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FUSSBALL: Ein Basler ohne Freude am Titel

Simon Grether (24) war gegen den FCB der beste Basler im FCL-Dress. Der Verteidiger scheint endlich in der Innerschweiz angekommen zu sein – auch wenn sein Dialekt immer noch für Sticheleien sorgt.
Raphael Gutzwiller
Kämpfertyp: Simon Grether im Duell mit FCB-Flügel Mohamed Elyounoussi (links). (Bild: Urs Flüeler/Keystone (Luzern, 28. April 2017))

Kämpfertyp: Simon Grether im Duell mit FCB-Flügel Mohamed Elyounoussi (links). (Bild: Urs Flüeler/Keystone (Luzern, 28. April 2017))

Raphael Gutzwiller

raphael.gutzwiller@luzernerzeitung.ch

«Heute haben Sie doch auch ein bisschen eine Meisterfeier», sagte ein Zentralschweizer Radiojournalist zu Simon Grether (24). Soeben hatte seine Mannschaft, der FC Luzern, gegen den FC Basel mit 1:2 verloren, wodurch der FCB definitiv vorzeitig Meister wurde. Das freundliche Lächeln, das der enttäuschte Grether fürs Gespräch aufgesetzt hatte, erstarrte. Ernst sagt er: «Nein, das habe ich heute definitiv nicht. Es ist extrem bitter, so zu verlieren, und dem Gegner zuschauen zu müssen, wie er feiert.»

Der Aussenverteidiger Simon Grether ist ein Basler. Spätestens nach einem Wort aus seinem Mund weiss das jeder. In Luzern kommt das nicht immer gut an. «Ich kann meinen Dialekt nicht ändern, aber ich identifiziere mich mit Luzern. Ich staune sogar selber, wie schnell das nach dem Wechsel zum FCL gegangen ist», sagt er. «Ich fühle mich sehr wohl hier und wurde von der Mannschaft super aufgenommen.» Den kritischen Fans möchte er auf dem Platz die Antwort geben. «Mit meinem kämpferischen Spielstil glaube ich auch, dass ich gut zum FCL passe.» In der Mannschaft selber sei seine Herkunft nie ein Thema. «Es gibt höchstens Sticheleien wegen des Dialekts. Aber da ich nicht der einzige Basler bin, können wir auch zurückgeben», sagt er und lacht. Neben Grether sind auch Cedric Itten (20, ausgeliehen von Basel), Pascal Schürpf (27) und Assistenztrainer Patrick Rahmen waschechte Bebbi.

Bald wird Grether Vater einer Tochter

Grether stammt aus der Juniorenabteilung des FC Basel, konnte sich dort aber nie durchsetzen. Nach Abstechern zu den Chal­lenge-League-Vereinen Winterthur und FC Wohlen ist Simon Grether im letzten Sommer zum FCL gestossen. Er hat sich sogleich in der Mannschaft einen Platz erkämpft. «Ich habe selber gestaunt, wie schnell es ging und wie oft ich gespielt habe. Darum bin ich mit der Vorrunde sehr zufrieden.» In der Rückrunde spielte Grether aber weniger, auch weil das System geändert wurde und Christian Schneuwly ihm auf der rechten Verteidigerposition oft vorgezogen wurde. «Nun habe ich mich wieder gefangen und mit guten Leistungen reagiert», ist Grether überzeugt.

Die Position des Rechtsverteidigers wird ab Sommer noch umkämpfter, weil Christian Schwegler von Salzburg zum FCL zurückkehrt. Grether sagt: «Ich versuche mich einfach aufzudrängen. Zudem bin ich auf mehreren Positionen einsetzbar.»

Auch persönlich hat sich Gre­ther in Luzern gut eingelebt. Zusammen mit seiner Frau hat er in Meggen eine Wohnung gefunden. Und dort wird es eine grosse Veränderung geben: Grether wird Vater. Geburtstermin seiner Tochter Clea ist der 6. Mai, also am nächsten Samstag.

Jung für einen Vater sei er zwar, sagt Simon Grether. Aber er sagt: «Für uns hat der Zeitpunkt gestimmt. Wir freuen uns sehr auf die Zeit, die kommen wird.» Das Leben der Grethers wird sich also in den nächsten Wochen merklich verändern. Die Tochter wird in den Mittelpunkt rücken. Wird da der Fussball vernachlässigt? «In unserer Mannschaft hat es einige, die schon Väter sind. Natürlich habe ich mit diesen das Gespräch gesucht und mir Tipps geholt.» Es werde zwar streng, er ist aber sicher, dass er den Schwung aus dem Privatleben auf den Platz mitnehmen kann. Damit irgendwann nicht mehr als Erstes von seinem Dialekt gesprochen wird.

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