Fussball
«Grausam bitter»: Der FCL holt gegen den FC Basel einen 1:3-Rückstand auf – und verliert trotzdem

Ein Auf und Ab in der Swissporarena zwischen dem FC Luzern und dem FC Basel endet mit einer FCL-Niederlage. Der entscheidende Treffer gelingt FCB-Stürmer Arthur Cabral in der Nachspielzeit.

Janick Wetterwald
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Kurzbericht

Luzern Trainer Fabio Celestini lässt in der Defensive mit einer Dreierkette spielen. Der Plan scheint aufzugehen, weil Louis Schaub auf Vorlage von Ibrahima Ndiaye mit einem schönen Schuss zur frühen FCL-Führung trifft (3.).

Die FCL-Spieler feiern Torschütze Louis Schaub.

Die FCL-Spieler feiern Torschütze Louis Schaub.

Bild: Urs Flüeler / KEYSTONE

Celestinis Team drückt weiter, bekommt dann aber nach der ersten offensiven Aktion der Gäste den Ausgleich (14.) – Darian Males trifft auf Vorlage von Valentin Stocker, der einen weiten Ball von Fabian Frei per Kopf weiterleitet. Das Heimteam verliert danach komplett die Ordnung, es spielt nur noch Basel. Edon Zhegrova trifft zweimal (18./22.), und der FC Basel übernimmt das Spieldiktat, lässt Ball und Gegner laufen. Der FCL rettet sich in die Pause und kann froh sein, dass der Rückstand nicht noch grösser ist.

Edon Zhegrova lief in der 1. Halbzeit heiss und erzielte ein Doppelpack.

Edon Zhegrova lief in der 1. Halbzeit heiss und erzielte ein Doppelpack.

Bild: Martin Meienberger

FCL-Trainer Celestini passt sein System nach der Pause an und setzt in der Defensive auf vier Verteidiger. Der Start in die zweite Halbzeit verläuft für den FCL eigentlich ideal: Zuerst vergibt Cabral eine gute Torchance, danach entscheidet Schiedsrichter Feday San vor dem anderen Tor nach einem Foul von Raoul Petretta an Filip Ugrinic auf Penalty. Pascal Schürpf läuft an, zielt in die Mitte und sieht seinen Versuch vom Fuss des FCB-Goalies Heinz Lindner abgewehrt. Doch kein idealer Auftakt in die zweite Halbzeit für den FCL. In der 64. Minute kommt dann der Anschlusstreffer für das Heimteam: Zhegrova verliert den Ball an Ugrinic, der eingewechselte Varol Tasar reagiert gut und steckt zu Torschütze Ndiaye durch.

Die Luzerner rennen ein weiteres Mal in dieser Saison in der Schlussphase an, um noch Punkte zu ergattern. Tatsächlich gelingt der Ausgleich: Louis Schaub trifft per Penalty (83.). Schiedsrichter San entscheidet nach Videostudium auf Handspiel vom eingewechselten Pajtim Kasami im FCB-Strafraum. In der Schlussphase trifft dieser Kasami dann aus kurzer Distanz den Pfosten. In der Nachspielzeit entscheidet der FC Basel diese Partie doch noch für sich: Arthur Cabral heisst der Torschütze per Kopf nach einer Flanke von Petretta.

Jubel in letzter Minute beim FC Basel.

Jubel in letzter Minute beim FC Basel.

Bild: Martin Meienberger

Dieses spektakuläre Spiel endet also mit einer bitteren Niederlage für den FC Luzern. Die Mannschaft von Fabio Celestini zeigte einmal mehr eine unkonstante Leistung mit viel Licht und auch viel Schatten.

Grosse Enttäuschung beim FCL-Spieler Marco Burch nach der Partie.

Grosse Enttäuschung beim FCL-Spieler Marco Burch nach der Partie.

Bild: Martin Meienberger

Stimmen zum Spiel

Marius Müller bilanzierte zur Pause beim Stand von 1:3: «Die ersten 10 Minuten waren super, dann kriegen wir nach einem langen Ball das 1:1 und sind anschliessend völlig von der Rolle. Ich kann mir das nicht erklären.»

Pascal Schürpf sagt nach dem Spiel im SRF-Interview: «Es ist grausam bitter so nach diesem Tor in der Nachspielzeit zu verlieren. Wir haben uns nach der Pause vom 1:3-Rückstand sehr gut zurückkämpft.»

Lorik Emini nach dem Spiel: «Wir waren in der ersten Halbzeit nach dem Ausgleich nicht mehr gut organisiert. In der zweiten Halbzeit kamen wir zurück und ich wurde in einer Druckphase von uns ausgewechselt – darum war ich etwas frustriert. Wir haben wiedermal mentale Stärke bewiesen, aber am Ende trotzdem keine Punkte geholt.»

FCL-Trainer Fabio Celestini nach dem Spiel: «Es ist schwierig für mich zum analysieren. Wir spielen phasenweise sehr gut, dann wieder phasenweise sehr schlecht. Wir müssen nun Lösungen suchen, wir können nicht so weitermachen in diese Richtung. Klar wir schiessen drei Tore, aber vier dürfen nicht vier Tore bekommen.»

