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FUSSBALL: «Das Defizit ist grösser als erwartet»

Neo-FCL-Präsident Ruedi Stäger (56) ist mit der Hypothek eines Millionenverlusts gestartet. Innert zweier Jahre muss er mit Luzern den Turnaround schaffen.
Interview Daniel Wyrsch
Erträge optimieren und Geld sparen: FCL-Präsident Ruedi Stäger ist in den kommenden Wochen und Monaten gefordert. (Bild Dominik Wunderli)

Erträge optimieren und Geld sparen: FCL-Präsident Ruedi Stäger ist in den kommenden Wochen und Monaten gefordert. (Bild Dominik Wunderli)

Ruedi Stäger (56), der neue Präsident des FC Luzern, hat sich eine grosse neue berufliche Herausforderung ausgesucht. Der mit einem 60-Prozent-Pensum ausgestattete erste hauptamtliche FCL-Chef muss mit einem Defizit, das eine offiziell unbestätigte Höhe von 2 Millionen Franken erreicht, den Klub führen. Weil die Investoren nicht mehr länger gewillt sind, den jährlichen Verlust zu decken, hat Stäger mit seinem Geschäftsleitungsteam künftig kostendeckend zu arbeiten.

Klubziel bleibt Platz 7 oder besser

Sparmassnahmen sind bei der ersten Mannschaft bereits eingeleitet worden. So hat sich der FCL vom langjährigen und teuren Profi, Daniel Gygax (32), vorzeitig getrennt. Der frühere Bundesliga- und Ligue-1-Stürmer ist seit letzter Woche an Aarau ausgeliehen. Die Trennungen per Saisonende von den Verteidigern Tomislav Puljic (30) und Florian Stahel (28) sind seit geraumer Zeit bekannt. Bei dem heuer spieltragenden Angreifer Dimitar Rangelov (31) sei das letzte Wort noch nicht gesprochen, sagt Stäger. Dem eingeleiteten Umbruch und nur vier Punkten aus den ersten fünf Spielen der Rückrunde zum Trotz möchte der FCL-Präsident die gute Ausgangslage für Europa nutzen. Offizielles Klubziel bleibt aber «Rang 7 oder besser», wie es Sportchef Alex Frei formuliert.

Ruedi Stäger, es heisst, die klar zu positiven Zuschauerkalkulationen Ihrer Vorgänger und der Investoren würden zu einem Minus von rund 2 Millionen Franken in der noch nicht ausgewiesenen Rechnung des Geschäftsjahres 2013 führen. Dieses Geld muss der Klub nächste Saison einsparen. Das heisst vor allem bei den Profis. Denn: Wo sonst kann der FCL die enorme Summe sparen?

Ruedi Stäger: Ohne hier der ordentlichen Generalversammlung nach dem Saisonende vorzugreifen, es stimmt, das Defizit ist grösser ausgefallen als erwartet. Es entstand aber nicht nur wegen dem grossen Zuschauerrückgang. Wir müssen überall Einsparungen machen – auch bei den Profis. Gleichzeitig gilt es aber auch, die Erträge zu optimieren.

Man hat das Gefühl, die Holding mit den Investoren will nicht mehr frisches Geld in den FCL investieren. Sie haben als Präsident einen Sitz in der Holding – stimmt dieser Eindruck?

Stäger: Kein Investor will als Idealist gesehen werden und alle Jahre sein Portemonnaie aufs Neue öffnen. Über die nächsten zwei Jahre müssen wir das Problem in den Griff bekommen.

Sie und der neue Marketingleiter Thomas Ulrich haben die Aufgabe, neue Geldgeber und Sponsoren zu generieren. Ich weiss, Sie sind erst seit etwas mehr als zwei Monaten im Amt. Trotzdem die Frage: Wie sieht es aus bei der Suche nach neuen Geldquellen?

Stäger: Ja, das ist eine unserer Hauptaufgaben. Sponsoren, welche wir heute neu gewinnen können, werden erst in der nächsten Saison zu Buche schlagen. Noch wichtiger ist aber die Pflege der bestehenden Sponsoren. Wir sind zuversichtlich, zu besseren Ergebnissen zu kommen. Unser Team erhält dabei tatkräftige Unterstützung durch Mirco Stierli, dem Verwaltungsrat der Swissporarena Event AG.

Holding-Präsident Marco Sieber hat zum Rückrundenstart einen europäischen Platz gefordert. FCL-Trainer Carlos Bernegger hat mehrmals geäussert, dass er mit der Mannschaft einen Rang für die Europa League erreichen müsse, «weil der Klub das Geld braucht». Wie lautet die Zielsetzung des FCL-Präsidenten?

Stäger: Der Trainer hat von uns keine solche Auflage erhalten. Aber klar ist: Ohne sportlichen Erfolg wird die Aufgabe schwierig. Selbstverständlich hoffe ich, dass wir mit der heutigen Ausgangslage einen Platz für die Europa League erreichen. Die aktuelle Situation macht aber deutlich, wie ausgeglichen die Meisterschaft und die Teams – allenfalls mit Ausnahme des FC Basel – sind.

Wie konkurrenzfähig würde das Team nach dem Umbruch in der Europa-League-Qualifikation aussehen?

Stäger: Ich bin überzeugt, dass es Alex Frei und Carlos Bernegger gemeinsam mit dem ganzen Staff gelingen wird, auch auf die neue Saison hin mit einer schlagkräftigen Truppe aufzuwarten. Jünger und etwas günstiger muss nicht per se weniger gut sein.

Derzeit hat man den Eindruck, der FCL wolle künftig vor allem mit einer Ansammlung von Talenten in der Super League bestehen. Was sagen Sie dazu?

Stäger: Ich höre diese These zum ersten Mal! Aber viel Talent kann sicher nicht schaden.

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