FUSSBALL: «Ein Top-4-Platz ist möglich»

FCL-Teamleader Tomislav Puljic blickt nach einer monatelangen Verletzung nun zuversichtlich nach vorne. Er sieht positive Veränderungen und glaubt an einen Erfolg morgen beim FC Zürich.

Drucken
Teilen
Sie halten viel voneinander: FCL-Trainer Markus Babbel und sein Interims-Captain Tomislav Puljic beim Cupspiel kürzlich in Genf. (Bild Martin Meienberger)

Sie halten viel voneinander: FCL-Trainer Markus Babbel und sein Interims-Captain Tomislav Puljic beim Cupspiel kürzlich in Genf. (Bild Martin Meienberger)

Daniel Wyrsch

Tomislav Puljic (32) geht es gut, er lächelt und macht lockere Sprüche. Die viermonatige Verletzungszeit hat der Innenverteidiger hinter sich gelassen. «Das war eine neue Erfahrung für mich», blickt er zurück. Immerhin hatte Puljic gravierende Verletzungen bislang nur aus Geschichten anderer Spieler gekannt. Zunächst habe er deshalb auch das angerissene Syndesmoseband unterschätzt. Dann aber war er sehr darauf bedacht, das Sprunggelenk nicht mehr zu früh zu (über)fordern. Während der Sommerpause mit der Familie in der Heimatstadt Zadar gönnte der Kroate an der Adria seinem Fuss eine Ruhezeit. «Denn ich wollte keinesfalls riskieren, dass die Verletzung wieder aufbricht», betont er.

Darum spannte Puljic seinen Landsmann Mate Bulic für einmal nicht ein, um ihn physisch auf Vordermann zu bringen. Der Fitnesstrainer war es gewesen, der Puljic während seiner vertragslosen Zeit im letzten Herbst beweglicher und laufstärker denn je getrimmt hatte. «Ich verdanke Mate wirklich sehr viel», schwärmt Puljic noch heute. Er wird deshalb auch wieder mit ihm arbeiten.

Doch nun kehrte er Mitte Juni erholt und sehr motiviert aus den Ferien zurück nach Luzern. «Ich machte alle Übungen mit, aber übertrieb es. Für meine lange nicht mehr geforderte Muskulatur war das zu viel, ich litt unter starkem Muskelkater», sagt er. Hauptsache war aber: «Zum Glück war sonst alles okay, so konnte ich immerhin in der vierten Runde gegen Basel mein Comeback geben.» 30 Minuten spielte Puljic bei der 1:3-Heimniederlage gegen den FCB, anschliessend je die vollen 90 Minuten gegen St. Gallen (0:1) und im Cup gegen Servette (5:2). Für Puljic das wichtigste Fazit nach diesen drei Partien: «Ich bin schmerzfrei und habe mich körperlich richtig fit gefühlt.» Dem 1,92-Meter-Mann ist bewusster geworden, wie wichtig die Gesundheit ist.

In Genf gegen den inzwischen in der Promotion League spielenden 17-fachen Meister Servette durfte Puljic sogar die Captainbinde anstelle des gesperrten Claudio Lustenberger tragen. «FCL-Captain zu sein, hat mich mit Stolz erfüllt. Es ist eine Verantwortung, die ich gerne habe», sagt er. Trainer Markus Babbel schätzt die Qualitäten von Puljic: «Tomi ist ein echter Führungsspieler. Ich bin froh, dass er zurück ist, weil wir nicht viele mit diesen Tugenden in der Mannschaft haben.» Umgekehrt ist Puljic voll des Lobes über Babbels Art der Teamführung: «Er war Bayern- und Liverpool-Profi, trotzdem ist er frei von jeglichen Starallüren. Es ist angenehm, wie ruhig und unaufgeregt er mit uns arbeitet.» Überhaupt findet der Kroate die Zusammensetzung des Trainertriumvirats Babbel, Assistent Roland Vrabec und Konditionstrainer Christian Schmidt ideal. «Mit diesen drei können wir noch einiges erreichen», sagt er, «wir suchen zwar noch nach unserer Form der letzten Rückrunde, aber ich bin überzeugt: Diese Mannschaft hat Qualität, und wir werden unseren Weg machen.»

Schachten vor Debüt beim FCL

Was sicher zu einer deutlichen Verschärfung des Konkurrenzkampfes führt, ist die baldige Rückkehr des anderen kroatischen Innenverteidigers Kaja Rogulj (29). Dieser trainiert nach seiner Rückenoperation im Frühling teilweise wieder mit der Mannschaft. Es könnte also sein, dass er in den nächsten Wochen wieder zur Verfügung steht. Einen Schritt weiter ist der neben Puljic und Rogulj dritte Langzeitverletzte der Saisonauftaktphase: Sebastian Schachten (30). Es könnte sein, dass er morgen Abend (20 Uhr) im Match beim FCZ zum Einsatz kommt. Auf den deutschen Aussenverteidiger ist man sehr gespannt. Vrabec wollte ihn unbedingt, da Schachten unter ihm bei St. Pauli ein Teamleader war. «Zudem freue ich mich, dass wir im Mittelfeld mit Migjen Basha noch einen guten, erfahrenen Spieler dazugewonnen haben», sagt Puljic. Allerdings braucht der Ex-Torino-Profi wohl noch Zusatztrainings, bis er kompetitiv ist.

Puljic hat eine Option im Vertrag

Puljic hatte beim letzten Aufeinandertreffen im Letzigrund gegen den FCZ das 1:0-Siegtor geköpfelt. Und er glaubt auch jetzt an einen Erfolg. Seine Saisonprognose lautet: «Ein Top-4-Platz ist für uns möglich.» Zudem träumt der immer optimistisch denkende Hüne mit den auffallenden dunklen Augenbrauen von einer weiteren Cupfinal-Teilnahme, «die diesmal mit unserem Sieg endet».

Seine Karriere soll in Luzern weitergehen. Kommt er auf genügend Spiele, verlängert sich sein Vertrag automatisch um ein Jahr. «Bringe ich meine Leistungen weiterhin, erübrigt sich eine Diskussion», weiss der kämpferische Puljic.