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FUSSBALL: Das ist der neue Chef beim FCL

FCL-Hauptaktionär Bernhard Alpstaeg hat keine Zeit, den Verein strategisch zu führen. Jetzt ist der Luzerner Anwalt Philipp Studhalter zum neuen Präsidenten der FCL Holding AG gewählt worden.
Daniel Wyrsch
Der neue Präsident der FCL Holding AG hat schon in der Swissporarena Einzug gehalten: Philipp Studhalter. (Bild: Dominik Wunderli / Neue LZ)

Der neue Präsident der FCL Holding AG hat schon in der Swissporarena Einzug gehalten: Philipp Studhalter. (Bild: Dominik Wunderli / Neue LZ)

Daniel Wyrsch

Philipp Studhalter (39) nimmt seit Dezember 2014 an den Sitzungen des Verwaltungsrats der FCL Holding AG teil. Er hat dabei Bernhard Alpstaeg (70) vertreten, dieser ist Hauptgeldgeber des FC Luzern und als Swisspor-Patron im Besitz der Stadionnamensrechte bis 2021. Alpstaeg, der für seine international tätige Firma weiterhin oft auf Reisen ist, fehlt die Zeit, um den Verein strategisch zu führen. Wirtschaftliche Gründe veranlassen ihn, sich aufs Geschäft zu fokussieren. Der Luzerner Rechtsanwalt Studhalter (Porträt im Kasten) ist mehr als nur der Vertreter Alpstaegs, der in den letzten sechs Monaten nicht mehr an den Verwaltungsratssitzungen teilgenommen hat. Studhalter ist gestern einstimmig zum Nachfolger von Marco Sieber (57) als Verwaltungsratspräsident der Holding gewählt worden.

Wie ist es dazu gekommen, dass Sieber sein Amt zur Verfügung gestellt hat? Der Unternehmer erklärt: «Ich habe mich die letzten vier Jahre aktiv an vorderster Front für die Holding eingesetzt, zuerst zwei Jahre als Delegierter und die letzten zwei Jahre als Präsident.» Dabei hätten sie die Führungsstrukturen wesentlich verändert vom starken Präsidenten hin zu einem Management. Sieber: «Für mich ist es ein schöner Tag, das Präsidium in die kompetenten Hände von Philipp Studhalter weiterzugeben. Er hat sich in den letzten Monaten bestens eingearbeitet und das Vertrauen aller Investoren gewonnen.»

Sieber sagt, es sei Zeit für einen Wechsel, und er sei erleichtert, von den Führungsaufgaben befreit zu sein. «Denn das Amt ist mit sehr viel unvorhersehbarer Arbeit verbunden gewesen. Ich finde, wir haben eine gute Ausgangslage geschaffen, damit der FCL weiter wachsen kann.» Mit Kopf und Herz bleibe er Verwaltungsrat. Josef Bieri, den er letztes Jahr als Investor gewinnen konnte, ist neu Vizepräsident.

Alpstaeg will die Mehrheit nicht

Studhalter ist bis dato nicht Aktionär. Er könne sich aber vorstellen, künftig Aktien zu kaufen, sagt er. Bekanntlich ist das Aktienpaket des FCL-Ehrenpräsidenten Walter Stierli (67) seit Anfang dieses Jahres treuhänderisch deponiert. Stierli hat sich nun definitiv aus der Holding zurückgezogen. Was mit seinen Aktien (25 Prozent) passiert, ist gestern ebenfalls bestimmt worden: «Wir haben einstimmig beschlossen, sie an einen neuen Investor zu verkaufen», sagt Studhalter. Das bedeutet, dass Alpstaeg die Aktienmehrheit nicht übernehmen wird. Offen ist, ob die 25 Prozent an einen Investor oder gestückelt verkauft werden.

