Fussball
Der FC Luzern holt gegen Sion trotz klarer Überlegenheit nur einen Punkt

Die Partie in der Swissporarena war lange Zeit viel Kampf und Krampf. Der FCL schenkt in der Schlussphase den Gästen ein Tor, findet aber umgehend die Antwort zum 1:1.

Janick Wetterwald
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Matchbericht | Stimmen | FCL-Noten

Kurzbericht

Luzern hat in der Anfangsphase mehr den Ball, und die Gäste aus dem Wallis, mit dem neuen Trainer Marco Walker, machen kein Pressing, sondern warten an der Mittellinie. Die Aufgabe für den FCL lautet also, das Sion-Bollwerk zu knacken. Ob das gelingt ohne die Offensivkräfte Louis Schaub und Ibrahima Ndiaye (gesperrt) sowie Dejan Sorgic (verletzt)? In den ersten 20 Minuten erspielt sich das Heimteam keine Torchance, und die Gäste werden auch nur ansatzweise gefährlich. Es ist viel Krampf und Torchancen sind selten.

Das passende Bild zur ersten Halbzeit – viel Kampf, keine Tore.

Das passende Bild zur ersten Halbzeit – viel Kampf, keine Tore.

Bild: Urs Flüeler / Keystone

Nach 25 Minuten hat der FCL die Chance auf den Führungstreffer. Der schön freigespielte Aussenverteidiger Martin Frydek läuft aber statt auf das Tor vom Tor weg, bringt den Ball immerhin noch von der Grundlinie zur Mitte. Dort schiesst Varol Tasar und trifft den Pfosten. Sion kann immer wieder Nadelstiche setzen: Einem Treffer am nächsten kommt Matteo Tosetti mit seinem Schlenzer von der Strafraumgrenze. Mehr Höhepunkte hat die erste Halbzeit nicht zu bieten – 0:0 zur Pause.

In der zweiten Halbzeit kommen die Spieler besser in Fahrt. Beide Teams haben Torchancen, doch es steht auch nach 60 Minuten noch 0:0 – mit Vorteilen für das Heimteam. Die Luzerner erspielen sich mit zunehmender Spieldauer immer mehr Chancen. Die beste vergibt Yvan Alounga aus 6 Metern freistehend vor dem Tor. Sein Abschluss nach Vorlage von Pascal Schürpf klatscht an die Latte. In der Schlussphase der Partie fallen dann die Tore. Zuerst bringt Anto Grgic die Gäste entgegen dem Spielverlauf in Führung. Er profitiert von einem katastrophalen Fehlpass von FCL-Aussenverteidiger Frydek. Die Luzerner finden nach diesem Rückstand postwendend eine Antwort. Frydek legt an der Strafraumgrenze für Filip Ugrinic auf, der mit seinem strammen Schuss den Ausgleich erzielt.

Immerhin noch Luzerner Jubel im Heimspiel gegen Sion.

Immerhin noch Luzerner Jubel im Heimspiel gegen Sion.

Bild:Urs Flüeler / Keystone

Es bleibt beim 1:1. Das Unentschieden ist für den FCL nach dieser Partie zu wenig. Das Heimteam war klar besser und hätte in der zweiten Halbzeit in Führung gehen müssen. Stattdessen schenkte man den Gästen ein Tor, und so reichte es dank dem schnellen Ausgleich nur noch für die Punkteteilung.

Die wichtigsten Szenen der Partie

Die FCL-Startelf gegen Servette:

11. Minute: Der erste Aufreger der Partie. Matteo Tosetti kommt zum Abschluss, FCL-Goalie Marius Müller kann den Ball nach vorne abwehren. Die Aktion wird dann vom Pfiff von Schiedsrichter Adrien Jaccottet unterbrochen – Tosetti stand im Abseits.

19. Minute: Ein Sion-Freistoss tritt Anto Grgic gefährlich auf den langen Pfosten – an Freund und Feind vorbei.

25. Minute: Die erste FCL-Torchance nach einem guten Seitenwechsel von Lorik Emini auf die linke Seite zu Aussenverteidiger Martin Frydek. Der Tscheche läuft vom Tor weg, statt direkt auf das Tor. Immerhin bringt er denn Ball noch zur Mitte, wo Varol Tasar den Pfosten trifft. Da wäre mehr dringelegen für das Heimteam.

