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FUSSBALL: «Es ist mehr Energie im Team»

Markus Neumayr spielt am Samstag (17.45) zum ersten Mal im FCL-Dress gegen sein Ex-Team aus Vaduz. Er spricht über Contini, Barça-Star Piqué, seine Kinder und den Coiffeur.
Interview Daniel Wyrsch
Der neue FCL-Spielmacher Markus Neumayr wird heute gegen Vaduz ohne blonde Mähne antreten. (Bild: Freshfocus/Martin Meienberger)

Der neue FCL-Spielmacher Markus Neumayr wird heute gegen Vaduz ohne blonde Mähne antreten. (Bild: Freshfocus/Martin Meienberger)

Für Luzern-Trainer Markus Babbel ist klar, dass er im heutigen Heimspiel gegen das Tabellenschlusslicht Vaduz einem Mann eine Chance geben muss: Markus Neumayr, kürzlich 30 Jahre alt geworden, spielt gegen seinen Ex-Klub aus dem «Ländle» von Anfang an.

In der Winterpause hatte Babbel seinen offensiven Wunschspieler zum FCL geholt. «Es würde mich freuen, wenn Markus Neumayr ein tolles Spiel gelingt. Obwohl das Ergebnis im Vordergrund steht, würden wir ihm eine grosse Freude machen», weiss der FCL-Coach von seinem deutschen Landsmann.

Markus Neumayr, wird das erste Spiel gegen die Ex-Mannschaftskollegen vom FC Vaduz speziell?

Markus Neumayr:Natürlich, ich verbrachte tolle zweieinhalb Jahre in Vaduz. Wie allgemein bekannt ist, hatten wir als Mannschaft ein sehr enges und sehr gutes Verhältnis untereinander. Dank unserer Geschlossenheit konnten wir einiges erreichen. Darum ist es klar, dass es für mich ein besonderes Spiel wird. Doch sobald der Schiedsrichter anpfeift, wird es eine normale Partie wie jede andere sein. Dann spielt man gegen den Gegner und nicht mehr gegen Philipp Muntwiler oder sonst wen von Vaduz.

Im Moment läuft es den Liechtensteinern nicht. Zuletzt gab es eine 0:3-Heimniederlage gegen Zürich, ein Rückschlag im Abstiegskampf. Fehlt die Klasse Neumayrs, oder gibt es andere Gründe für das Formtief?

Neumayr: Ich bin generell kein Mensch, der gerne über andere Leute, andere Spieler oder andere Vereine redet. Aus diesem Grund ist es für mich schwierig, die Situation zu beurteilen. Ich wünsche meinem Ex-Klub nur das Beste und denke, dass es ein Kopf-an-Kopf-Rennen mit Lugano bis zum Schluss geben wird.

Sie haben zwar nicht die Topwerte in der Skorerliste, aber mit total sechs Schüssen trafen Sie am meisten aller Super-League-Spieler an die Torumrandung. Warum so viel Pech?

Neumayr: (schmunzelnd) Das ist eine lustige Statistik, die ich bis jetzt nicht gekannt habe. Da sieht man einmal, dass in dieser Saison nicht alles so glücklich läuft, wie es eigentlich sollte. Spass beiseite: So ist Fussball, manchmal gehen die Bälle rein, manchmal fliegen sie an die Latte. Da macht man sich als Spieler keine grossen Gedanken darüber.

Fünfmal schossen Sie als Vaduzer ans Aluminium, einmal im Luzern-Dress. Für den FCL war es in Sion ein Lattenschuss. Erinnern Sie sich?

Neumayr:Ja genau, in Sion, das ist korrekt. Ich grüble deswegen wirklich nicht. Ich bin schon immer ein Teamplayer gewesen und definiere meine Leistung immer über die Mannschaft. Wenn das Team gewonnen hat, ist das wichtigste Ziel erreicht. Verlieren wir, bin ich der Erste, der sagt, dass ich heute nicht auf der Höhe gewesen bin. Als zentraler Mittelfeldspieler stehe ich meistens in der Verantwortung.

Als es zu Beginn beim neuen Verein gleich sechs Niederlagen in Folge gab, erinnerten Sie sich zurück an wenig glorreiche Karrierestationen in Duisburg, Essen und Burghausen?

