FUSSBALL: Drei FCL-Spieler mit Nati-Highlights

Dario Lezcano, Migjen Basha und Jakob Jantscher haben in ihren Nationalteams lang ersehnte Ziele erreicht. Auch der FC Luzern profitiert davon.

Daniel Wyrsch
Merken
Drucken
Teilen
Jakob Jantscher (links) im Österreich-Dress, Migjen Basha (Mitte) im Albanien-Dress und Dario Lezcano (rechts) am Dienstag erstmals im Paraguay-Dress. (Bild: Getty/SavoPrelevic/Valerio Pennicino/Keystone/Cesar Olmedo)

Jakob Jantscher (links) im Österreich-Dress, Migjen Basha (Mitte) im Albanien-Dress und Dario Lezcano (rechts) am Dienstag erstmals im Paraguay-Dress. (Bild: Getty/SavoPrelevic/Valerio Pennicino/Keystone/Cesar Olmedo)

Das hat es in der Geschichte des FC Luzern noch gar nicht gegeben: Mit Dario Lezcano (Paraguay), Migjen Basha (Albanien) und Jakob Jantscher (Österreich) stehen drei aktuelle A-Nationalspieler in seinen Reihen.

Was Lezcano, Basha und Jantscher in den letzen Tagen, Wochen und Monaten in ihrer Auswahl und beim FCL erlebten, haben wir zusammengefasst.

DARIO LEZCANO

Dario Lezcano (25) hat, seit er vor vier Jahren in Luzern angekommen ist, stets von seinem Traum gesprochen: «Ich möchte für die paraguayische Nationalmannschaft spielen.» Am Dienstag ist dieser Traum in Asuncion wahr geworden: Im WM-Qualifikations-Heimspiel gegen den zweifachen Weltmeister Argentinien durfte Lezcano 90 Minuten durchspielen. Die Partie endete zwar 0:0, es war aber ein lebhaftes, intensives Spiel. Der FCL-Stürmer besass eine gute Torchance, doch sein Schuss wurde von einem Argentinier geblockt (alle WM-Qualifikationsspiele der Südamerika-Zone auf Seite 32; Anm. d. Red).

In Luzern freut sich Trainer Markus Babbel: «Dario muss sich auch im Training gut angestellt haben, sonst hätte er sein Debüt nicht in der Startformation geben können.» Entgegengekommen ist Lezcano sicher, dass Raul Bobadilla (Augsburg) vorzeitig aus dem Nationalteam-Camp abreiste, weil seine Partnerin in Deutschland nächstens die Geburt des ersten Kindes erwartet.

Lezcano ist wegen seines Ausrasters gegenüber Schiedsrichter Fedayi San am 13. September gegen GC (3:3) immer noch für vier von insgesamt acht Partien gesperrt. Aus Paraguay kehrt er morgen mit viel positiver Inspiration zum Innerschweizer Arbeitgeber zurück.

MIGJEN BASHA

«Magnifique!», beschreibt Migjen Basha (28) mit einem Wort die Erlebnisse der letzten Tage. Wunderschön war das entscheidende EM-Qualifikationsspiel am Sonntag in Jerewan gegen Armenien. Albanien siegte auswärts 3:0, wobei der Luzerner Mittelfeldspieler beim ersten und dritten Tor seine Füsse mit im Spiel hatte. Wunderschön ist es für Basha, dass sich Albanien mit diesem Sieg zum ersten Mal für eine EM qualifizieren konnte. «Es ist mir ein Vergnügen, Teil dieser Mannschaft zu sein», so Basha.

Wunderschön war es am Montag, «als uns das ganze Land am Flughafen in Tirana empfangen hat». Im Autokorso fuhren die Spieler in die Innenstadt, empfangen wurden sie später vom Premierminister und danach auch noch vom Staatspräsidenten. Auf dem grössten öffentlichen Platz Tiranas feierten die Nationalspieler mit den Fans. «Es sind Bilder, die man nie mehr vergisst», sagt Basha.

Klar sei er jetzt müde, «denn zwei Tage ohne Schlaf spürt man». Dass es ihm beim FCL bisher noch nicht wie erwartet läuft, sei normal, finden Basha und Trainer Babbel. Die fehlende Vorbereitung und die Umstellung vom italienischen Fussball der Serie A haben sich ausgewirkt.

JAKOB JANTSCHER

Jakob Jantscher (26) hat mit den Kollegen von der österreichischen Nati von Montagabend bis Dienstagfrüh gefeiert. Zum ersten Mal seit 18 Jahren hat sich Österreich für ein grosses Turnier qualifiziert. Beim bedeutungslosen letzten Spiel gegen Liechtenstein (3:0) war das Ernst-Happel-Stadion in Wien ausverkauft. «Eineinhalb Stunden nach dem Schlusspfiff waren die rund 50 000 Leute noch alle im Stadion und freuten sich mit uns», beschreibt Jantscher die fantastische Atmosphäre. Zusammen mit dem Staff und den Partnerinnen feierten die Spieler später in der Wiener Innenstadt weiter. Mittendrin: «Köbi» Jantscher mit seiner Frau Andrada, die im Februar die Geburt des ersten Kindes erwartet. Für Jantscher hat die österreichische EM-Euphorie einen Namen: «Koller! Unser Schweizer Trainer hat, seit er vor vier Jahren Teamchef geworden ist, viel Wert auf den Teamspirit gelegt und eine richtig gute Mannschaft geformt. Wir gehen respektvoll miteinander um.» 28 gewonnene Punkte von möglichen 30 in der Gruppenphase sind ein grossartiger Erfolgs­ausweis.

Jantscher kam gegen Liechtenstein nicht zum Einsatz, als Luzern-Spieler schaffte er aber das Comeback für Österreich mit den Länderspielen 17, 18 und 19. Beim alles entscheidenden 4:1-Sieg in Schweden gelang ihm der Assist zum 4:0. Jantscher will im nächsten Sommer in Frankreich an der EM natürlich mit dabei sein. Dass FCL-Trainer Babbel ihn zuletzt zweimal lediglich eingewechselt hat, beunruhigt Jantscher nicht. «Das war der Entscheid des Coaches. Ich hoffe, ich bin am Samstag auswärts gegen GC von Anfang an dabei.» In diesem Match geht es immerhin um Platz 2 in der Tabelle.

Daniel Wyrsch

Jakob Jantscher im Österreich-Dress. (Bild: Getty / SavoPrelevic)

Jakob Jantscher im Österreich-Dress. (Bild: Getty / SavoPrelevic)

Migjen Basha im Albanien-Dress. (Bild: Getty / Valerio Pennicino)

Migjen Basha im Albanien-Dress. (Bild: Getty / Valerio Pennicino)

Dario Lezcano am Dienstag erstmals im Paraguay-Dress. (Bild: Keystone / Cesar Olmedo)

Dario Lezcano am Dienstag erstmals im Paraguay-Dress. (Bild: Keystone / Cesar Olmedo)