30. Minute: Tosetti kommt an der Strafraumgrenze an den Ball und schlenzt nur knapp am Tor vorbei.

+ Pause +

47. Minute: Sion mit der ersten Chance in der zweiten Halbzeit. Eine Flanke fliegt durch den FCL-Strafraum, und am zweiten Pfosten steht Ivan Martic völlig frei. Sein Schuss zieht am Kasten von Müller vorbei – das war eine gute Möglichkeit.

52. Minute: Frydek schlägt einen langen Ball in die Spitze auf Filip Ugrinic. Dieser nimmt den Ball gut mit und zieht ab – ins Aussennetz.

54. Minute: Gutes Durchspiel der Luzerner. Am Ende kommt Pascal Schürpf im Sion-Strafraum an den Ball, bringt aber zu wenig Kraft auf für seinen Schuss. Goalie Kevin Fickentscher hält den Ball.

65. Minute: Pascal Schürpf läuft frei über links im gegnerischen Strafraum. Seine Hereingabe findet keinen FCL-Spieler, sondern wird von einem Verteidiger zum Eckball geklärt.

67. Minute: Ein Freistoss von Filip Ugrinic zieht am weiten Pfosten vorbei – da wäre Sion-Keeper Fickentscher überlistet gewesen.

72. Minute: Yvan Alounga vergibt eine grosse Gelegenheit auf den Führungstreffer. Der junge Stürmer wird von Ugrinic und Schürpf freigespielt und trifft frei vor dem Tor aus 6 Metern die Latte.

76. Minute – Tor Sion: Martin Frydek spielt den Ball nahe vor dem eigenen Tor in die Mitte auf den Sion-Spieler Anto Grgic. Dieser schiesst auf das verwaiste Tor, weil Marius Müller neben dem Tor stand als Anspielmöglichkeit für Frydek. Der Deutsche Goalie kann den Ball zwar noch mit der Hand wegschlagen, doch das Leder hat die Linie überquert. Sion führt entgegen dem Spielverlauf.

78. Minute – Tor FCL: Ugrinic trifft mit einem satten Schuss aus 16 Metern. Nach einer Flanke erkämpfen sich die Luzerner den Ball im gegnerischen Strafraum, Frydek legt auf für Ugrinic. Die schnelle Antwort des Heimteams – 1:1.

79. Minute: Samuel Alabi gibt sein Comeback beim FCL – er kommt für Emini ins Spiel.

Statistik zum Spiel

FCL vs. Sion 1:1

FC Luzern FC Sion
Schüsse 15 8
Schüsse aufs Tor 5 5
Ballbesitz 63% 37%
Eckbälle 5 2
Fouls 16 16
Offsides 0 3
Gelbe Karten 1 4

Das Telegramm

Luzern – Sion 1:1 (0:0)
Swisspor-Arena. – Keine Zuschauer. – SR Jaccottet.
Tore: 76. Grgic 0:1. 78. Ugrinic (Frydek) 1:1.
Luzern: Müller; Sidler, Knezevic, Burch, Frydek; Tasar, Wehrmann, Emini (79. Alabi), Ugrinic (90. Grether); Schürpf, Alounga.
Sion: Fickentscher; Martic (87. Uldrikis), Bamert, N’Doye, Abdellaoui; Tosetti (77. Araz), Baltazar, Serey Dié, Theler; Grgic; Tupta (63. Karlen).
Bemerkungen: Luzern ohne Ndiaye, Schaub (gesperrt), Binous, Ndenge, Schulz (verletzt). Sion ohne Andersson, Clemenza, Doldur, Hoarau, Iapichino, Kabashi, Khasa, Ruiz, Wesley, Zock (alle verletzt). Verwarnungen: 33. N’Doye. 39. Serey Dié. 53. Tosetti. 57. Emini. 75. Theler.

Resultate & Tabelle

Ausblick

Nach der Nati-Pause tritt der FCL am Ostersamstag, 3. April, in Lausanne an. Anpfiff ist um 18:15 Uhr.