FUSSBALL: Dario Lezcano: vom «Chancentod» zum Knipser

Dario Lezcanos Treffsicherheit ist beeindruckend: Der Paraguayer hat mit dem Dreierpack gegen Zürich sechs Tore auf dem Konto und führt die Torjägerliste an.

Drucken
Teilen
Beim FCL hoch im Kurs: Goalgetter Dario Lezcano (links), hier am Samstag im Zweikampf mit Zürichs Anton Grgic. (Bild: Freshfocus/Steffen Schmidt)

Beim FCL hoch im Kurs: Goalgetter Dario Lezcano (links), hier am Samstag im Zweikampf mit Zürichs Anton Grgic. (Bild: Freshfocus/Steffen Schmidt)

daniel wyrsch

Dario Lezcano (25) hat sich mit seinen drei Toren zum 5:2-Sieg über den FC Zürich endgültig in die Herzen der FCL-Anhänger geschossen. «Bumbumbum», schreibt einer auf dem Fanforum. Das war nicht immer so in den rund vier Jahren, seit der paraguayische Stürmer in Luzern ist. Davon zeugt eine andere Reaktion eines Supporters, der entschuldigend meint: «Du bist Weltklasse, danke, dass du trotz Kritik immer weitergekämpft hast!» Ein weiterer schreibt, er habe ein schlechtes Gewissen, weil er Lezcano zuvor weggewünscht hätte. «Ich nannte ihn ‹Chancentod›.» Der FCL-Fan muss sich nicht schämen, mit der Meinung ist er nicht allein gewesen.

Jakob Jantscher freut sich über seinen Treffer. (Bild: Keystone/Anthony Anex)
13 Bilder
Remo Freuler, links, im Zweikampf mit Franck Etoundi. (Bild: Keystone/Anthony Anex)
Christian Schneuwly, links, und Francois Affolter. (Bild: Keystone/Anthony Anex)
FC Luzern Trainer Markus Babbel. (Bild: Keystone/Anthony Anex)
Dario Lezcano, links, im Zweikampf mit Philippe Koch. (Bild: Keystone/Anthony Anex)
Alain Nef, links, und Dario Lezcano. (Bild: Keystone/Anthony Anex)
Claudio Lustenberger, links, und Franck Etoundi. (Bild: Keystone/Anthony Anex)
Burim Kukeli, links, im Zweikampf mit Dario Lezcano. (Bild: Keystone/Anthony Anex)
Die Zürcher jubeln über das 1:0. (Bild: Keystone/Anthony Anex)
Claudio Lustenberger verteidigt den Ball gegen Christian Schneuwly. (Bild: Keystone/Anthony Anex)
Clemens Fandrich, links, und Berat Djimsiti. (Bild: Keystone/Anthony Anex)
Jakob Jantscher, links, und Philippe Koch. (Bild: Keystone/Anthony Anex)
Alain Nef, links, und Marco Schneuwly. (Bild: Keystone/Anthony Anex)

Jakob Jantscher freut sich über seinen Treffer. (Bild: Keystone/Anthony Anex)

Der Knoten ist geplatzt

Seit dem Wintertrainingslager in Marbella (Sp) erlebt man einen veränderten Dario Lezcano. Er ist zielorientiert geworden – und hat vom ersten Testspiel gegen den späteren Bundesliga-Aufsteiger Ingolstadt an getroffen. So richtig der Knoten geplatzt ist dem Südamerikaner im letzten Viertel der vergangenen Spielzeit. Saisonübergreifend hat er in seinen letzten 13 Spielen 12 Tore erzielt. Das ist der Spitzenwert der Super League. Innerhalb von ein paar Monaten ist Lezcano vom «Chancentod», der er im letzten Herbst salopp ausgedrückt gewesen ist, zum Knipser mutiert.

Eigentlich hätte Lezcano in der Winterpause gerne weggewollt. Olimpia Asuncion aus der Heimat wollte ihn, konnte aber die geforderte Ablösesumme nicht aufbringen. Der neue Sportchef Rolf Fringer sprach mit Lezcano, erklärte ihm, dass er die Fähigkeiten und die Klasse besitze, sich bei Klubs aus den europäischen Topligen auf die Einkaufsliste zu spielen. Bedingung sei aber, dass er konstant Bestleistungen beim FCL abruft. Trotz einer markanten Leistungssteigerung in der letzten Rückrunde hat es noch nicht zum erhofften Angebot gereicht, das Spieler und Arbeitgeber zufrieden gestellt hätte.

Handgeld für Vertragsverlängerung

Doch weil Lezcanos Vertrag beim FCL Ende der aktuellen Saison ausgelaufen wäre, wollte Fringer unbedingt vorzeitig verlängern, damit der Spieler im nächsten Sommer nicht ablösefrei zu haben ist. Es kam zu wochenlangen zähen Verhandlungen mit dem besten Fussballer im Kader, bis schliesslich die Kontraktverlängerung bis Ende Juni 2017 feststand. Natürlich hat ein Lezcano in Hochform seine Unterschrift nur unter einem monetären Anreiz gegeben. Zahlen sind keine bekannt, aber es soll sich um ein stolzes Handgeld gehandelt haben. Für den FCL und die verschiedenen Investoren, die Lezcano Anfang Februar 2012 für 1,2 Millionen Franken vom FC Thun gekauft hatten, ist dies aber sicher ein sinnvoller Betrag. Seine Ablöse steht gemäss transfermarkt.ch inzwischen bei 1,75 Millionen Euro mit steigender Tendenz. Nach den nervenstark verwerteten beiden Penaltys und dem Treffer zum 5:2-Endstand gegen den FCZ kommt Lezcano jetzt auf sechs Saisontore in sechs Partien. Damit führt er die Torschützenliste allein an. Nach dem Match in Zürich meinte Lezcano bescheiden: «Ein Stürmer muss Tore schiessen, ich lebe davon, und es ist mein Job.» Er freue sich über das Dreierpack und hoffe, so erfolgreich weitermachen zu können.

Ehefrau Lilian gefällts in Luzern

Lezcano macht kein Geheimnis daraus, er würde gerne nach Spanien oder nach Italien wechseln. Für den FCL ist es sicher ein Vorteil, dass sich seine Ehefrau Lilian (27) mit den drei Kindern hier sehr wohl fühlt. Die Chance ist somit grösser, dass er bis Ende Saison bleibt.

Super League. Torschützenliste nach der 6. Runde: 1. Lezcano (Luzern/+3) 6. 2. Dabbur (Grasshoppers/+1) und Tarashaj (Grasshoppers) je 5. 4. Caio (Grasshoppers+1) und Konaté (Sion/+1) je 4. 6. Delgado (Basel), Janko (Basel), Ravet (Grasshoppers) und Sadiku (Zürich/+1) je 3.