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FUSSBALL: Der FCL kann heute seine Saison retten

Ausreden zählen heute nicht mehr für Luzern im Cup-Halbfinal in Basel (19.00, SRF 2). Die FCL-Profis erhalten nun doch eine Finalprämie, sie sind erholt, und der Trainer kann seine Besten einsetzen.
Daniel Wyrsch
FCL-Trainer Carlos Bernegger kann heute einem gut erholten Dimitar Rangelov Anweisungen fürs Offensivspiel geben. (Bild Philipp Schmidli)

FCL-Trainer Carlos Bernegger kann heute einem gut erholten Dimitar Rangelov Anweisungen fürs Offensivspiel geben. (Bild Philipp Schmidli)

1968: Basel siegt im Achtelfinalspiel des Schweizer Cups gegen Luzern mit 3:1. Im Bild kann sich Luzerns Stürmer Kudi Müller (Nr. 9) nicht gegen die Basler Marcel Kunz (links) und Peter Ramseier durchsetzen. (Bild: Keystone)
Im gleichen Spiel schiesst Basels Otto Demarmels (rechts, helles Trikot), bedrängt vom Luzerner Verteidiger Richter, das 1:0. (Bild: Keystone)
1983: Energischer David Fairclough: Hier kam der Brite gegen seinen Bewacher Süss und Goalie Suter zwar zu spät. Nachher war es dann allerdings umgekehrt. (Bild: Archiv Neue LZ)
1995: Die Allmend tobt dank «Günti». Dank Toren von Stefan Wolf und Urs Güntensperger gewinnt der FCL gegen Basel 2:0. Auf dem Bild: Stefan Wolf, Herbert Baumann, Beat Mutter und Agent Sawu (von links). (Bild: Archiv Neue LZ)
2007: FCL-Torhüter David Zibung foult den Basler Scott Chipperfield. Dank des Penaltytors gewinnen die Basler den Cupfinal im Berner Wankdorf-Stadion mit 1:0. (Bild: Keystone)
16. Mai 2012: Basels Xherdan Shaqiri verwandelt den entscheidenden Penalty gegen Luzerns David Zibung. Basel gewinnt den Cupfinal gegen Luzern mit 4:2 nach Penalyschiessen (1:1 n.V, Tore: Huggel und Puljic). (Bild: Keystone)
16. Mai 2012: FCL-Präsident Walter Stierli tröstet Stürmer Adrian Winter. (Bild: Philipp Schmidli)
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FCL gegen FCB: Historische Cup-Duelle

Das grosse Thema beim FC Luzern ist seit drei Monaten der Cup. Intern ist es das erklärte Ziel, am Ostermontag den «Kübel» zu holen. Doch zuvor muss die Mannschaft heute (19.00/SRF 2) den Halbfinal im St.-Jakob-Park gegen den Serienmeister FC Basel überstehen.

FCL-Sportdirektor Alex Frei (34) sagte vor zwölf Tagen im Interview mit unserer Zeitung: «Ich wüsste nicht, für was Fussballer sonst spielen sollen, als wenn sie Geschichte schreiben können. Unsere Mannschaft hat immer noch die Möglichkeit, selber zu bestimmen, ob sie eine Randnotiz in der Geschichte des FC Luzern sein oder eine ganze Seite im Vereinsbuch bekommen wird.»

Frei erklärte in den letzten Monaten, dass der Verein eine Initialzündung brauche wie der Gewinn des Cups. Es ist offensichtlich: Der Sportchef, der als Spieler bekannt für Ehrgeiz und Erfolgshunger war, will die Gelegenheit beim Schopf packen und mit den Zentralschweizern den ersten nationalen Pokal nach den Cupsiegen von 1960 und 1992 sowie dem Meistertitel 1989 holen.

