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FUSSBALL: Das Abwarten von Trainer Bernegger wirkt nicht beruhigend

Vor dem Spiel beim FC Basel (heute, 20.30/SRF 2) sagt FCL-Trainer Carlos Bernegger, dass ihn momentan nur «Basel, Basel, Basel» interessiere. Zu den Gesprächen mit 1860 München sagt er nichts. Die fehlende klare Aussage lässt viel Interpretationsspielraum offen.
Daniel Wyrsch
Schwankt zwischen dem FC Luzern und 1860 München: Coach Carlos Bernegger. (Bild Philipp Schmidli)

Schwankt zwischen dem FC Luzern und 1860 München: Coach Carlos Bernegger. (Bild Philipp Schmidli)

Als Manchester United kürzlich einen neuen Trainer suchte, gehörte Jürgen Klopp (46) zu den aussichtsreichsten Kandidaten. Der Dortmunder Coach erklärte gleich im nächsten Fernseh­interview, dass er beim BVB zufrieden sei, er noch einen mehrjährigen Vertrag zu erfüllen habe und darum für ihn «Manchester United» nicht in Frage komme. Damit war die Sache gegessen. Die Öffentlichkeit wusste Bescheid, Spekulationen um Klopp gab es keine mehr, Klub und Trainer hatten wieder Ruhe.

Das Beispiel aus dem grossen Fussball zeigt, wie einfach die Kommunikation ist, wenn es zwischen dem Trainer und seinem Verein stimmt.

Die Konstellation beim FC Luzern ist eine andere. Es sind nicht bloss Gerüchte, dass es zwischen Trainer Carlos Bernegger (45) und Sportdirektor Alex Frei (34) immer wieder Reibereien gegeben hat. Das hat nicht nur damit zu tun, dass beide sogenannte Alphatiere sind. Derzeit betonen sie zwar unisono, permanent miteinander im Austausch zu stehen. «Alex Frei bemüht sich sehr», stellt Bernegger fest, wenn er von der Zusammenstellung der neuen Mannschaft für die nächste Saison spricht. Sowohl Frei wie auch Bernegger haben es dabei nicht leicht, denn beim Fanionteam muss künftig zwischen 700 000 und 1 Million Franken eingespart werden. Statt 11 Millionen darf das Kader nächste Saison noch 10 Millionen Franken kosten.

Ein Platz unter den Top 5

Immerhin – könnte man auch sagen. Denn mit dieser Summe lässt sich doch weiterhin etwas machen. Es muss nicht eine Meistermannschaft sein, aber auch künftig wollen die Mitglieder der Holding ein Team haben, das unter den ersten fünf mitspielt. Bernegger wurde an der Medienkonferenz vor dem heutigen Auswärtsspiel gegen Leader Basel gefragt, ob er derzeit den Eindruck habe, eine genug starke Mannschaft zu bekommen, damit er nächste Saison das Minimalziel Platz 5 erreichen könne. Der FCL-Trainer anwortete: «Es ist noch nicht klar, wer bleibt und wer kommt.» Diese Frage könne er konkret erst unmittelbar vor Saisonbeginn beantworten.

Frei-Zuzüge: Nur Freuler überzeugt

Doch schaut man die aktuelle Mannschaft an, dann hat man nicht unbedingt den Eindruck, dass da ein Team mit Durchsetzungsvermögen zusammenwächst. Neun Spieler hat Frei in knapp 13 Monaten als Sportchef ins derzeitige FCL-Kader geholt. Davon hat nur der U-21-Internationale Remo Freuler (22) einen Stammplatz ergattert. Von den herausragend gestarteten Oliver Bozanic (25) und Mahmoud Kahraba (20), denen fünf und sieben Liga-Treffer gelangen, ist einer inzwischen auf die Ersatzbank verbannt (Bozanic) und der andere (Kahraba) heimgeschickt worden. Yassin Mikari spielt unregelmässig.

Am meisten zu denken muss allerdings geben, dass der Winter-Zuzug François Affolter (23) in den letzten vier Partien gerade mal zu zwei Teileinsätzen gekommen ist. Die Ende Saison nicht mehr erwünschten Tomislav Puljic (31) und Florian Stahel (29) sind aufeinander eingespielt und haben Affolter bis zu ihren unfreiwilligen Abgängen beim FCL wohl auf die Ersatzbank verdrängt. Während auf die beiden Routiniers künftig verzichtet wird, besitzt der kurzzeitige Bundesliga-Profi und fünffache Nationalspieler Affolter einen über vier Jahre weiterlaufenden Vertrag bis Juni 2018. Ob sich da Frei nicht vertan hat? Und würde er jetzt nicht Schadensbegrenzung betreiben, wenn er zumindest einem aus dem Duo Puljic/Stahel einen neuen Vertrag gäbe? Umso mehr ein Michael Dingsdag (31, GC) für Luzern nicht finanzierbar sein soll.

Bernegger, der sich solche Fragen auch stellt, will öffentlich auf die Kontroverse nicht eingehen. Offensichtlich droht dem Team mit dem noch nicht kommunizierten Abgang von Dimitar Rangelov (31) ein insgesamt grosser Qualitätsverlust, den Marco Schneuwly (29, Thun) und Claudio Holenstein (23, Wil) nicht kompensieren können. Bernegger beantwortet die Frage nach seinem persönlichen Interesse an einem Engagement bei 1860 München weiterhin vollständig ausweichend: «Basel, Basel, Basel. Unser Fokus gilt dem Match gegen den FC Basel und den weiteren drei Partien bis zum Ende der Saison.»

Damit lässt er Interpretationsspielraum offen. Ruhe kehrt damit nicht ein.

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