu 100 Prozent ein. Das zeigte sich auch in der Szene, in der er die Verletzung erlitt. Er riskierte viel, wollte den Ball einköpfeln. «Reto Ziegler hat gebrannt, man hat nicht gesehen, dass er vier Monate keine Partie bestritt», stellte Babbel zu Recht fest. Erste medizinische Abklärungen ergaben einen Nasenbeinbruch und eine leichte Gehirnerschütterung. «Das ist brutal bitter für den Jungen», fand Babbel. Im nächsten Spiel gegen die Grasshoppers in zwei Wochen sollte Ziegler allerdings wieder verfügbar sein.

Für den Grossteil seiner restlichen Schützlinge hatte der während des ­Matches ziemlich ratlos wirkende FCL-Trainer weniger empathische Worte übrig. Babbels Analyse entsprach dem unin­spirierten Auftritt der meisten seiner Profis: «Nicht alle sind an ihre Leistungs­- grenze gekommen. Ich bin brutal enttäuscht, wenn man dadurch ein Spiel verliert.» Auch spielerisch fand der Bayer kein gutes Haar an der Leistung seiner Mannschaft: «Im letzten Platzdrittel spielten wir sehr schlampig, machten viele technische Fehler.»

Markus Babbel ärgert sich über die Negativserie

Babbel regte sich auch über die miserable Bilanz in den letzten sechs Ligapartien mit nur drei Punkten und dem Abrutschen auf Platz acht auf: «Sechs Partien nicht gewonnen, das ist brutal nervig.» Gründe für diese Negativserie sieht er nicht zuletzt in individuellen Fehlern, die seinen Spielern unterlaufen sind: In Thun patzten ausgerechnet die zentralen Mittelfeldspieler Hekuran Kryeziu, der vor dem 0:1 (31. Dennis Hediger) im Strafraum nicht klärte, und Olivier Custodio, der den Ball vor dem 0:2 (62. Simone Rapp) in der ­Vorwärtsbewegung verlor.

Babbel ist ­nun froh, «dass die Länderspielpause kommt». Sie müssten wieder hart arbeiten und das alte, leidige Einstellungsproblem lösen. «Ohne vollen Einsatz können wir nicht gewinnen», wiederholte er. Thun, das mit zehn Spielern ins Spiel ging, die 25 Jahre und jünger sind, war alles andere als ein übermächtiger Gegner. Doch der «kleine» FCT überholte den FCL in der Tabelle, steht nun auf Platz 7.

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