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FUSSBALL: Ein schmerzhaftes Duell

Eine Stunde lang bleibt der FC Luzern gegen den Leader FC Zürich in Führung. Am Ende müssen sich beide Teams mit dem 1:1 zufriedengeben.
Daniel Wyrsch
Luzerns Filip Ugrinic (links) im Luftduell mit Zürichs Jagne Pa Modou. (Bild: Boris Bürgisser (Luzern, 27. August 2017))

Luzerns Filip Ugrinic (links) im Luftduell mit Zürichs Jagne Pa Modou. (Bild: Boris Bürgisser (Luzern, 27. August 2017))

Daniel Wyrsch

daniel.wyrsch@luzernerzeitung.ch

Die Protagonisten beider Klubs atmeten nach den total 93 Minuten erleichtert auf. Alle waren froh, diesen mit knallharten Bandagen geführten Kampfmatch ohne Verletzungen überstanden zu haben – und dazu mit einem Punkt belohnt worden zu sein.

Luzern-Trainer Markus Babbel lobte den leidenschaftlichen Einsatz seiner Profis: «Das war ein brutaler Fight, am Ende waren wir stehend K. o.» Sie hätten gewusst, dass sie gegen diesen FC Zürich an ihre Grenzen gehen müssten. «Das war nötig», sah sich Babbel in der gewählten Einstellung und Gangart bestätigt.

Auf der anderen Seite sass an der Medienkonferenz nach der Partie FCZ-Coach Uli Forte. Er hielt mit Kritik an seiner Mannschaft in Bezug auf die Leistung in der ersten Stunde des Spiels nicht zurück. Forte erzählte, wie sie im Trainerstaff über die lange Zeit mangelhafte Darbietung der eigenen Equipe ironisch gesprochen hatten. «Wir witzelten, dass wir den Anschein machten, im Stau stecken geblieben zu sein. Unser Team sah aus, als ob wir eine Stunde zu spät im Stadion angekommen seien.»

Frühe FCL-Führung dank einem Handspenalty

Forte lächelte dabei gequält. Aber mit dem 1:1-Schlussresultat war er dennoch zufrieden. Denn: «Wir waren eine Stunde lang nur physisch anwesend.» Nicht aber mit dem Kopf. Wenn danach trotzdem ein Punkt herausschaut, ist das ein guter Lohn.

Auf der gegnerischen Seite standen Luzerner, die von Anfang an sehr aufsässig agierten. Die gewonnenen Bälle spielten sie schnell und schnörkellos in Richtung FCZ-Tor. Entgegen kam dem FCL, dass Zürichs Abwehrchef Victor Palsson in der 3. Minute in eine Hereingabe von Filip Ugrinic grätschte und der Ball dabei unglücklich an seine Hand klatschte. Schiedsrichter Sascha Amhof entschied auf Elfmeter. Den Penalty verwertete Tomi Juric in der 4. Minute mit einem harten Schuss zum 1:0.

Der FCL powerte danach weiter. Echte Torchancen kreierten die Innerschweizer aber kaum. Mehrere Spieler beider Teams teilten dagegen heftig aus: Beidseits mussten schmerzhafte Schläge mit den Händen und Ellbogen gegen den Kopf eingesteckt werden. So viele überharte Fouls sind nur sehr selten in einer Super-League-Partie zu sehen.

Wasserwerfereinsatz gegen FCZ-Fans vor dem Match

Offenbar hatte sich die aggressive Stimmung der Anhänger beider Lager auf die Mannschaften übertragen. Wie die Luzerner Polizei mitteilt, drang beim Einlass der Gästefans vor dem Spiel plötzlich eine Gruppe zurück zu den Abschrankungen und zerrte an diesen. Durch Einsatz des Wasserwerfers konnten die Fans zurückgedrängt werden. Erst 14 Minuten nach Spielbeginn ­kamen die Zürich-Anhänger in ihren Sektor. Die FCL-Fans hatten den Spielbeginn mit Rauchfackeln um 5 Minuten verzögert.

Nach dem Match wurden die Zürcher Hardcore-Fans mit Bussen zum Bahnhof Luzern geführt. Später drang eine Gruppe FCZ-Fans vermummt und mit Schottersteinen bewaffnet aus dem Zug und griff die Polizei an. Durch Einsatz von Wasserwerfern und Gummischrot konnten die Angreifer zurückgedrängt werden.

Im Spiel hatte Fortes Hereinnahme von Moussa Koné zur zweiten Halbzeit für Unruhe auf der FCL-Seite geführt. In der 49. Minute vergab Koné eine Topchance, doch in der 60. Minute nutzte er einen Steilpass von Michael Frey zum 1:1-Ausgleich. Dazwischen hätte Olivier Custodio die Luzerner in der 53. Minute zur 2:0-Führung schiessen können, doch er setzte den aufspringenden Ball neben das Tor.

So bleibt in der Länderspielpause für beide Teams alles wie vorher: Zürich steht weiter auf Platz 1, Luzern auf Rang 4.

Luzern - Zürich 1:1 (1:0)

11'759 Zuschauer. - SR Amhof. - Tore: 4. Juric (Handspenalty) 1:0. 60. Koné (Frey) 1:1.

Luzern: Omlin; Schwegler (65. Follonier), Knezevic, Schulz, Lustenberger; Custodio, Kryeziu; Schneuwly, Ugrinic (84. Demhasaj), Francesco Rodriguez (75. Vargas); Juric.

Zürich: Vanins; Nef, Palsson, Brunner; Winter, Rüegg (61. Marchesano), Sarr, Pa Modou; Cavusevic (46. Koné), Frey, Roberto Rodriguez.

Bemerkungen: Luzern ohne Alves, Arnold, Grether, Itten, Schindelholz und Schürpf (alle verletzt), Zürich ohne Alesevic, Bandura, Kempter, Kryeziu, Schönbächler (alle verletzt) und Dwamena (nicht im Aufgebot). Verwarnungen: 10. Cavusevic (Foul). 45. Frey (Ballwegschlagen). 45. Custodio (Foul). 46. Schneuwly (Foul). 59. Pa Modou (Foul). 73. Schulz (Foul). 78. Koné (Foul). 80. Vargas (Foul).

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