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FUSSBALL: Der Ruf nach Jantscher und Ianu

Die Sorgen in der FCL-Abwehr hat Rückkehrer Tomislav Puljic aus der Welt geschafft. Doch nun haben sich die Probleme mit dem Toreschiessen akzentuiert.
Wurde gegen St. Gallen erst in der 69. Minute eingewechselt: Jakob Jantscher. (Archivbild Philipp Schmidli)

Wurde gegen St. Gallen erst in der 69. Minute eingewechselt: Jakob Jantscher. (Archivbild Philipp Schmidli)

Daniel Wyrsch

Die gröbsten Schwierigkeiten in der Abwehr dürften beim FC Luzern behoben sein. Nach den ersten beiden Rückrundenspielen gegen YB (1:1) und St. Gallen (0:0) sprechen die Zahlen für sich: In zwei Spielen mussten die Innerschweizer nur ein Gegentor hinnehmen. Zur positiven Entwicklung hat die verbesserte defensive Disziplin des Teams beigetragen und Tomislav Puljic. Der nach einer halben Saison zum FCL zurückgekehrte Kroate stabilisiert mit seiner Kopfballstärke und konsequenten Abwehrarbeit die Verteidigung.

In der Vorrunde war es die schwächste Defensive der Liga. Aus 18 Spielen resultierten 31 Gegentore, ein Schnitt von 1,72 pro Match. Nur GC hatte die selbe Lotter-Abwehr wie Luzern.

Doch bei aller Freude, dass der FCL jetzt im Vergleich zu GC (mit schon acht Gegentreffern in der Rückrunde) deutlich kompakter wirkt, bereitet der Blick auf die Offensivbilanz Sorgen. Die Luzerner brachten in zwei Partien nur ein Tor zu Stande. Puljic erzielte mit dem 1:1 gegen YB den bisher einzigen Treffer eines Verteidigers.

Die Chancenauswertung war schon in der Vorrunde schwach: Bloss 21 Tore aus 18 Spielen sind im Schnitt 1,16 pro Partie. Nur Vaduz (14), Aarau (16) und Sion (18) waren zur Saisonhälfte schlechter in der Torproduktion.

Irritationen im Umfeld

Im FCL-Umfeld ist man irritiert, dass die Trainer in den ersten zwei Rückrundenpartien jeweils erst in den letzten 15 bis 20 Minuten Jakob Jantscher (26) auf den Platz schickten. Der Österreicher ist immerhin der beste Vorlagengeber der Liga mit acht Assists. Kein Wunder, fragt beim Verein auf Facebook ein besorgter Anhänger: «Warum spielt Jakob Jantscher nicht von Anfang an?»

Unsere Zeitung konfrontierte Assistenztrainer Roland Vrabec gestern nach dem Training mit der Frage nach Jantscher. Vrabec leitete die Übungseinheit mit den Ersatzspielern, FCL-Cheftrainer Markus Babbel war nicht anwesend. Gibt es die Überlegung, im Kellerduell vom nächsten Sonntag (13.45, Swissporarena) gegen Aarau Jantscher in der Startformation aufzustellen? Vrabec: «Jakob, Cristian Ianu und Jahmir Hyka müssen sich im Training aufdrängen und die bisherigen ersten Elf unter Druck setzen. Ich glaube, gegen YB und St. Gallen hatten wir insgesamt zehn fast 100-prozentige Torchancen gehabt. Das ist eine sehr hohe Quote gegen Gegner aus der oberen Tabellenhälfte.» Er lobte, wie sie Torchancen kreieren würden, aber sie müssten natürlich im Abschluss besser werden.

Ianu nur ein «Bänkliwärmer»?

Der treffsicherste Luzerner der Vorrunde, Marco Schneuwly, hat den Tritt noch nicht gefunden. Gerade dessen Ersatz Ianu hat für noch mehr Reaktionen von FCL-Interessierten auf sozialen Netzwerken gesorgt als Jantscher. Eine Userin schrieb: «Wann bekommt Cristian Ianu endlich seine Chance?» In einem anderen Kommentar stellt jemand anonym, aber umso schärfer fest: «Hauptsache, der FCL hat Ianu als ‹Bänkliwärmer› zurückgeholt.»

Dabei hat der 31-jährige Rumäne in 140 Super-League-Spielen für Luzern, Aarau und Sion 45 Tore geschossen und 25 Assists gegeben. Sportchef Rolf Fringer holte den Goalgetter am 9. Januar nach drei Jahren zum FCL zurück. Mit 13 Toren in 17 Partien war er in der Hinrunde für Lausanne der erfolgreichste Schütze der Challenge League.

Doch warum hat Ianu seit der Rückkehr keine Minute gespielt? Vrabec: «Unser Spiel ist sehr laufintensiv, wir verlangen von unseren Spitzen, dass sie defensiv sehr gut mitarbeiten. Wir verlangen, dass sie bei Ballbesitz lange Wege gehen. Cristian ist jetzt sechs Wochen dabei, muss das noch verinnerlichen.» Zudem sei Ianus Spiel nicht diese Laufintensität, sondern der Riecher vor dem Tor. Die Worte von Vrabec ähneln jenen von Murat Yakin, der Ianu als Trainer einst aus Luzern verjagte. Trotzdem gibt es eine leise Hoffnung für Ianu, gegen Aarau wenigstens einen Teileinsatz zu haben, wenn Vrabec sagt: «Wenn wir gegen Gegner zu Hause spielen, die sehr tief hinten reinstehen, dann brauchst du so jemanden.»

Mit Feuer bei der Sache

Ianu gehörte bei den Mätschlis gestern zu den Besten. Wie Goalie Lorenzo Bucchi zeigte er Emotionen und Winnermentalität. Das Feuer brennt in Ianu, er will spielen. Er sagt: «Ich bin mit meiner Situation nicht zufrieden, trainiere aber weiterhin engagiert, damit ich bereit bin, wenn der Trainer mich braucht.»

Der St.Galler Dzengis Cavusevic, rechts, im Kopfballduelle mit dem Luzerner Claudio Lustenberger. (Bild: Keystone)
Der St.Galler Stephane Besle, rechts, versucht einen Schuss auf das Tor von David Zibung. (Bild: Keystone)
Der St.Galler Marco Mathys, links, trauert einer verpassten Chance nach. (Bild: Keystone)
Luftkampf zwischen dem St.Galler Everton, links, und dem Luzerner Adrian Winter. (Bild: Keystone)
Der St.Galler Yannis Tafer, Mitte, und der Luzerner Oliver Bozanic, links, kämpfen um den Ball. (Bild: Keystone)
Schiedsrichter Nikolaj Haenni, rechts, unterhaät sich mit dem St. Galler Pascal Thrier. (Bild: Keystone)
St.Galler Fans feuern ihre Mannschaft an. (Bild: Keystone)
FCL-Trainer Markus Babbel. (Bild: Keystone)
Der St.Galler Stephane Besle, links, im Zweikampf mit dem Luzerner Adrian Winter. (Bild: Keystone)
Der St.Galler Nisso Kapiloto, links, und der Luzerner Oliver Bozanic kämpfen um den Ball. (Bild: Keystone)
Der St.Galler Stephane Besle, links, im Zweikampf mit dem Luzerner Dario Lezcano. (Bild: Keystone)
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St. Gallen - Luzern 0:0

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