Frei verliert den Machtkampf

Frei hatte ursprünglich einen besonderen Leistungsanreiz schaffen wollen, indem er den Spielern die Prämie bei einem Finaleinzug erst nach dem Gewinn des Cupfinals ausbezahlt hätte. Doch daraus ist nichts geworden. Die FCL-Profis haben sich mit den Klubverantwortlichen geeinigt, würden bei einem Erfolg heute in Basel bereits eine Prämie auf sicher haben (siehe Box). Für den Sportchef eine kleine Niederlage im Machtkampf mit den Profis, die in dieser Rückrunde öfter mit enttäuschenden Leistungen als durch positive Auftritte aufgefallen sind. Von acht Liga-Spielen sind fünf Partien verloren gegangen, das ist eine Niederlage mehr als nach allen 18 Vorrundenmatches.

Der Cup ist ein anderer Wettbewerb, da muss es nicht viel bedeuten, dass der FCL seit dem 30. November 2013 und dem 2:1 bei GC fünf Spiele hintereinander nicht auswärts gewonnen hat.

Positiv ist dafür, dass Carlos Bernegger, der frühere U-21-Trainer des FCB, mit Luzern in Basel noch nie verloren hat. Am 28. April 2013 gewann der FCL 3:0, und am 14. Dezember letzten Jahres endete ein weiteres Ligaspiel 1:1. «Es sind immer wieder tolle Gelegenheiten, auf dieser Bühne zu spielen», sagt Bernegger. Die Vorfreude auf den Auftritt im grössten Stadion der Schweiz ist bei ihm spürbar. «Alle sind doppelt motiviert. Wir können aus der Komfortzone treten und sind nicht in der Favoritenrolle. In einem Spiel kann so viel passieren.» Auch wenn der Schweiz-Argentinier weiss: «Die Spiele im St. Jakob dauern lange 90 Minuten.» Heute könnte die Cuppartie mit der Verlängerung sogar 120 Minuten dauern plus Penaltyschiessen. Elfmeter hat der FCL-Trainer für den Fall der Fälle gestern Nachmittag beim Abschlusstraining üben lassen.

Mit drei erholten Spielern

Dabei haben die Luzerner bis dato viele schlechte Erinnerungen an Penaltyschiessen. Vor zwei Jahren im Final gegen den FCB mussten sie sich nach einem 1:1 mit 2:4 in der Elfmeterlotterie geschlagen geben. Der damalige Luzern-Trainer und heutige Coach der Basler, Murat Yakin, erinnert sich: «Der Final war sehr unglücklich für den FCL verlaufen, der Sieg wäre verdient gewesen.»

Bernegger hat nun als Nachfolger von Yakin und Ryszard Komornicki die Chance, Luzern zu diesem Prestigeerfolg zu führen. Auch wenn der sonst meist authentische Bernegger mit fadenscheinigen Ausreden dementiert hat, dass er Dimitar Rangelov und Michel Renggli beim peinlichen 0:1 am Sonntag in Lausanne während fast einer Stunde schonte, ist allen klar: Goalgetter Rangelov (8 Liga- und 6 Cuptore) und Captain Renggli gehen plangemäss erholt in diesen wichtigen Match. Joker Mahmoud Kahraba ist völlig ausgeruht, da er gegen Zürich gesperrt war und in Lausanne pausierte.

Coach Bernegger kann mit Ausnahme des verletzten Sally Sarr aus dem Vollen schöpfen. Ausreden zählen heute Abend nicht mehr.

Hinweis
Liveticker auf www.luzernerzeitung.ch

SBB-Extrazug von Luzern (ab 16.24), Halt in Sursee, (ab 16.43) nach Basel St. Jakob (an 17.28). Retour Basel St. Jakob (21.28), Halt in Sursee (an 22.15), nach Luzern (an 22.34). Mit Halbtax-Abo 22 Franken, ohne Halbtax-Abo 44 Franken.

Höhere Cupsiegerprämie für FCL

Die Profis des FC Luzern haben sich am Verhandlungstisch durchgesetzt. Während Sportchef Alex Frei (34) die Prämien für den Finaleinzug erst bei einem Cupsieg an die Spieler ausgeschüttet hätte, wird der Verein seine sportlichen Aushängeschilder bereits belohnen, wenn sie heute im «Joggeli» den klaren Favoriten FC Basel im Halbfinal besiegen.

