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Ein vom Ehrgeiz Getriebener: Mario Frick wird neuer Trainer des FC Luzern

Der FC Luzern und Mario Frick sind sich einig. Der 47-jährige Liechtensteiner hat beim FCL einen Vertrag bis im Juni 2023 unterschrieben. Frick musste sich stets beweisen: Gegen Neider im Fürstentum Liechtenstein und seinen kritischen Vater.

Daniel Wyrsch 3 Kommentare
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Mario Frick wird neuer Trainer des FC Luzern.

Mario Frick wird neuer Trainer des FC Luzern.

Bild: Laurent Gilliéron / Keystone

Schon am Dienstag letzter Woche wurde bekannt: Mario Frick wird beim FC Luzern der Nachfolger des freigestellten Fabio Celestini. Am Sonntag nach dem 3:2-Sieg im Spitzenkampf in Winterthur bestätigte der 47-jährige Trainer des FC Vaduz: «Der FC Luzern will mich, ich will zum FC Luzern. Es ist noch nichts unterschrieben, aber ich gehe davon aus, dass ich am 3. Januar Trainer von Luzern bin.»

Am Dienstag wurde der Vertrag endlich unterzeichnet. Mario Frick erhält einen Kontrakt bis zum 30. Juni 2023. Er bringt den Assistenten Roman Matter mit zum FCL. Der 40-jährige Schweizer war bereits Co-Trainer in Vaduz.

Ablösesumme von geschätzt 150 000 Franken wird fällig

Kolportiert wird, dass der FCL für Frick 150'000 Franken Ablöse an den FC Vaduz überweisen muss, mit dem Verein hatte der Liechtensteiner noch einen bis Ende Saison gültigen Vertrag.

Frick gilt als sehr ehrgeiziger Trainer. Unvergessen bleibt, wie er beim Barrage-Hinspiel im August 2020 zur Pause im heimischen Rheinpark vor die TV-Kamera trat: Die Körpersprache des noch immer kräftigen ehemaligen Serie-A-Stürmers versprach nichts Gutes für den damaligen Super-League-Klub FC Thun. Vaduz führte 1:0 – und der Coach des krassen Aussenseiters aus dem beschaulichen Fürstentum wollte den Aufstieg unbedingt. Prompt endete die Partie 2:0 – das in der Rückrunde drittbeste Team der obersten Liga von Marc Schneider konnte das Steuer im Rückspiel zu Hause nicht mehr herumreissen: Der 4:3-Sieg reichte den Berner Oberländern nicht, Vaduz stieg auf.

Zwei beim FCL ausgebildete Spieler entdeckt und gefördert

Nach nur einer Saison in der Super League mussten die Liechtensteiner im vergangenen Mai zwar wieder zurück in die Challenge League, allerdings hatte die bescheidene Mannschaft aus dem Ländle ihre Haut so teuer wie möglich verkauft. Auswärts besiegte sie Servette und Basel, spielte gegen Meister YB unentschieden – und das Direktduell gegen Sion gewann sie gleich zweimal. Trotzdem fiel die Entscheidung am letzten Spieltag zu Gunsten der Walliser, die sich mit einem Heimsieg gegen Basel in die Barrage retteten. Vaduz verlor gleichzeitig in Zürich, 36 Punkte in 36 Spielen reichten nicht.

Mit dem 26-jährigen Innenverteidiger Yannick Schmid zählt seit zweieinhalb Jahren ein FCL-Eigengewächs zur Stammelf von Mario Frick. Schmid lobte letzte Saison in einem Interview mit unserer Zeitung:

«Wir halten zusammen. Jeder weiss, welche Rolle er hat.»

Seit dieser Saison spielt zudem der 23-jährige Aussenangreifer Dario Ulrich für den FC Vaduz. Der ehemalige FCL-Junior kam vom SC Kriens und erkämpfte sich sofort einen Stammplatz. Frick bewies bei Schmid und Ulrich, dass er Talente erkennt und fördert.

Vaduz führte er direkt nach dem Abstieg an die Tabellenspitze. Mit feuchten Augen stellte Frick zu Recht fest, dem Klub nach drei Jahren ein erfolgreiches Team überlassen zu können.

Die Profis vom abstiegsbedrohten Super-League-Letzten aus Luzern werden einen emotionalen und ambitionierten Coach bekommen. Im Podcast «Ehrenrunde» verriet der neue FCL-Trainer, warum er schon früher als Stürmer extrem ehrgeizig war:

«Mein Vater sagte mir immer, ich werde es nie schaffen. Ihm wollte ich es unbedingt zeigen.»

In Liechtenstein störe ihn die Missgunst und die fehlende Anerkennung für Fussballer, wie Frick erzählte.

Auf der Allmend beginnt Anfang Januar eine neue Ära: Dieser Trainer wird aus den Spielern alles rausholen wollen.

Hinweis: Mario Frick wird am Mittwoch um 14 Uhr offiziell vorgestellt. Die Medienkonferenz können Sie auf Luzernerzeitung.ch live mitverfolgen.

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Heinz Kilchmann

Da muss Vaduz aber Millionen bereit halten oder Alpstaeg mit transferieren, damit die Personalkosten für Trainer, Assistenztrainer und Spielervertragsauflösungen, Zuschauerschwund, entgangene Sponsorengelder und Fernsehgelder wieder reinkommen. So ein Meyer kostet jeden Verein Millionen, das kann sich nicht jeder Verein leisten, der FCL schon. Ich verlange jetzt bald Schadensersatz wegen entgangener Lebensfreude wenn ich den FCL im TV sehe. Aber eben, mit Spielern von der Ersatzbank/Tribüne von anderen Vereinen ist selbst in der SL nicht viel zu holen. Letztes Jahr war man am Spieltag 28 Luzern 8. mit 32 Punkten, Vaduz 9. mit 32 Punkten akut abstiegsgefährdet, dies mit Schaub. Wie konnte man mit diesen Transfers in eine Saison gehen, ohne Schaub (wohl 10 Tore und 15 Assists wert in einer Saison) und ohne ein Vaduz/Thun o.ä.? Da fehlt schon ein bisschen strategisches Denken, oder ganz banales Basiswissen über die SL. Man hat noch Glück im Unglück, dass Lausanne den Trainer und die halbe Mannschaft auswechselte. Das mal ein Transfer in die Hose geht ist normal, aber dass man mit offenen Augen in den Abgrund läuft ist unverständlich. Scouting oder den Spieler live anzusehen ist beim FCL ein Fremdwort, das macht einer der eine Firma hat noch so nebenbei, Flops wie z.B. der nordkoreanische Stürmer "Ueli" oder Carbonell letzte Saison nur als Beispiele, nebst vielen anderen.

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