FUSSBALL: Einsamer Hyka wartet auf den Abflug

Jahmir Hyka ist beim FC Luzern auf dem Absprung. Der linke Flügelspieler ist deshalb nicht mit ins Trainingscamp nach Estepona gereist. Die Frage lautet: Wechselt er in der Winterpause oder erst Ende Saison in die USA zu den San Jose Earthquakes?

Daniel Wyrsch
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Muss alleine trainieren: FCL-Offensivmann Jahmir Hyka. (Bild: Martin Meienberger/Freshfocus (Luzern, 2. Januar 2017))

Muss alleine trainieren: FCL-Offensivmann Jahmir Hyka. (Bild: Martin Meienberger/Freshfocus (Luzern, 2. Januar 2017))

Daniel Wyrsch

daniel.wyrsch@luzernerzeitung.ch

Jahmir Hyka (28) gehört zu den Publikumslieblingen in der Swissporarena. Er trainiert derzeit allein neben dem Stadion auf der Luzerner Allmend, während sich die anderen FCL-Profis im südspanischen Estepona auf die Rückrunde vorbereiten. Der albanische Nationalspieler hofft, dass sich Luzern und die San Jose Earthquakes über seinen sofortigen Wechsel in die USA einig werden.

Ein Interview gibt Jahmir Hyka erst, wenn der Transfer zum kalifornischen Klub der Major League Soccer (MLS) über die Bühne gegangen ist. Unserer Zeitung hat der technisch versierte, quirlige Offensivspieler immerhin verraten: «Es ist zwar noch nicht alles fix, aber sehr weit fortgeschritten. Die Vereine müssen einen Wechsel in der Winterpause noch vereinbaren.»

Poker um tiefere Transfersumme ist wahrscheinlich

Mit anderen Worten: Hyka ist mit dem US-Klub einig, der FCL und die «Quakes» müssten in diesen Tagen über die Ablösesumme verhandeln. Luzern-Sportkoordinator Remo Gaugler stellt allerdings auf Anfrage fest: «Ich habe noch kein Angebot von der MLS und vom Klub San Jose erhalten. Es muss alles über die MLS laufen – und die wissen von nichts.»

Offenbar lassen sich die Nordamerikaner Zeit, pokern um einen günstigeren Transfer. Sportchef Gaugler beziffert nicht, wie viel der FC Luzern für den sechsfachen Saisontorschützen verlangt.

Der seit fünfeinhalb Jahren für die Innerschweizer spielende 1,69 Meter grosse «Zauberzwerg» Hyka hat mit Luzern einen Vertrag, der im Sommer ausläuft. Beim MLS-Verein in San Jose würde er gemäss verschiedenen Medienberichten 500000 Dollar jährlich verdienen. Von den in der letzten Saison nicht für die Playoffs qualifizierten Earthquakes soll er während dreier Jahre bis Ende des Jahres 2019 verpflichtet werden.

Zum attraktiven Kontrakt soll gemäss amerikanischen Medienberichten ausserdem gehören, dass dem Mann aus Tirana eine luxuriöse Wohnung zur Verfügung gestellt wird.

Zusammen mit dem früheren Basel- und Grasshoppers-Stürmer Shkelzen Gashi (28) von den Colorado Rapids würde Hyka der zweite Albaner in der MLS sein. Mit Goalgetter Gashi, der vor einem Jahr als FCB-Profi ein Angebot des FCL ablehnte, spielt er im Nationalteam. San Jose überlegt sich gemäss «CenterLineSoccer.com», ob es den Feintechniker Hyka per sofort kaufen oder erst Ende Saison gratis übernehmen soll.

Die neue Meisterschaft in der nordamerikanischen Profiliga beginnt für die Earthquakes am 4. März mit dem Heimspiel gegen das Team von Montreal Impact. Jahmir Hyka wartet jetzt sozusagen auf ein kleines Erdbeben, damit er zum MLS-Saisonstart im 18000 Zuschauer fassenden Avaya Stadium in San Jose auflaufen kann.

Mittels attraktivem Offensivfussball soll Hyka mit seinen designierten neuen Mannschaftskollegen in San Jose für Spektakel auf dem Platz sorgen.

Hyka in zentraler Position hinter den Stürmern

Zuletzt haben die «Quakes» zu den harmlosesten Teams der Liga gehört. Wahrscheinlich wollen sie Jahmir Hyka auf der Position des Spielmachers direkt hinter dem Zweimannsturm ­einsetzen, statt wie der FC ­Luzern als linken Flügel. In der zentralen Rolle könnte Jahmir Hyka in Amerika vielleicht doch noch zum «Messi von Albanien» werden.