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FUSSBALL: Daniel Follonier: Der Aussortierte kehrt zurück

Der Walliser Daniel Follonier hat erst drei Pflichtspiele für den FCL bestritten, bereits am Sonntag (16 Uhr) tritt er mit den Luzernern beim Ex-Verein FC Sion an. Dabei kommt es zum Wiedersehen mit dem allmächtigen Sion-Präsidenten Christian Constantin.
Daniel Wyrsch
Beim FCL noch nicht angekommen: Daniel Follonier (rechts) gegen Charles Pickel von GC. (Bild: Alexandra Wey/Keystone (Luzern, 6. August 2017))

Beim FCL noch nicht angekommen: Daniel Follonier (rechts) gegen Charles Pickel von GC. (Bild: Alexandra Wey/Keystone (Luzern, 6. August 2017))

Daniel Wyrsch

daniel.wyrsch@luzernerzeitung.ch

Wenn Daniel Follonier an seine heutige Rückkehr mit dem FC Luzern ins Tourbillon denkt, sagt er: «Es wird sicher komisch sein, wenn ich im Stadiongang nach links gehen muss, um in die Kabine der Gäste zu kommen.» Der langjährige Junior und Profi des FC Sion weiss, dass er den Weg konzentriert gehen muss, um die richtige Kabine zu finden: «Mit Köpfhörern und Musik auf den Ohren könnte ich leicht bei der falschen Mannschaft landen.»

Kein Wunder, ist der 23-jährige Aussenangreifer aus Sierre doch erst dreieinhalb Wochen weg aus Sion. Er trägt jetzt das blau-weisse Dress des FC Luzern. «Ein bisschen traurig war ich schon, als ich das Wallis verliess, aber ich habe meine Familie, die Freunde und die Heimat mit dem Wechsel nach Luzern ja nicht verloren», beantwortet er die Frage nach den Abschiedsgefühlen. Der FCL ist schliesslich sein erster Klub ausserhalb des Wallis.

Follonier spricht momentan fast ausschliesslich nur französisch und kaum deutsch, trotzdem fühlt sich der Unterwalliser in Luzern nicht fremd oder gar wie im Ausland. Im Gegenteil, ihm behagt besonders die internationale und touristische Seite der Stadt am Vierwaldstättersee. «Toll, hier verbringen Menschen aus der ganzen Welt ihre Ferien.»

Linksfuss mit viel Potenzial muss sich akklimatisieren

Auf dem Spielfeld ist er aber noch nicht richtig angekommen. Andererseits hat der junge Romand erst drei Pflichtpartien für die Innerschweizer bestritten. In Basel (1:3) kam er 25 Minuten zum Einsatz, zu Hause gegen GC (2:2) spielte er 62 und im Cup gegen Kriens (1:0) 67 Minuten. In diesem Derby gegen den benachbarten Klub aus der Promotion League hatte er Pech, dass er mit seinem Schuss aus 30 Metern genau das «Lattenkreuz» traf.

Für Markus Babbel ist Daniel Follonier «ein Klassefussballer mit einem fantastischen linken Fuss». Allerdings verschweigt der FCL-Coach nicht, dass sich der Neuzugang aus der Westschweiz «noch an uns gewöhnen muss». Dabei geht es vor allem um das physische Element. «Daniel muss körperlich zulegen können», stellt Babbel fest. Der empathische Bayer ist aber sichtlich bemüht, keinen unnötigen Druck aufzubauen. «Wir haben alle Zeit der Welt, damit er sich akklimatisieren kann. Follonier hat bei uns ja erst kürzlich einen Vierjahresvertrag unterzeichnet.»

Für Follonier selber ist neben der Sprache die grösste Umstellung zu Sion, «dass Luzern ein physischeres Spiel betreibt, mehr Wert auf die Ausdauer legt». Deshalb müsse er härter arbeiten als in der Vergangenheit.

Unter Coach Tramezzani ohne Zukunft bei Sion

Beim neuen Sion-Trainer Paolo Tramezzani hatte Follonier einen schweren Stand. In der Vorbereitung sei er bloss der Back-up von Federico Dimarco gewesen. Das erste Spiel in Thun (1:0-Sieg) musste Follonier von der Tribüne verfolgen. Zudem erklärt er, dass er als Flügel im 3-5-2-System nicht der passende Spieler gewesen sei. Darum kam ihm das Angebot des FCL gerade recht, und der schnelle Angreifer wechselte motiviert in die Zentralschweiz.

Ein herzliches Verhältnis pflegt Follonier zu Sion-Präsident Christian Constantin. Ihm hat er eines seiner ersten SMS aus Luzern geschrieben. «Ich habe mich bei ihm bedankt für alles, was er für mich getan hat. Er war eine sehr wichtige Person in meiner Entwicklung. Ich respektiere Christian Constantin sehr, er hat ein grosses Herz.»

Ob Constantin den Ex-Spieler heute von Anfang an im Einsatz sieht, ist nicht sicher. Babbel überlegt sich, Follonier vielleicht als Joker aufs Feld zu schicken.

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