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FUSSBALL: Die FCL-Sehnsucht nach der Konstanz

Luzern startet heute (17.45) in Lugano in die Saison. Vieles spricht für eine gute Spielzeit. Doch Fussball ist unberechenbar – und so auch der FCL. Eine Analyse.
Daniel Wyrsch
FCL-Neuzugang Cedric Itten. (Bild: Nadja Schärli / Neue LZ)

FCL-Neuzugang Cedric Itten. (Bild: Nadja Schärli / Neue LZ)

Daniel Wyrsch

Die Spieler des FC Luzern sind aufgeregt wie Erstklässler vor der ersten Schulreise. Heute um 17.45 Uhr beginnt die Saison mit dem Startspiel in Lugano. Dabei ist die Nervosität im Lager der Innerschweizer durchaus als gutes Zeichen zu verstehen.

Die Einstellung der Profis stimmt. Cheftrainer Markus Babbel hat als oberste Zielsetzung herausgegeben: «Woche für Woche die maximale Leistung auf den Platz zu bringen.» Das ist wahrlich keine neue Motivation aus der grossen Welt des Fussballs, aber für die FCL-Spieler ist es das höchste Gebot, diese Forderung des Coaches zu erfüllen.

Die Gewissheit der inneren Kraft

Frisch sind noch die Erinnerungen an die letzte Saison, als die Luzerner zu Beginn der Rückrunde sechs Pflichtspiele hintereinander verloren. Das will keiner der Beteiligten mehr erleben. Mit einer starken Charakter- und Willensleistung stemmte sich die Mannschaft in der Folge erfolgreich gegen den totalen Einbruch, spielte immer stärker auf und feierte wieder Siege. Der Lohn war Platz 3 und die Teilnahme an der Qualifikation zur Europa League.

Ähnliches war bereits ein Jahr zuvor geschehen, als sich das Team im Frühling vom zehnten und letzten Platz in die obere Tabellenhälfte hochspielte. Die Erinnerungen geben der Mannschaft die Gewissheit, dass sie die innere Kraft hat, sich aus sportlichen Krisen zu befreien. Gleichzeitig ist die Sehnsucht im nur punktuell veränderten Team gross, endlich eine konstante Saison zu bestreiten.

Eine ideale Zusammenstellung

Die Chancen stehen gut, dass der FCL Ausgabe 2016/17 die Qualitäten besitzt, um 36 Runden lang ohne nachhaltige Leistungseinbrüche zu bestehen. Ganz einfach, weil die Mannschaft gewachsen und geschickt zusammengestellt ist. Die Mischung stimmt. Ältere Spieler mit Erfahrung und Jungspunde voller Sturm und Drang ergänzen sich ideal.

Anders als vor einem Jahr, als die mittlerweile bereits verabschiedeten Deutschen Fandrich, Schachten, Yesil und Brandenburger keine Verstärkungen waren, machen die Zuzüge einen besseren Eindruck. Innenverteidiger Ricardo Costa bringt die reiche Erfahrung einer tollen internationalen Karriere mit. Er ist kein Blender, sondern ein harter, konsequenter Arbeiter in der Abwehr. Trotz 35 Jahren wirkt er drahtig und durchtrainiert. Ob sein Körper die Belastung der tiefen Schweizer Terrains in der kalten Jahreszeit aushält, wird sich weisen.

Aufstellungsprobleme wird es aber auch dann nicht geben, wenn Costa mal aussetzen müsste oder in ein Formtief fallen sollte. Denn der FCL ist so gut wie auf jeder Position doppelt besetzt. Das gilt auch für die Nachfolger von Michael Frey, der nach einer starken Rückrunde mit Luzern zu YB zurückgekehrt ist. Cedric Itten (19) aus Basel und der Australien-Kroate Tomi Juric (25) bringen beide eine ähnliche Robustheit und Körperlänge um die 1,90 Meter mit wie Frey. Zwar wird man den Schwerarbeiter Frey zwischen Mittelfeld und Sturm vermissen, dafür aber sind Itten und Juric mehr die Strafraumstürmer.

Dass der FCL gut aufgestellt ist, hat sich nach der Verletzung von Aussenverteidiger Jérôme Thiesson am letzten Samstag gezeigt. Den Job rechts hinten hat der vierte Neue, Simon Grether, gegen Schalke nahtlos übernommen.

Für Babbel ist das jetzige Team in seiner bald schon zweijährigen Amtszeit «die beste Mannschaft, die ich in Luzern bislang gehabt habe». Er ist froh um den «tollen Konkurrenzkampf».

Auf einen wunden Punkt hat der Deutsche im Interview mit unserer Zeitung hingewiesen: «Wir brauchen mehr Ruhe im Verein!» Babbel stört sich an den zahlreichen Wechseln in den letzten fünf Jahren auf den Positionen des Präsidenten, Sportchefs und Trainers. Er hat viel Willkür, Hektik und Ungeduld beim FCL ausgemacht. Nicht zuletzt denkt er dabei an die Absetzung des geschäftsführenden Ex-Präsidenten Ruedi Stäger Anfang Juni. Die Klubbesitzer um Mehrheitsaktionär Bernhard Alpstaeg begründeten diesen Entscheid kurz nach dem Saisonende mit fehlenden Sponsoreneinnahmen. Just nachdem das Team Platz 3 gefeiert hatte und die Wahrscheinlichkeit zur Mittelbeschaffung relativ gross ist.

Unberechenbare Klubbesitzer

Anders als Sportkoordinator Remo Gaugler, der nach Freys Abgang mit Juric sofort eine Lösung parat hatte, fehlt vom gesuchten neuen CEO in der Swissporarena bis heute jede Spur.

Zu hoffen ist, dass sich die FCL-Hauptprotagonisten, jene in den kurzen Hosen, davon wirklich nicht beirren lassen, wie es Babbel glaubhaft machen will: «Für uns hat sich ja nichts geändert, wir versuchen fokussiert zu arbeiten.»

Fraglich, ob die Investoren die Sehnsucht nach Konstanz ebenfalls verspüren. Oder droht bald ein nächster Knall?

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