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FUSSBALL: Doubai ohne Zukunft beim FC Luzern

Bereits im zweiten Ligaspiel heute (17.45) bei YB kommt es zur ersten Zäsur in der Startformation des FCL: Statt Doubai wird eines der jungen Talente auf der Sechserposition spielen.
Daniel Wyrsch
Muss seinen Platz im Mittelfeld des FC Luzern räumen: der 27-jährige Ivorer Thierry Doubai. (Bild: Martin Meienberger)

Muss seinen Platz im Mittelfeld des FC Luzern räumen: der 27-jährige Ivorer Thierry Doubai. (Bild: Martin Meienberger)

Daniel Wyrsch

Markus Babbel (42) hat nicht um den heissen Brei herumgeredet. Auf die Frage, ob der gegen Sion (2:2) abgefallene Thierry Doubai (27) auf der Sechserposition gesetzt sei, antwortete Luzerns Trainer: «Nein, mit Nico Brandenburger und Remo Arnold hat er Konkurrenz.» Dann ergänzt er Entscheidendes: «Leider ist es mit Thierry Doubai nicht so, wie ich es mir vorstelle. Er hat grosse Probleme, was das Läuferische betrifft.» Dem Ivorer würde zu viel fehlen, das auf dieser Position im zentralen Mittelfeld als wichtiges Bindeglied zwischen Abwehr und Aufbau vorausgesetzt werde, sagt Babbel. «Die Messdaten zeigen uns das schwarz auf weiss.»

Schwächung der Teamleistung

Bekanntlich arbeitet der FC Luzern seit dieser Saison mit GPS. Damit können die Verantwortlichen die Laufdistanz messen, sehen, wo sich ein Spieler während der Partie aufhält, wo und wie oft er sprintet und wie er beschleunigt. Doch es sind nicht nur die Daten, die gegen Doubai sprechen. Luzerns Nummer 6 hat gegen Sion auch von blossem Auge erkennbar eine ungenügende Leistung gezeigt. Er war zu wenig ballsicher, produzierte mehrere Fehlpässe, und im Stellungsspiel offenbarte er bei gegnerischem Ballbesitz Defizite. Babbel findet alles in allem: «Das ist der Mannschaftsleistung nicht förderlich, weil andere Spieler lange Wege gehen und die Löcher stopfen müssen.»

Nach diesen deutlichen Worten steht fest: Doubai muss heute ausgerechnet beim Gastspiel im Stade de Suisse in Bern, wo er seine Karriere vor Jahren erfolgreich lanciert hat, auf die Ersatzbank oder gar auf die Tribüne. YB konnte den defensiven Mittelfeldspieler im Juli 2011 für rund 3 Millionen Franken an den Serie-A-Klub Udinese verkaufen. Anfang letzter Saison ist Doubai ablösefrei vom abgestiegenen Ligue-1-Verein Sochaux zum FCL in die Schweiz zurückgekehrt. Er hat seine Karriere neu lancieren wollen, doch sein einstiges YB-Rendement hat er nie mehr erreicht.

Dass er beim FCL nochmals in Form kommt, scheint nach dem Urteil des Coaches unmöglich. «Es ist schade und tut mir leid, weil Thierry ein unheimlich guter Junge ist und eigentlich viel mitbringt. Wir konnten einiges verbessern, aber sein Körper lässt nicht noch mehr zu», sagt Babbel.

Alex Freis Vertragsklausel

Hinzu kommt eine Vertragsklausel, die Doubais Berater Jean-Bernard ­Beytrison letzten Sommer mit dem damaligen FCL-Sportchef Alex Frei (36) ausgehandelt hatte. Demnach müsste Doubai in dieser Saison 60 Prozent der Ligaspiele (21,6) bestreiten, damit sich sein Kontrakt automatisch um zwei Jahre verlängert. Das ist für die Luzerner natürlich eine zusätzliche Komponente, die es fast unmöglich macht, weiter auf den Ivorer zu setzten. Sportchef Rolf Fringer (58) möchte nicht näher auf die Abmachungen eingehen, er sagt nur so viel: «Es stimmt, der Vertrag könnte weiterlaufen. Und ich weiss, dass unsere Trainer unzufrieden sind mit der Leistungsfähigkeit von Thierry Doubai.» Selbstverständlich sieht Fringer den Spieler nicht so schlecht, schliesslich möchte er für den erfahrenen Profi noch eine Ablösesumme bekommen. «Die Messwerte sagen nicht das aus, was ein Spieler auf dem Platz wirklich leistet.»

Chance für Neuling oder Junior

Gegen das schnelle YB-Umschaltspiel wird Babbel heute auf einen der jungen Talente Nico Brandenburger (20, ausgeliehen von Borussia Mönchengladbach) oder Remo Arnold (18) an Stelle von Doubai setzen. «Es ist erfreulich, welche Fortschritte die beiden gemacht haben. Sie haben mich ehrlich gesagt überrascht», sagt der Bayer. Körperlich müssten sie weiter an sich arbeiten, um robuster zu werden, aber spielerisch scheint Babbel sowohl FCL-Neuling Brandenburger aus Berlin wie dem Luzerner Eigengewächs Arnold aus Schlierbach zu vertrauen. Übrigens: Den torgefährlichen Remo Freuler (24) möchte der Coach lieber offensiv einsetzen denn als defensiven Organisator.

Während Doubai nun klar sein muss: Er hat beim FCL keine Zukunft mehr.

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