FUSSBALL: «Es gibt nichts zu feiern»

Hekuran Kryeziu (23) war massgeblich am Luzerner 2:1-Sieg gegen Lugano beteiligt. Für den Schwyzer ist das überhaupt kein Grund, abzuheben.

Daniel Wyrsch
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FCL-Mittelfeldspieler Hekuran Kryeziu (links) nahm am Samstag im Spiel gegen Lugano (rechts Jonathan Sabbatini) den Ball aus der Luft ab. (Bild Philipp Schmidli)

FCL-Mittelfeldspieler Hekuran Kryeziu (links) nahm am Samstag im Spiel gegen Lugano (rechts Jonathan Sabbatini) den Ball aus der Luft ab. (Bild Philipp Schmidli)

Daniel Wyrsch

Hekuran Kryeziu (23) bleibt zurückhaltend. Der FCL-Mittelfeldspieler ist froh um die ersten drei Punkte in dieser Rückrunde. «Sonst hätte es für uns in der unteren Tabellenregion eng werden können, darum sind wir erleichtert über diesen Sieg.»

Ausgiebig gejubelt hatten die Luzerner Protagonisten nach Spielschluss auf dem Platz. Mehr nicht. Für eine Feier gab es keinen Grund. Kryeziu: «Schaut man die letzten Wochen an, haben wir nichts zu feiern. Im Gegenteil: Wir müssen etwas gutmachen.» Es sei «immerhin ein bisschen eine Revanche gegen Lugano gewesen – die Niederlage im Cup-Halbfinal hat uns extrem wehgetan».

Die Mannschaft ass wie immer nach einem Heimspiel im VIP-Bereich der Swissporarena, danach gingen die Profis nach Hause. Bei Jahmir Hyka in Hergiswil konnte Kryeziu übernachten, da sie am Sonntagmorgen bereits wieder trainierten. Die Hin- und die Rückfahrt mit dem Auto nach Goldau, wo er bei den Eltern wohnt, vermied er.

Das Klima in der Mannschaft empfindet Kryeziu nicht als schlecht, wie Aussenstehende berichten. «Ich erlebte schon andere Zeiten in Luzern. Jetzt ist es in der Mannschaft ruhig geblieben.»

Gefallen hat Kryeziu die Reaktion gegen Lugano. «Wir haben gezeigt, dass wir als Mannschaft auftreten.» Seiner Meinung nach gibt es sowieso nur ein Grundrezept für den FCL: «Hier werden wir nur Erfolg haben, wenn wir ein kompaktes Kollektiv bilden.»

Kein Wort zu seiner Siegtorflanke

Dass Kryeziu entscheidenden Anteil am Sieg hatte, geht im Gespräch unter. Angesprochen auf seine Massflanke zu 2:1-Siegtorschütze Christian Schneuwly, spricht der gebürtige Küssnachter von seiner allgemeinen Situation: «Ich habe in der Rückrunde bis jetzt keinen einfachen Stand gehabt. Zuerst war ich gesperrt, dann hatte ich die Grippe und dazu Probleme mit einem Knie.»

Lugano zu Fehlern gezwungen

Im Cup gegen Lugano sei er in der zweiten Halbzeit wegen fehlendem Spielrhythmus ausgewechselt worden. Beim 2:5 bei YB war er wie am Samstag gegen Lugano eingewechselt worden. Dafür hat er Verständnis. «Das Verhältnis zu Trainer Markus Babbel ist gut.»

Was machte Luzern gegen Lugano besser als in den vorherigen Partien? Kryeziu: «Wir haben einen sehr guten Start erwischt, sind bissig gewesen und haben ein ziemlich hohes Pressing aufgezogen. Damit haben wir Lugano zu Fehlern gezwungen.»Nach sechs Pflichtspielniederlagen in Folge sei es ums Selbstvertrauen nicht gut bestellt gewesen, sagt Kryeziu. «Ich hoffe, dass wir einen Schritt aus der Minikrise haben machen können.» Er glaubt, dass ausser der erneuten Meisterschaft von Basel noch nichts entschieden sei. «Es bleibt bis zum Saisonende von Platz 2 bis 10 spannend.»

Drei FCL-Nachwuchsleute im Spiel

Kryeziu ist in den letzten zwei Jahren sowohl persönlich wie auch physisch gereift. Für ihn war die Leihsaison in Vaduz sehr wertvoll. «Trainer Giorgio Contini und dem FC Vaduz habe ich viel zu verdanken.» Im Sommer bei der Rückkehr nach Luzern habe er sogleich das Vertrauen von Markus Babbel und dessen damaligem Co-Trainer Roland Vrabec gespürt, sagt er.

In der Schlussphase gegen Lugano standen mit Nicolas Haas (20), Remo Arnold (19) und Hekuran Kryeziu drei Innerschweizer für Luzern auf dem Platz. Mit 87 Super-League-Spielen ist Kryeziu der klar Erfahrenste dieses Trios. «Es freut mich, dass auch Nicolas und Remo spielen können. Wenn ich ihnen helfen kann, dann mache ich das sehr gerne.»