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FUSSBALL: «Fall Lezcano»: Strafmass via TV-Bilder

Die Beurteilung des Ausrasters von FCL-Spieler Dario Lezcano (25) liegt nun bei der Disziplinarkommission. Auf der anderen Seite stellt sich der Schiedsrichter-Chef klar hinter Ref Fedayi San (33).
Platzverweis am Sonntag für Dario Lezcano: Gleich schlägt der FCL-Stürmer dem Schiedsrichter die rote Karte aus der Hand. (Bild Philipp Schmidli)

Platzverweis am Sonntag für Dario Lezcano: Gleich schlägt der FCL-Stürmer dem Schiedsrichter die rote Karte aus der Hand. (Bild Philipp Schmidli)

daniel wyrsch

Nicht nur Dario Lezcano (25) wird für seine gelb-rote Karte gegen GC (3:3) im nächsten Meisterschaftsspiel des FC Luzern am Mittwoch nächster Woche in Vaduz gesperrt sein. Auch Trainer Markus Babbel (43) muss dann eine Sperre absitzen. Es gibt vereinzelte Stimmen, die meinen, dass Lezcanos Ausraster gegen Schiedsrichter Fedayi San am Sonntag seinen Ursprung in der Unbeherrschtheit des Coaches hatte. Babbel wurde von den Unparteiischen kurz vor der Pause auf die Tribüne verbannt, weil er mehrfach lautstark gegen die Entscheide der Schiedsrichter protestiert und San eine «Wurst» genannt hatte. Für diese Beleidigung ist er nun sanktioniert worden.

Babbel zum zweiten Mal bestraft

Doch was ist eigentlich mit Babbel während dieses Spiels passiert? Luzerns Trainer sitzt sonst ruhig auf der Spielerbank, lässt seinen temperamentvolleren Assistenten Roland Vrabec (41) herumschreien. Erst einmal in seiner Trainerkarriere war Babbel vor dem letzten Sonntag auf die Tribüne verwiesen worden. Vor drei Jahren im Bundesliga-Heimspiel mit Hoffenheim gegen Augsburg (0:0). Warum sich sein Ärger über die Unparteiischen als FCL-Coach im Heimmatch gegen GC derart anstaute und schliesslich entlud, erklärt Babbel so: «Ich war unzufrieden über die Leistung des vierten Schiedsrichtermannes an der Seitenlinie. Meiner Meinung nach sollte er seinen Kollegen auf dem Feld unterstützen und nicht darauf bedacht sein, nur zu kontrollieren, ob ich mein Territorium vor der Spielerbank um zehn Zentimeter übertrete.»

Schiedsrichter-Chef Cyril Zimmermann verteidigt Schiedsrichter Fedayi San (33), der in seiner dritten Saison mit regelmässigen Einsätzen in der Super League steht. Zimmermann findet, dass der Unparteiische eine durchschnittliche Leistung gezeigt habe. San habe den Match nicht entschieden, dies sei auch in den Matchanalysen der beiden Coaches zum Ausdruck gekommen, die ihn darin nicht erwähnt hatten. Zimmermann und übrigens auch FCL-Sportchef Rolf Fringer finden, die Luzerner seien durch einen umstrittenen Penaltypfiff des Refs sogar in einer wichtigen Szene bevorteilt worden. Babbel habe durch seine Unbeherrschtheit für zusätzlichem Druck auf den Spielleiter gesorgt, meint Zimmermann. Allerdings stützt eine andere Aussage Zimmermanns nicht die These, wonach Luzerns Coach am Ursprung des ständigen Reklamierens der Spieler beim Ref gestanden sein soll. «Der Match war nicht leicht zu leiten, weil es auf beiden Seiten schwierige Spieler gab.» GC-Trainer Pierluigi Tami (54), ein sehr ausgeglichener Mann, hat seine Profis kaum zum Meckern und zu Mätzchen angestiftet. Die Realität ist: Es war ein sehr intensives und hochemotionales Spiel zweier Teams, die sich nichts schenkten.

Entscheid wohl nächste Woche

Gestern hat die Swiss Football League (SFL) ein Verfahren gegen Luzerns Goalgetter eröffnet. Der Fall Lezcano beschäftigt die SFL-Disziplinarkommission um Präsident Daniele Moro. Der zuständige Disziplinarrichter, dessen Spruchkompetenz bei maximal vier Spielsperren liegt, hat den Fall aufgrund des möglichen Strafmasses an die Disziplinarbehörden überwiesen. Wie lange Lezcano gesperrt wird, ist offen. Die Sperre dürfte zwischen fünf und zehn Spielen betragen. Schiri-Boss Zimmermann erwartet den Entscheid Anfang nächster Woche noch vor der 9. LigaRunde, am nächsten Wochenende findet die 2. Cup-Runde statt.

Moro hat die Akten gestern Nachmittag erhalten, er will nicht sagen, bis wann er mit seinen Juristenkollegen die Sanktion aussprechen kann. «Es ist immer unser Ziel, sofort an die Arbeit zu gehen und den Fall zu prüfen.» Interessant ist, was Cyril Zimmermann über den Rapport von Ref San sagt: Es sei darin weder von einer «groben Unsportlichkeit» noch von einer Tätlichkeit die Rede. Denn bei einer Tätlichkeit hätte der Schiedsrichter die Partie abbrechen müssen. Zimmermann erklärt, dass der Tatbestand beziehungsweise das Strafmass nun aufgrund der Fernsehbilder eruiert wird. Offenbar handelt es sich um einen Präjudizfall, das Urteil wird besonders wichtig sein.

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