Frei hat dennoch für einen Leistungsanreiz gesorgt. Der junge Sportchef zahlt nicht wie vor zwei Jahren die damalige Klubleitung 5000 Franken für den Finaleinzug aus. Heute sind es 3000 Franken pro Spieler. Dafür hätte 2012 der Sieg im Endspiel noch einmal «nur» 5000 Franken gebracht, heuer wäre der Cupsieg für jeden FCL-Profi 10 000 Franken wert.

Yakin: «Das ist wohl Luzerns einzige Chance auf ein Ticket für Europa»

dw. Murat Yakin (39, im Bild) begrüsst gestern Nachmittag zwei Dutzend Journalisten zur Medienkonferenz im St.-Jakob-Park. Der Ex-FCL-Trainer Yakin lächelt freundlich, es läuft ihm gut in Basel. Er steht mit seiner Mannschaft nach einem Parforce-Sieg in Salzburg im Viertelfinal der Europa League, wo nun Valencia mit Philippe Senderos wartet. In der Meisterschaft führt der FCB mit drei Punkten Vorsprung auf den letzten ernsthaften Verfolger GC. Und im Cup heisst der Halbfinalgegner heute im eigenen Stadion Luzern. Dank des Heimvorteils ist Basel eindeutiger Favorit.

Der Serienmeister, der in den letzten sieben Jahren fünfmal im Cupfinal stand und bis auf letztes Jahr (im Penaltyschiessen gegen GC) all diese Endspiele gewann (2007, 2008, 2010, 2012), geht mit grossem Selbstvertrauen in diesen Match. Über die Dreifachbelastung Europacup, Meisterschaft und Cup macht sich gemäss Yakin beim FCB kein Profi Gedanken: «Die Spieler sind froh, wenn sie alle drei Tage einen Match haben. Wir können rotieren.»

Trotzdem wäre Basels Coach natürlich froh, wenn der Halbfinal nach 90 Minuten für sein Team entschieden wäre. Doch Yakin ist viel zu erfahren, um nicht für alle Eventualitäten gewappnet zu sein. «Ich rechne immer damit, dass es zu einem Penaltyschiessen kommen könnte.» Er hätte sich bereits auf fünf Schützen festgelegt.

Yakin ist ein Trainer, der vor einem wichtigen Match auf der Klaviatur der Gefühle spielen kann. Darauf angesprochen, ob er andere Luzerner als zuletzt in der Meisterschaft erwarte, da der Cupsieg das grosse Ziel des Klubs sei, antwortet er: «Carlos Bernegger hat offensichtlich einige Spieler geschont, er wird sicher die, die er in Lausanne auf die Ersatzbank setzte, von Anfang an einsetzen.»

Erst 11 300 Tickets verkauft

Yakin ist bestens informiert. Er weiss, dass Alain Wiss angeschlagen und Sally Sarr verletzt ist. Er findet, dass sich seit seiner Zeit in Luzern nicht viel im Team verändert hat. «Es ist mehr oder weniger noch immer die gleiche Mannschaft.» Die Frage, ob er den frühen FCL-Einbruch in dieser Rückrunde erwartet hat, will er nicht beantworten. Er warnt vor einem gefährlichen Gegner, bei dem der Cup hoch gewichtet werde. «Ich weiss genau, welche Euphorie ein Cupfinaleinzug in der Region Luzern auslösen kann.»

Yakin, der 2012 mit dem FCL gegen Basel und 2013 mit Basel gegen GC zweimal im Penaltyschiessen den Cupsieg verpasste, lobt Luzern für den Sieg gegen Zürich. «Das war ein konzentrierter Auftritt, der FCL stand gut.» Fast beiläufig sagt er: «Sie werden hier auch gut eingestellt sein. Das ist wohl Luzerns einzige Chance auf einen europäischen Platz.» Diese Aussage sitzt. Yakin stichelt. Oder reizt er gar seinen Ex-Stürmer Alex Frei? Später sagt Yakin: «Ich würde den Sieg auch Alex und Carlos gönnen. Es ist schliesslich ein Fussballspiel.» Und für dieses wurden im Vorverkauf nur 11 300 Tickets abgesetzt.

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