Neumayr:Das war auch in Vaduz so, dass wir phasenweise mehrere Spiele hintereinander verloren. Da hinterfragt man sich selbstverständlich mehr, als wenn es immer gut läuft. Ich denke, meine Ankunft fiel generell in eine etwas unglückliche Zeit. Aber so ist es im Fussball, manchmal gibt es Nebengeräusche im Klub. Als Mannschaft sind wir da durchgegangen und enger zusammengerückt. In den letzten Spielen konnte man feststellen, dass wir Fortschritte gemacht haben. Es ist auch mehr Energie in der Mannschaft, und ich glaube, wir sind jetzt gefestigt. Es wirft uns nichts mehr aus der Bahn.

In Vaduz hatten Sie mit Giorgio Contini einen Trainer, der jedem Spieler akribisch seine Aufgaben erklärte. Es heisst, Sie seien zu Beginn etwas verwundert gewesen, weil es in Luzern diese klaren Anweisungen nicht gegeben hat. Stimmt diese Geschichte?

Neumayr: So extrem ist der Unterschied nicht, es ist einfach eine andere Ausgangslage, weil sich Vaduz sehr auf die andere Mannschaft eingestellt hat. Wir spielten in jedem Spiel eine andere Taktik. Giorgio Contini versucht, gleich wie Murat Yakin, die Stärken des Gegners zu unterbinden. Das verlangt mehr individuelle Vorbereitung als jetzt mit Luzern. Wir versuchen, unseren eigenen Stil zu kreieren. Ein bisschen unabhängig vom System, weil jeder Spieler sehr hohe Qualität hat. Der Trainer möchte, dass jeder Spieler seine Fähigkeiten optimal auf den Platz bringt.

Wie gefällt es Ihnen und der Familie am neuen Wohnort in Adligenswil?

Neumayr: Mir gefällt es in der Region sehr gut, die Menschen sind sehr herzlich. Die Kinder fühlen sich pudelwohl. Die erste Grippewelle haben wir auch schon überstanden. Am Schluss hat es auch mich erwischt. Ich hoffe, dass die An­fangsschwierigkeiten damit vorüber sind.

Übrigens: Haben Sie sich die langen blonden Haare abschneiden lassen?

Neumayr:Ich musste mal wieder etwas an meiner Frisur verändern. Mein Coiffeur aus Basel ist in der Länderspielpause bei uns zu Besuch gewesen.

Ihr Freund aus den Manchester-United-Zeiten, Barça-Star Gerard Piqué, hat Sie auch schon in Luzern besucht?

Neumayr: Nein, sein Terminplan ist eng. Er hat in Aussicht gestellt, dass er vielleicht nach der EM bei uns vorbeischaut. Am Donnerstag hatten wir Kontakt, schrieben SMS; Gerard bestreitet am Samstag mit Barcelona den Clásico gegen Real Madrid.

Heute darf Babbel (noch) coachen

dw. Aus Sicht des FC Luzern zuerst die gute Nachricht: Markus Babbel darf die Mannschaft heute gegen Vaduz coachen. Nun die schlechte Nachricht: Die zwei Spielsperren gegen den FCL-Trainer bleiben bestehen. Die Verantwortlichen können den Entscheid innert den nächsten fünf Tagen beim Rekursgericht anfechten. «Bis nächsten Dienstag müssen wir entscheiden, ob wir einen Rekurs machen», bestätigt FCL-Medienchef Max Fischer.

In erster Instanz hatte Daniele Moro, der Einzelrichter und Präsident der Disziplinarkommission der Swiss Football League (SFL), die Luzerner Einsprache abgewiesen.

Schiedsrichter ignoriert Babbel

Babbel war vor zwei Wochen auswärts gegen Thun (1:1) in der Nachspielzeit wegen wiederholten Reklamierens vom Schiedsrichter Stephan Klossner auf die Tribüne verwiesen worden. Die SFL begründet: «Die Sanktion fällt mit zwei Sperren diesmal höher aus, weil Babbel in dieser Saison schon einmal auf der Tribüne Platz nehmen musste.»

Anders als gegen GC (3:3) gab es in Thun ein klares Fehlverhalten des Schiedsrichters: Klossner hatte Babbels Absicht, einen taktischen Wechsel vorzunehmen, einfach ignoriert.

In total 189 Pflichtspielen ist Babbel nunmehr dreimal auf die Tribüne verwiesen worden. Davon einmal in der Bundesliga: Am 29. 9. 2012 mit Hoffenheim gegen Augsburg (0:0).

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