Fussball

Ex-FCL-Trainer Thomas Häberli bald Nationaltrainer in Estland?

Wie die estnische Zeitung «Õhtuleht» schreibt, wird der ehemalige Coach des FC Luzern, Thomas Häberli, als Nationaltrainer Estlands gehandelt.

Daniel Wyrsch
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Der 46-jährige Ballwiler Thomas Häberli könnte bald einen neuen Job haben: Der estnische Fussballverband scheint grosses Interesse zu haben, den Ex-FCL-Coach als Nationaltrainer zu verpflichten. Journalisten aus Estland haben sich hier zu Land bereits über den Schweizer Trainer erkundet. Unter anderem der Reporter Eigo Kaljurand von der Zeitung «Õhtuleht». Thomas Häberli bestätigte gegenüber unserer Zeitung, dass er mit dem estnischen Verband in Kontakt steht.

Für Thomas Häberli würde die Arbeit bei den Esten herausfordernd beginnen: Die WM-Qualifikation gegen Belgien, Tschechien, Weissrussland und Wales startet am 24. März 2021.

Der Kontakt nach Estland besteht schon länger

Der frühere YB- und Basel-Profi Häberli hatte vor seiner Zeit in Luzern bereits temporär als Ausbildner in Estland gearbeitet. Er besitzt gute Kontakte zum Fussballverband und auch zu Klubs wie Flora Tallinn. Der estnische Rekordmeister war im Januar dieses Jahres aufgrund Häberlis Mithilfe in einem Trainingslager in Luzern und absolvierte Testspiele gegen Luzern und Kriens.

Häberli wurde fast genau vor einem Jahr, am 16. Dezember 2019, von den Luzerner Verantwortlichen freigestellt. Der Übungsleiter wurde Anfang Januar dieses Jahres durch Fabio Celestini ersetzt.

Thomas Häberli (hier im St.-Jakob-Park) war der Vorgänger von Fabio Celestini als FCL-Trainer.

Thomas Häberli (hier im St.-Jakob-Park) war der Vorgänger von Fabio Celestini als FCL-Trainer.

Bild: Martin Meienberger/Freshfocus (Basel, 29. September 2019)

Zuerst mit viel Euphorie im Cup YB gebodigt und in der Liga Platz 5 errungen

Thomas Häberli hatte das Amt beim FCL im Februar 2019 vom freigestellten René Weiler übernommen. Er führte die Innerschweizer bis Ende Saison auf den fünften Tabellenrang. Im Cup-Viertelfinal feierte Luzern einen denkwürdigen 4:0-Heimsieg gegen den Meister Young Boys mit dem ehemaligen FCL-Coach Gerardo Seoane an der Seitenlinie.

Weniger erfolgreich war die Vorrunde der Saison 2019/20: Aus 18 Spielen resultierten lediglich 18 Punkte, Luzern belegte Halbzeit-Platz 8. Ausserdem machte die Mannschaft keine spielerischen Fortschritte. Doch Häberli bekam mit Ausnahme von Torhüter Marius Müller und Stürmer Francesco Margiotta keine grossen Verstärkungen und musste sich mit Goalgetter Blessing Eleke herumschlagen. Der Nigerianer hatte den Klub nach einer erfolgreichen ersten Saison mit 13 Ligatoren verlassen wollen.

Darian Males und vielen anderen Jungen Vertrauen geschenkt

Für Thomas Häberli sprach während seiner Arbeit beim FCL, dass er zahlreichen Eigengewächsen das Debüt in der Super League ermöglichte. Junge Spieler wie der 19-jährige Darian Males schwärmten vom Ballwiler, weil er ihnen Vertrauen schenkte. Males wurde im vergangenen Sommer-Transferfenster zu Inter Mailand verkauft, er spielt nun leihweise bei Genua in der Serie A. Ihren Super-League-Einstand gaben unter anderem auch Lorik Emini, Marco Burch und David Mistrafovic (jetzt leihweise bei Kriens) unter dem möglichen neuen Nationaltrainer Estlands.