FUSSBALL: Der Mann, den die FCL-Spieler fürchten

Er ist verantwortlich dafür, dass die Gegner den FCL-Profis nicht davonrennen: Christian Schmidt (42), der neue Konditionstrainer des FC Luzern.

Turi Bucher
Drucken
Teilen
Ist von der professionellen Mentalität der FCL-Spieler beeindruckt: Konditionstrainer Christian Schmidt. (Bild: Manuela Jans / Neue LZ)

Ist von der professionellen Mentalität der FCL-Spieler beeindruckt: Konditionstrainer Christian Schmidt. (Bild: Manuela Jans / Neue LZ)

Seine Mutter ist Österreicherin, sein Vater Deutscher, selber aufgewachsen ist er auf Korsika. Schmidt verliess Korsika mit 18, um in Nizza zu studieren. Seither war er Konditionstrainer von diversen französischen Ligue-1-Klubs, Nice eben, Monaco und dazwischen Stade Rennes. Von 2003 bis 2009 war er in Rennes, machte dort auch die Bekanntschaft mit dem damaligen Rennes-Topskorer Alex Frei. Der heutige FCL-Sportchef Frei sagt über Schmidt: «Christian ist eine ehrliche Haut, ein richtiges Arbeitstier. Er liebt den Fussball, und er liebt es noch mehr, die, die ihn spielen, im Konditionstraining zu quälen ... aber auf eine motivierende Art natürlich.»

Klarstellung des Konditionstrainers

Ja, welcher Fussballer liebt schon den Konditionstrainer, den «Préparateur Physique», wie er in Frankreich genannt wird? Nun sind es Zibung, Puljic, Gygax und Co., die für die Saisonvorbereitung unter Schmidt leiden müssen. Schmidt aber stellt gleich klar: «Die Fussballer machen das ja nicht für mich. Sondern für sich selber. Wer das kapiert hat, der hat schon mal einen wichtigen Schritt für seine Karriere getan.»

Er habe am vorletzten Montag, als der FC Luzern unter Cheftrainer Carlos Bernegger das Training für die neue Saison aufnahm, «eine schöne Überraschung erlebt», sagt Schmidt. «Die FCL-Spieler haben mich mit ihrer professionellen Mentalität beeindruckt. Und das sage ich nicht, weil ich hier in Luzern neu bin. Es ist die reine Wahrheit.»

Schmidt weiss, wovon er spricht, er spricht von 15 Jahren Tätigkeit als Konditionstrainer, unter anderem auch für die tunesische Fussball-Nationalmannschaft. «Es geht jetzt in dieser wichtigen Phase vor dem Saisonstart nicht darum, wer konditionell der Beste ist, wer am fittesten ist, sondern darum, für jeden individuell das Bestmögliche herauszuholen und das Team so zu stärken. Mit anderen Worten: Es geht darum, dass wir das erste Spiel gegen Lausanne gewinnen.»

Lezcano: Schritt für Schritt

Eine Schmidt’sche Spezialbehandlung erfährt derzeit Dario Lezcano. Der paraguayische Stürmer, der am kommenden Sonntag 23 Jahre alt wird, tastet sich nach seiner Meniskusverletzung wieder an den Trainingsalltag heran. «Schön Schritt für Schritt», sagt Schmidt, «Lezcano befindet sich in einer gefährlichen Phase, ich möchte nicht, dass er einen Rückfall erleidet, sich wieder verletzt.» Man müsse nun mit Lezcano, so Schmidt weiter, jede Woche Bilanz ziehen, «denn wir sprechen hier nicht von nackten Zahlen, nicht von Mathematik, sondern von einem verletzten Fussballer».

Schmidt, der Mann aus Bastia, wohnt zurzeit in einem Appartement in einem der beiden Hochhäuser neben der Swissporarena, wird Mitte Juli aber nach Volketswil zügeln. Dann nämlich, wenn seine Frau, eine Italienerin, und seine drei Söhne Robin (13), Matteo (10) und Diego (6) in der Schweiz eintreffen. Die Kinder werden dann nach den Schulferien in das Lycée Français Marie Curie in Dübendorf zur Schule gehen.

Schmidt war zuletzt zusammen mit dem ehemaligen Nice-Trainer Antoine Kombouaré für neun Monate beim saudi-arabischen Klub Al Hilal tätig. Die Familie blieb in Frankreich. «Sie hat mir sehr gefehlt, das war das letzte Mal, dass ich über eine derart lange Zeitspanne ohne meine Lieben bin.»

3 Tipps für die persönliche Fitness

Schmidt hat aber auch bemerkt, dass der Schulbesuch der Kinder in der Schweiz im Vergleich mit Frankreich «ziemlich viel mehr kostet. Womöglich hätte ich bei einem französischen Verein in der Ligue 1 mehr verdienen können. Aber ein grosser Vertrag ist nicht das Wichtigste. Der FCL hat mir eindrücklich signalisiert, dass er mich unbedingt will. Das hat für mich gezählt.»

Zum Schluss gibt Christian Schmidt, der erfahrene Konditionstrainer aus dem Spitzenfussball-Business, den Lesern unserer Zeitung drei täglich anwendbare Tipps für eine bessere persönliche Fitness:

1. Täglich 30 Minuten gehen
2. Vernünftig und fettarm essen
3. Genug Schlaf