FUSSBALL: Darf Omlin erneut im FCL-Tor stehen?

Jonas Omlin (23) könnte die neue Nummer 1 beim FC Luzern werden. Dem Obwaldner fehlt zwar noch die Erfahrung. Gut möglich, dass ihn Trainer Markus Babbel genau deshalb morgen (16.00, SRF Info/zwei) gegen GC aufstellt.

Raphael Gutzwiller
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Überzeugte in seinen Cup-Einsätzen: Jonas Omlin.Bild: Marc Schumacher/Freshfocus (Aarau, 1. März 2017)

Überzeugte in seinen Cup-Einsätzen: Jonas Omlin.Bild: Marc Schumacher/Freshfocus (Aarau, 1. März 2017)

Raphael Gutzwiller

raphael.gutzwiller@luzernerzeitung.ch

Entgegen den Erwartungen durfte doch der Junge ran: Jonas Omlin (23) stand am Mittwoch im Cup-Viertelfinal in Aarau zwischen den Luzerner Pfosten. Er zahlte das Vertrauen beim 5:3-Sieg mit Leistung zurück. Mit seinem aufmerksamen Auftritt und der fussballerischen Qualität erinnert seine Spielweise an die modernen Torhüter wie Manuel Neuer oder Yann Sommer.

Dass sich Trainer Markus Babbel für Omlin und gegen den Stammtorhüter David Zibung (33) entschied, überraschte viele. Schliesslich hatte sich Babbel kritisch zur Erfahrung von Omlin geäussert. «Klar haben wir uns Gedanken gemacht, ob es sinnvoll ist, bei so einem wichtigen Spiel einen jungen Torhüter zu bringen, der keine grosse Spielpraxis hat», sagt Babbel. «Aber wir vertrauen Jonas und wollten ihm die Chance geben. Dieses Vertrauen hat er mit seiner souveränen Leistung zurückbezahlt.»

Ist Omlin gut genug für die Super League?

Bereits machen Gerüchte die Runde, wonach der Sachsler Omlin ab der neuen Saison die Nummer 1 beim FCL wird. «Zibung wird nicht jünger. Das ist nun mal Fakt. Und klar ist, dass wir auch in Zukunft gerne eine Innerschweizer Lösung hätten», so Babbel. Um zu erfahren, ob Omlin gut genug für einen Stammplatz bei einem Super-League-Spitzenteam ist, müsse man ihn nicht nur in zwei oder drei Partien sehen, sondern in fünf bis zehn. «Es steht die Überlegung im Raum, dass wir ihm ein paar Spiele geben, um zu sehen, ob es funktioniert.» Babbel lässt offen, wer morgen gegen die Grasshoppers spielt. Er werde mit seinem Staff, darunter Torhütertrainer Daniel Böbner, das Gespräch suchen und sich entscheiden.

Die Frage scheint zu sein: Erhält Omlin die Chance als Nachfolger von Zibung, oder muss auf dem Transfermarkt gesucht werden? Aus finanziellen Gründen wäre man glücklicher, wenn der neue Stammgoalie ein Eigener wäre.

Bisher bestritt Omlin in der Super League erst ein einziges Spiel: am 21. März 2015 gegen Basel (1:4). Damals brillierte er nicht. In der Zwischenzeit war Omlin an den Challenge-League-Klub Le Mont ausgeliehen worden, wo er Erfahrungen sammeln konnte. Letzten Sommer kam er zurück und bestritt seither alle vier Cupspiele. Dabei überzeugte er, Luzern traf aber nie auf einen Super-League-Verein.

Zibung: «Ich würde Jonas nicht im Weg stehen»

David Zibung ist seit zwölf Jahren Stammtorhüter beim FC Luzern. «Verschenken wird er seine Position nicht», weiss Babbel. «In Gesprächen hat er aber angetönt, dass er seine Rolle akzeptieren würde, sollte man sich für Omlin entscheiden.» Die Torhüter dürfen oder wollen momentan nichts zur Konkurrenzsituation sagen. Im Trainingslager in Marbella äusserte sich Zibung: «Ich war vor zwölf Jahren in derselben Situation wie Jonas Omlin jetzt. Damals habe ich die ­Chance erhalten und wurde Andreas Hilfiker vorgezogen. Ich würde Jonas nicht im Weg stehen.»

Schon entschieden hat sich Babbel, wer am 5. April im Cup-Halbfinal in Sion spielen wird: «Wir sind mit Omlin in diesem Wettbewerb sehr gut gefahren und Stand jetzt gibt es keinen Grund, daran etwas zu ändern.»