FUSSBALL: Der FCL schickt Trainer Babbel auf einen Alleingang

Wenn das nur kein schlechtes Omen für die am Sonntag in Lausanne beginnende Rückrunde ist: FCL-Cheftrainer Markus Babbel musste bei der SFL Award Night Anfang Woche in Luzern mutterseelenallein über den Roten Teppich zum KKL gehen. Als einziger aller zehn Super-League-Trainer.

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Trainer Markus Babbel hat seinen Vertrag mit dem FC Luzern um ein weiteres Jahr verlängert. (Bild Pius Amrein)

Trainer Markus Babbel hat seinen Vertrag mit dem FC Luzern um ein weiteres Jahr verlängert. (Bild Pius Amrein)

Der FC Basel demonstrierte mit dem öffentlich hart kritisierten Coach Urs Fischer Solidarität, indem Präsident Bernhard Heusler an seiner Seite vor den Fans und Medienschaffenden ins KKL ging. Selbst GC-CEO Manuel Huber zeigte Zusammenhalt mit Coach Pierluigi Tami, obwohl zwischen den beiden in der Vorbereitung nicht alles rund gelaufen ist.

Doch was war beim FCL schief gelaufen, dass Markus Babbel vor der Luzerner Nachtkulisse ohne Begleitung und zügigen Gangs zur SFL-Gala ins KKL schreiten musste? «Ich habe mich von der Mannschaft distanziert!», beantwortet Babbel die Frage an der Freitag-Medienkonferenz augenzwinkernd. Doch dann erklärt er ernsthaft: «Es hat geheissen, einer soll vorausgehen, ich soll als Erster vorne weg gehen.» Der Coach des Super-League-Tabellenvierten machte es wie angeordnet. Doch dann habe er zu seiner eigenen Überraschung bemerkt: «Es folgt mir ja gar keiner. Mir war kalt, die Jungs sassen noch im warmen Bus, da wollte ich schnell durchgehen.»

Missverständnis oder Scherz?

Babbel nimmt den Vorfall gelassen: «Das war ein kleines Missverständnis, das bei mir ein Schmunzeln ausgelöst hat.» FCL-CEO Marcel Kälin klärt allerdings auf: «Wir haben uns einen kleinen Scherz mit unserem Trainer erlaubt!»

Für den FCL ist zu hoffen, dass die Luzerner am Sonntag in der Lausanner Pontaise mit ihrem Trainer keinen Scherz mehr machen. Wie immer ist der Start in eine Halbsaison sehr wichtig. Vor einem Jahr missriet der Auftakt in die Rückrunde total: Sechs Pflichtspiel-Niederlagen bescherten dem damaligen Präsidenten Ruedi Stäger schlaflose Nächte. Er hatte genau in dieser Phase den Vertrag mit Babbel vorzeitig um zwei Jahre bis 2018 verlängert. Das trug Stäger sehr heftige öffentliche Kritik ein. Am Schluss der Saison standen Stäger und Babbel mit Luzern aber auf Platz 3 und im europäischen Geschäft.

Stäger wäre mit Babbel gegangen

Ob der Scherz mit Babbel gelungen ist oder nicht, darüber lässt sich streiten. Was sicher ist: Ruedi Stäger hätte Markus Babbel nicht allein über den Roten Teppich geschickt, die Freunde wären Seite an Seite gegangen. Die beiden pflegen auch nach Stägers erzwungenem Rücktritt als FCL-Präsident weiterhin eine Männerfreundschaft.

dw