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FUSSBALL: Der Mann mit dem Winner-Gen

Michael Frey kehrt morgen (16.00, SRF 2) im YB-Dress nach Luzern zurück. Beim FCL hat der Ex-Leihstürmer aus Lille immer noch einen hervorragenden Ruf.
Daniel Wyrschdaniel.wyrsch@luzernerzeitung.ch
Ungewöhnlicher Profi: YB-Angreifer Michael Frey. (Bild: Anthony Anex/Keystone)

Ungewöhnlicher Profi: YB-Angreifer Michael Frey. (Bild: Anthony Anex/Keystone)

Nur selten kommt es vor, dass ein Spieler den Medien nicht zur Verfügung steht. In dieser Woche passierte es mit Michael Frey (22) von den Young Boys. Die Berner wollten den Ex-Luzerner vor dem morgigen Match nicht von unserer Zeitung interviewen lassen. Vielleicht, weil Frey am Donnerstag auswärts gegen Apoel Nikosia (0:1) im Einsatz stand und gestern erst mit YB nach Bern zurückgereist ist. Doch der wahre Grund für den Maulkorb ist wahrscheinlich der Kampf zwischen den Bernern und den Luzernern im Juni um die Verpflichtung des Schweizer U-21-Nationalspielers.

Der FCL hatte im Sommer «alles in die Waagschale geworfen, um Frey im Team zu behalten», wie sich Trainer Markus Babbel ausdrückt. Am Ende mussten sich die Innerschweizer damit abfinden, dass der Münsinger von Lille zurück zu YB ging – nachdem er ein halbes Jahr lang an den FCL ausgeliehen war. Bekanntlich können die Verantwortlichen in Bern hohe Löhne bezahlen, im Vergleich dazu stand man in Luzern trotz des Auslotens der Budgetobergrenze auf verlorenem Posten.

Babbel lobt Freys Mentalität

Babbel betont bei jeder Gelegenheit, dass er mit den neuen Stürmern Tomi Juric (25) und Cedric Itten (19) zufrieden ist. Trotzdem findet er: «Michael Frey war ex­trem wichtig für uns. Weil er dieses Gen hat, diesen unbedingten Willen, auch wenn es wehtut, wenn es gerade nicht läuft. Aber er wollte immer!» Babbel bezeichnet Frey als Glücksgriff für Luzern. In den 17 Super-League-Spielen, die er im Frühling für den FCL bestritt, schoss er vier Tore und gab vier Assists. Doch der grösste Wert von Frey für die Luzerner Mannschaft war seine unermüdliche Kampf- und Laufbereitschaft. Exemplarisch für die überragende Einstellung ist seine Aussage nach der 1:2-Niederlage im Cup-Halbfinal gegen Lugano, als er in der tiefsten sportlichen Krise mit sechs Pleiten in Folge energisch in eine TV-Kamera sprach: «Jetzt wird es hier gäng lauter, die Unruhe grösser. Ist scheissegal, jetzt geben wir erst recht Gas!» Er hielt, was er versprach. Bekanntlich wurde der FCL am Schluss Dritter.

Bereits fünf Saisontore auf dem Konto

Frey stürmt seit dieser Saison wieder für YB, er stand in acht von 13 Runden in der Startaufstellung, wurde viermal eingewechselt und schaute einmal zu. Fünf Tore erzielte er bislang. Sicher hat er auch davon profitiert, dass Guillaume Hoarau verletzt war und Alexander Gerndt noch immer verletzt ausfällt. Auch YB-Trainer Adi Hütter nimmt Frey als ungewöhnlichen Profi wahr: «Er ist ein eigener Spieler, im positiven Sinn. So einen Typen habe ich noch nie trainiert. Er ist anders als alle anderen. Er saugt alles auf wie ein Schwamm, nimmt enorm viel wahr. Und auch seine Mimik und Gestik sind einzigartig.»

Frey erklärte dem «Blick», dass er nicht nur des Geldes wegen nach Bern zurückkehrte: «Wenn man die Ambitionen des Klubs und das Stadion anschaut, steht YB schon noch vor Luzern.» Seine Rückkehr ins FCL-Stadion wird nun mit Spannung erwartet.

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