Beschlossen hat die Holding auch, dass weiterhin jeder Verwaltungsrat ein Stimmrecht hat. Also zählt nicht die Grösse des Aktienpakets, sondern jeder Aktionär mit mindestens 10 Prozent hat eine Stimme. Das sind derzeit Alpstaeg, Sieber, Bieri, Samih Sawiris und Hans Schmid, hinzu kommt Philipp Studhalter mit einer Stimme als Präsident. Das ergibt total sechs Stimmen. Studhalter erklärt, dass die zwei Stimmen, die Alpstaeg und er besitzen, erstens keine Mehrheit sind und sie zweitens sowieso keine Mehrheitsentscheide in der Holding wollen. «Wichtig ist, die Ruhe zu bewahren und keine Spekulationen aufkommen zu lassen. Wir wollen uns gemeinsam im Gremium für etwas entscheiden oder gar nicht.» Ziel der Holding sei es, «die Geschäftsleitung des FCL mit dem Präsidenten Ruedi Stäger an der Spitze zu unterstützen».

Alpstaeg bleibt dem FCL treu

Den Innerschweizer Fussballfans versichert Studhalter, «dass Herr Alpstaeg gar keine Anzeichen zeigt, auszusteigen. Im Gegenteil, er hat Freude am FCL.» Auch von allen anderen Investoren habe er die Zusage, dass sie weitermachen. Obwohl das Problem des strukturellen Defizits von 1,5 bis 2 Millionen Franken nach wie vor nicht gelöst sei.

Ruderer Studhalter steht für Teamsport

Philipp Studhalter (39) mag es, morgens um 6 Uhr mit Kollegen auf dem spiegelglatten Vierwaldstättersee zu rudern. Er ist seit Kindertagen Mitglied im RC Reuss Luzern. Früher war er während sieben Jahren Leistungssportler, schaffte zehn Trainings pro Woche und nahm als Athlet an Schweizer Meisterschaften und Weltmeisterschaften teil.

Studhalter erkennt Parallelen zwischen Rudern und Fussball. «Wenn mir FCL-Sportchef Rolf Fringer Abläufe erklärt, dann höre ich den Reuss-Profitrainer Christian Steinbach reden. Obwohl es zwei unterschiedliche Sportarten sind, geht es um Teamsport», sagt Studhalter. Er findet, Fussball zu schauen, sei eine Sache, aber das Spiel und die Strategie zu verstehen, sei eine andere Sache. In den letzten sechs Monaten, seit er in der FCL-Holding mitarbeitet, hat er sich intensiv mit Profifussball beschäftigt, stellt aber klar: «Ich werde mich in die operative Leitung nicht einmischen. Dafür haben wir Fachleute – wir haben strategische Aufgaben.» Dabei macht er eine passende Aussage: «Wir sitzen alle im gleichen Boot.»

Rechtsanwalt mit vier Angestellten

Ein 24-Plätzer-Ruderboot gibt es sogar, und Studhalter möchte es irgendwann einmal mit FCL-Leuten füllen, doch das müsse nicht heute oder morgen passieren. Er sei froh, dass in der heutigen Holding ebenfalls nach dem Teamprinzip gearbeitet wird. Heisst: «Ich bin nicht der alleinige Macher, die Arbeiten werden auf verschiedene Schultern verteilt, und wir entscheiden gemeinsam zum Wohl des FCL.»

Rechtsanwalt Studhalter führt im Matthof in Luzern eine eigene Kanzlei in Form einer AG mit vier angestellten Anwälten. Die Anwaltskanzlei sei breit aufgestellt, im Zentrum steht die Ansiedlung von Firmen und Personen. Studhalter ist gebürtiger Stadtluzerner, mit seiner Familie wohnt er in St. Niklausen in der Gemeinde Horw. Er ist verheiratet und Vater zweier Kinder.

Übrigens: Studhalter schwärmt, wie es ihm Spass bereite, mit Fringer zu diskutieren. In den erfolgreichen Spielen der Rückrunde hat ihm der FCL fast so viel Freude gemacht wie das Rudern.

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