FUSSBALL: Dem FCL-Torhüter Omlin gehört die Zukunft

Mit Jonas Omlin (20) steht endlich wieder ein Obwaldner im Kader des FC Luzern. Den Profivertrag verdankt der Goalie auch gezielter Nachwuchsförderung.

Jonas von Flüe
Drucken
Teilen
Goalie-Talent Jonas Omlin steht am Ufer des Sarnersees, wo der FC Sarnen beheimatet ist. (Bild: Corinne Glanzmann / Neue LZ)

Goalie-Talent Jonas Omlin steht am Ufer des Sarnersees, wo der FC Sarnen beheimatet ist. (Bild: Corinne Glanzmann / Neue LZ)

Porträt Das Sarner Seefeld ist der Ort, an dem Jonas Omlins Karriere lanciert wurde – und den er auch heute noch oft besucht. «Früher», erinnert sich der 20-Jährige, «habe ich die Spiele des FC Sarnen auf dem alten Hauptplatz verfolgt und mir vorgestellt, wie es wäre, auch mal hier, so nahe an den Zuschauern, zu spielen.» Hier hat er seine ersten Bälle gefangen, zum ersten Mal die Fussballschuhe geschnürt. In der ersten Mannschaft der Sarner hat er nie gespielt – mit dem Verein ist er aber auch heute noch verbunden, auch wenn er nun beim FC Luzern unter Vertrag steht.

Anfänge im Team Obwalden

Wir sitzen im «Eleven», dem Restaurant des FC Sarnen, das – bei schönem Wetter – eine herrliche Aussicht auf den Sarnersee bietet. Der 20-Jährige wird sofort von Pascal Schorno erkannt. Der Wirt hatte vor vielen Jahren selbst als Torhüter die Nachwuchsabteilung des FC Luzern durchlaufen, den Sprung in die erste Mannschaft aber nie geschafft. Er klopft Omlin auf die Schulter. «Wir freuen uns für dich», sagt er, stellvertretend für den ganzen FC Sarnen, für den ganzen Kanton Obwalden.

Nach sechs Jahren steht erstmals wieder ein Obwaldner im Kader der ersten Mannschaft des FC Luzern. 2008 verliess Hervé Makuka den FCL Richtung Cham (heute beim FC Seefeld ZH), und Torhüter Norbert Sigrist kehrte zu Sarnen zurück, wo er heute noch spielt. Omlin hat beim FCL einen Profivertrag über drei Jahre erhalten – auch dank gezielter Nachwuchsförderung. 2002 wurde das Team Obwalden ins Leben gerufen. Die talentiertesten Junioren des Kantons konnten fortan gemeinsam trainieren. «Wir haben auch von guten Trainern profitiert», erzählt Omlin, der aber früh in die Nachwuchsabteilung des FC Luzern wechselte. Via Kriens ist er nun also dort angelangt, wo er immer hin wollte: im FCL-Profikader.

Jeden Tag pendelt Omlin von Sachseln nach Luzern. Momentan lebt er noch zu Hause bei seinen Eltern, aber er kann sich durchaus vorstellen, in näherer Zukunft eine eigene Wohnung zu beziehen. «Mein Freundeskreis ist hier, und meine Freundin wohnt hier, deshalb würde ich mir sicher was in Obwalden suchen», sagt er. Denn von Sachseln dauert die Autofahrt in die Allmend ins Training nur rund eine Viertelstunde.

Die Rollen sind klar verteilt

In der Garderobe sitzt Omlin nun neben Nedim Sacirovic und Jakob Jantscher. Aufregend seien die ersten Tage gewesen, erzählt er. Der Unterschied zu seinem früheren Verein, dem SC Kriens, ist riesig. Zum ersten Mal in seinem Leben bekam er einen massgeschneiderten Anzug. Und vom FCL-Ausrüster Adidas gab es drei Paar Fussballschuhe. «Bisher musste ich meine komplette Ausrüstung selbst bezahlen, nun kann ich zu unserer Materialwartin gehen und ihr sagen, was sie für mich bestellen soll», sagt Omlin mit glänzenden Augen. Diese Professionalität imponiert ihm.

Beim FCL ist Omlin nun dritter Goalie, hinter David Zibung und Lorenzo Bucchi. Die Rollen sind klar verteilt. Er trainiert mit den Profis, wird aber vorerst ausschliesslich in der U 21 zum Einsatz kommen. Der FCL setzt den 1,90 Meter grossen Torhüter nicht unter Druck, lässt ihm Zeit, um die Mannschaft, den Profibetrieb kennen zu lernen. «Die Umstellung ist riesig», sagt Omlin. Hilfreich waren für ihn vor allem die Gespräche mit Trainer Carlos Bernegger, der ihm genau aufgezeigt hat, was er mit ihm vorhat: «Er hat einen genauen Plan fürs erste halbe Jahr und kommuniziert offen. Das schätze ich sehr.» Er merke, dass Bernegger mit ihm etwas vorhabe. Der FCL-Trainer ist vom 20-Jährigen begeistert und meint, dass jener noch besser werden könne. Ihm gehöre die Zukunft.

Jonas Omlin wird beim FCL vorerst also nur eine Nebenrolle spielen. Doch nicht nur er, sondern all seine früheren Mitspieler und Trainer hoffen, dass in ein paar Jahren ein Obwaldner in Luzern eine Hauptrolle spielen wird.

Jonas von Flüe