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FUSSBALL: Dario Lezcano: «Ich habe den Kopf verloren»

FCL-Stürmer Dario Lezcano (25) entschuldigt sich öffentlich für seinen Ausraster gegenüber Ref Fedayi San. Er erzählt, dass sein Sohn im Stadion weinte – und er die Sanktion akzeptieren werde.
Muss persönlich bei der Disziplinarkommission vorsprechen: FCL-Stürmer Dario Lezcano. (Bild Nadia Schärli)

Muss persönlich bei der Disziplinarkommission vorsprechen: FCL-Stürmer Dario Lezcano. (Bild Nadia Schärli)

daniel wyrsch

Dario Lezcano stand gestern erstmals seit dem Ausraster im Luzern-Heimspiel vom Sonntag gegen GC (3:3) vor den Medien. Der 25-jährige Paraguayer zeigte sich in der Swissporarena in aufgeräumter Stimmung. Begleitet wurde er von FCL-Medienchef Max Fischer (58) und Giacomo Petralito (65). Der italienisch-schweizerische Spielerberater lud zu diesem Gespräch, bei dem Lezcano vor dem nächste Woche zu erwartenden Urteilsspruch der Disziplinarkommission der Swiss Football League (SFL) Reue zeigte. Seit Montag beschäftigt sie sich mit dem Verfahren gegen Lezcano. Gestern wurde der FCL-Spieler vorsorglich für das Cupspiel vom nächsten Sonntag (15.00) auswärts bei Xamax und für das Ligaspiel am kommenden Mittwoch (19.45) in Vaduz gesperrt.

Petralito, der vor sieben Jahren Lezcano mit Hilfe einer Investorengruppe aus Paraguay in die Schweiz zu Wil geholt hatte, stellte gleich zu Beginn fest: «Das war kein Kopfstoss, den Dario Lezcano Schiedsrichter Fedayi San nach der gelb-roten Karte gegeben hat.» Er habe dies in mehreren Zeitungen lesen müssen, dies stimme nicht. Er verlange Fairness. «Masslos enttäuscht» zeigte sich Petralito, weil Schiedsrichter Fedayi San die Entschuldigung von Lezcano nach dem Spiel nicht akzeptiert hat.

Erst in der Kabine bewusst worden

Erst danach übergab Petralito Lezcano das Wort. Es gehe ihm gut, sagte der FCL-Spieler mit einem von seiner Frau geschenkten Basketball-Käppi auf dem Kopf. Er habe am Tag wie immer mit der Mannschaft trainiert. Dann sagte Lezcano, was ihm besonders wichtig ist: «Zuerst sage ich meiner Familie ‹Sorry›. Meine Frau und meine drei Kinder waren überrascht von meinem Verhalten. Denn ich bin eine Person, die sich sonst immer ruhig verhält.» Seine Frau würde ihn sogar kritisieren, weil er erzieherisch zu lieb mit den Kindern umgehe. Sehr getroffen haben muss der Ausraster des Vaters auf dem Fussballplatz den ältesten Sohn Jonathan (6), der mit seinem Bruder Dante (4) und Mutter Lilian (27) im Stadion war, während Tochter Fiona (1) von einer älteren Cousine betreut wurde. «Jonathan hat geweint, als er gesehen hat, was ich tat», erzählte Lezcano.

Lezcano macht sich aber nicht nur über den eigenen Nachwuchs Gedanken, ihm sind auch alle jungen Sportler wichtig. «Ich entschuldige mich für mein schlechtes Verhalten bei allen Kindern. Mir ist bewusst, dass ich als Profi immer ein Vorbild sein müsste. Besonders jetzt, wo ich sehr gut spielte und viele auf mich schauten.» Seine Entschuldigung ging ausserdem an alle Schiedsrichter. «Ich habe einen Fehler gemacht, das ist mir passiert, wie es jedem Menschen passieren kann. Ich verspreche, es wird nie mehr vorkommen.»

«Ein anderer Mensch auf dem Platz»

Lezcano, der gegen GC sechs Mal gefoult wurde, erwähnte zudem, dass er während des Spiels lange nicht reklamierte. «Aber nach zwei Fouls hintereinander habe ich den Kopf verloren. Auf dem Platz war nicht mehr Dario Lezcano, sondern ein anderer Mensch.» Erst zurück in der Kabine sei ihm bewusst geworden, was für eine Dummheit er angestellt habe.

Wie Petralito ist Lezcano enttäuscht, dass Ref San seine Entschuldigung nicht angenommen hat. Auch später nicht. Er wolle sich nach der Urteilsverkündigung trotzdem nochmals bei San melden.

Petralito stellte ausserdem fest, dass Lezcano ein nicht vorbestrafter Spieler ist und letzte Saison hinter Sions Carlitos der am zweitmeisten gefoulte Spieler der Liga war (79-mal gefoult in 33 Spielen). Auch heuer ist der Toptorschütze der Liga (9 Tore) nach 8 Partien (26-mal gefoult) wieder am zweithäufigsten unfair vom Ball getrennt worden.

Lezcano muss nächstens bei der Disziplinarkommission vorsprechen, er sagte: «Ich werde ihr Urteil akzeptieren.» Und kämpferisch: «Die Sanktion wird mich als Fussballer nicht zerstören.»

Von den Trainern Markus Babbel und Roland Vrabec sowie der Mannschaft bekomme er die volle moralische Unterstützung. «Ich werde auf dem Feld fehlen, das tut mir sehr leid für die anderen. Ich werde sie so gut es geht von aussen unterstützen.» Die Kritik von FCL-Sportchef Rolf Fringer, wonach er zuletzt mit dem wachsenden Erfolg unbewusst etwas abgehoben sei, akzeptierte Lezcano. «Er hat nicht Unrecht.»

Der neue Nike-Schuh passt bestens

Petralito erzählte, dass Lezcano kurz vor Ablauf des Transferfensters Ende August ein Angebot von Red Bull Salzburg erhielt. «Trotz einer goldenen Vertragsofferte hat Dario für mich überraschend schnell abgesagt.» Dafür hat Lezcano einen neuen Fussballschuh getestet, er spielte mit Nike. «Gegen GC und bereits im Testmatch gegen Kaiserslautern habe ich je zwei Tore erzielt, die Schuhe passen wie angegossen», sagte Lezcano und lächelte.

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