Die Spiel-Analyse

Die wichtigsten Szenen der Partie

Die FCL-Startelf gegen Basel:

3. Minute – Tor FCL: Louis Schaub trifft aus 16 Metern mit einem schönen Schlenzer über Basel-Goalie Heinz Lindner hinweg zur Führung. Die Vorlage für den Österreicher lieferte Ibrahima Ndiaye.

15. Minute – Tor FCB: Mit der ersten wirklichen Torchance gleichen die Gäste aus: Ein weiter Ball von Fabian Frei legt Valentin Stocker mit dem Kopf auf Darian Males ab, der alleine vor Müller zum 1:1 trifft.

18. Minute – Tor FCB: Edon Zhegrova bringt seine Farben nach guter Vorarbeit von Raoul Petretta in Führung. Sein Schuss aus der Drehung findet nach einem Ablenker den Weg ins Tor.

22. Minute – Tor FCB: Zhegrova legt nach einem FCB-Konter nach und darf alleine vor Marius Müller einnetzen. Die Vorlage kam von Arthur Cabral.

27. Minute: Der FCL taucht wieder einmal vor dem gegnerischen Tor auf: Ndiaye prüft Lindner nach einem guten Steilpass von Marco Burch.

28. Minute: Arthur Cabral müsste das vierte Tor für die Basler machen. Er bekommt den Ball von Silvan Widmer, der viel Platz und Zeit hat, perfekt vors Tor serviert.

31. Minute: Filip Ugrinic für den FCL mit einem Distanzschuss, den Lindner nur über das Tor lenken kann.

37. Minute: Basel spielt sich ein weiteres Mal leicht durch die FCL-Abwehr. Am Ende fehlt der krönende Abschluss.

+ Pause +

46. Minute: Celestini wechselt und bringt Varol Tasar für Lucas Alves ins Spiel. Die Captainbinde übernimmt Pascal Schürpf vom Brasilianer.

47. Minute: Cabral mit einer Doppelchance: Zuerst trifft er mit einem strammen Schuss die Lattenunterkante, danach bringt er am weiten Pfosten eine Flanke nicht im Tor unter.

49. Minute: Schiedsrichter Feday San entscheidet nach einem Foul von Petretta an Ugrinic auf Elfmeter für den FCL.

51. Minute – Schürpf verschiesst Elfmeter: San schaut sich die Szene noch an, doch er bleibt bei seiner Entscheidung. Pascal Schürpf scheitert mit seinem Versuch vom Penaltypunkt an Heinz Lindner. Schürpf zielt in die Mitte, Lindner fliegt in die Ecke, wehrt aber mit dem Fuss ab.

61. Minute: Schürpf will seinen Penalty-Fehlschuss wieder gut machen und versucht es aus der Distanz – Lindner kann abwehren.

64. Minute – Tor FCL: Ibrahima Ndiaye trifft zum 2:3 aus Luzerner Sicht. Zhegrova vertändelt den Ball gegen Ugrinic, Tasar steckt zu Ndiaye durch, der das Leder an Linder vorbei ins Tor spitzelt.

73. Minute: Tasar schiesst aus rund 20 Metern an den Pfosten. Da hätte Lindern im Basler Tor keine Abwehrchance gehabt – Pech für den FCL.

75. Minute: Der eingewechselt Pajtim Kasami mit einem Abschluss für den FCB. Marius Müller wehrt zur Ecke.

83. Minute – Tor FCL: Schaub macht es per Penalty besser als Schürpf und gleicht die Partie aus. San entschied nach Videostudium auf Handspiel von Kasami im FCB-Strafraum.

87. Minute: Kasami trifft aus kurzer Distanz den Pfosten und vergibt die erneute Führung für die Gäste.

Nachspielzeit: Cabral trifft nach einer Flanke von Petretta per Kopf zu Siegtreffer – 3:4.

Statistik zum Spiel

FC Luzern vs. FC Basel 3:4
FC Luzern FC Basel
Schüsse 23 18
Schüsse aufs Tor 9 8
Ballbesitz 52% 48%
Eckbälle 8 4
Fouls 16 15
Offsides 1 2
Gelbe Karten 2 4

Das Telegramm

Luzern - Basel 3:4 (1:3)
Swissporarena, Zuschauer: 0 SR: San
Tore: 3. Schaub (N'Diaye) 1:0. 14. Males (Stocker) 1:1. 18. Zhegrova (Petretta) 1:2. 22. Zhegrova (Arthur Cabral) 1:3. 64. N'Diaye (Tasar) 2:3. 83. Schaub 3:3. 90. Arthur Cabral (Petretta) 3:4.
Luzern: Müller; Burch, Knezevic, Lucas Alves (46. Tasar), Sidler (77. Schwegler); Emini (71. Alabi), Frydek, Schürpf, Schaub, Ugrinic (90. Alex Carbonell); N'Diaye (77. Alounga)
Basel: Lindner; Klose, Petretta, Widmer; Abrashi (78. Sene), Zuffi, Stocker, Frei; Arthur Cabral, Males (67. Kalulu), Zhegrova (67. Kasami);
Verwarnung: 22. Emini. 61. Arthur Cabral. 68. Zuffi. 84. Widmer. 84. Frei. 90. Alabi.

Die Tabelle

Ausblick

Am Dienstag steht für den FC Luzern bereits das nächste Spiel an. Im Viertelfinal des Schweizer Cups spielt der FCL im Tessin gegen den FC Lugano. Anpfiff im Cornaredo ist um 17 Uhr.