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FUSSBALL: David Zibung denkt an neue Nummer 1

FCL-Torhüter David Zibung (32) macht dem Verein den Vorschlag, in einem Jahr ins zweite Glied zu treten und den Weg für einen jungen Nachfolger zu ebnen. Damit will er Dankbarkeit zeigen.
Daniel Wyrsch
FCL-Urgestein David Zibung hofft, dass er als Stammtorhüter mit seinem Verein noch einen Pokal gewinnen kann. (Bild: Freshfocus/Urs Lindt)

FCL-Urgestein David Zibung hofft, dass er als Stammtorhüter mit seinem Verein noch einen Pokal gewinnen kann. (Bild: Freshfocus/Urs Lindt)

Daniel Wyrsch

Der 3:2-Siegtreffer von Yuya Kubo für die Young Boys wäre prädestiniert gewesen, David Zibung eine Mitschuld an diesem Gegentor zu geben. Die Flanke von Guillaume Hoarau flog hoch und lange durch die Luft. Allerdings kam der Ball vor der Strafraumgrenze herunter, wo Zibung mit den Händen nicht hätte hinlangen dürfen. Der 32-jährige Goalie stellt fest: «Wenn unser Verteidiger Jérôme Thiesson näher zum Tor ist als Angreifer Kubo, gibt es für mich keinen Grund, in die beiden reinzuspringen.»

Konstante Leistungen unter Babbel

Seit Markus Babbel vor eineinhalb Jahren das Trainerzepter in Luzern übernommen hat, spielt Zibung konstant. «Das hat vor allem auch damit zu tun, dass Babbel seinem Trainerstaff und speziell Goalie-Trainer Daniel Böbner voll vertraut und ihm freie Hand bei der Trainingsgestaltung lässt», sagt Zibung. Krasse Torhüterfehler sind nicht mehr vorgekommen. Geblieben ist die Kritik, dass das FCL-Urgestein zwar reaktionsschnell auf der Linie ist, sich aber bei Flanken nur ungern aus dem Tor wagt. Nicht immer über alle Zweifel erhaben ist Zibungs Abwehrverhalten bei Weitschüssen. Und manchmal muss er Pfiffe der Zuschauer hinnehmen wegen seiner wenig präzisen Zuspiele. Der gebürtige Hergiswiler, mittlerweile die elfte Saison als Stammkraft im Tor der Innerschweizer, musste zu Beginn seiner Goalie-Laufbahn bei den Junioren nur selten einen Ball mit den Füssen spielen.

In dieser nun schon lange andauernden Phase als unumstrittene Nummer 1 dürfte der Zeitpunkt für Zibung günstig sein, seinen Vorschlag an die Klubleitung öffentlich zu machen. Der Goalie kann sich vorstellen, nach Ablauf seines jetzigen Vertrages im Sommer 2017 den Weg für einen jungen Nachfolger freizumachen und in der Folge als erfahrener Ersatz die neue Nummer 1 mit Rat und Tat zu unterstützen.

Freiwilliger Schritt des Ehrgeizigen

Die Vorstellung, dass sich der stets ehrgeizige Zibung freiwillig auf die Bank zu den Reservisten setzt, entlockt dem Berichterstatter ein ungläubiges Lächeln. Damit konfrontiert, meint die langjährige FCL-Identifikationsfigur: «Es ist einfach so. Mein jetziger Ehrgeiz hat nichts damit zu tun, was in ein, zwei Jahren ist. Meine Aussage ist: Ich habe vor 13 Jahren davon profitiert, dass der Trainer und der FC Luzern sich entschieden, auf den jungen Zibung zu setzen, während der erfahrene ‹Hausi› Hilfiker einen Schritt zurücktrat.»

Zibung stellt klar, dass er sich bis Ende der nächsten Saison durchsetzen will. «Selbstverständlich muss ich mich beweisen, der Vertrag garantiert mir den Platz zwischen den Pfosten nicht.» Danach «kann ich mir wirklich viel vorstellen. Dabei geht es nicht um Ehrgeiz oder nicht mehr zu wollen, sondern darum, etwas zurückzugeben und Dankbarkeit zu zeigen». Sollte der Klub auf einen jungen Goalie setzen, könne er sich die erwähnte neue Aufgabe vorstellen. Zibung sagt: «Entscheidend ist, was der Verein plant.»

FCL-Trainer Markus Babbel äusserte sich diese Woche in einem Beitrag des SRF-«Sport aktuell», wie er Zibung als Führungsspieler schätzt. «Sein Wort hat in der Kabine grosses Gewicht.» Über eine Ablöse auf der Schlussmannposition scheint sich Babbel bereits Gedanken zu machen, wenn er salopp sagt: «David Zibung wird nicht jünger.»

Trotz der kaum mehr lange dauernden Karriere auf dem Platz brennt Zibung weiterhin für ein Ziel: «Ich habe über 450 Pflichtspiele auf dem Buckel, darum habe ich nicht das Gefühl, etwas zu verpassen. Doch selbstverständlich möchte auch ich einmal einen Pokal gewinnen. Wir haben diese Saison im Cup-Halbfinal eine Riesenchance verpasst, aber auch nächste Saison gibt es wieder einen Cuptitel zu vergeben.»

Lukratives Wil-Angebot abgelehnt

Anfang Januar erhielt Zibung ein «sehr lukratives Angebot» vom Challenge-League-Spitzenklub FC Wil. Eine Woche habe er sich überlegt, ob er es annehmen soll. «Als der Trainer sagte, er wolle mich nicht gehen lassen, habe ich mich entschlossen, abzusagen», sagt Zibung. «Unsere Ausgangslage war mit Platz 4 und dem Cup-Halbfinal zu gut gewesen. Und mein Herz schlägt zu stark für Luzern, um wegen ein paar Franken mehr nach Wil zu wechseln.»

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