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FUSSBALL: Fast zum Partyverderber geworden

Der FC Luzern fordert die Young Boys in dem Spiel des Jahres neunzig Minuten lang. Am Ende trifft Jean-Pierre Nsame doch noch – YB ist erstmals seit 32 Jahren Schweizer Meister. Für den FCL bleibt nichts ausser Gratulationen für eine gute Leistung.
Raphael Gutzwiller, Bern
Jean-Pierre Nsame gelingt in der 89. Minute der Siegestreffer – wenig später gibt es im Stade de Suisse kein Halten mehr. (Bild: Peter Schneider/Keystone (Bern, 28. April 2018))

Jean-Pierre Nsame gelingt in der 89. Minute der Siegestreffer – wenig später gibt es im Stade de Suisse kein Halten mehr. (Bild: Peter Schneider/Keystone (Bern, 28. April 2018))

Raphael Gutzwiller, Bern

raphael.gutzwiller@luzernerzeitung.ch

Es war eine spezielle Szene direkt nach Abpfiff im Innern des Stade de Suisse, das an diesem Tag zum grössten Partytempel der Schweiz wurde. Draussen feierte der BSC Young Boys seine 12. Meisterschaft der Vereinsgeschichte, die erste seit 32 Jahren. Drinnen im Stadiontunnel stellten sich vom FC Luzern Captain Claudio Lustenberger, Torhüter Jonas Omlin und Trainer Gerardo Seoane den Medienschaffenden, die aus der Innerschweiz angereist waren. Die FCL-Akteure erhielten Gratulationen für eine überzeugende Leistung, am Schluss blieb den Luzernern aber nichts – trotz eines hervorragenden Auftritts.

Lustenberger: «Ein harter Penaltypfiff»

Gewiss, besser hätte auch ein Drehbuchautor dieses letzte Spiel zum Meistertitel für die Young Boys nicht schreiben können. Am Ende waren die Luzerner, die sich neunzig Minuten dagegen gestemmt hatten, diejenige Mannschaft, die YB zum Meistertitel gratulieren musste. Die Luzerner hatten gekämpft und gerackert, hatten sich gegen das Powerplay von YB gestemmt. Und ja, sie kamen sogar selber zu Offensivaktionen. Ausgerechnet Christian Schneuwly, der ehemalige Berner, der einst 2010 zu jenem YB-Team gehört hatte, das den Meistertitel noch auf der Zielgeraden verspielt hatte, brachte die Luzerner in Führung. Nach 48 Minuten zirkelte er einen Freistoss in den Winkel, YB-Legende Marco Wölfli war chancenlos. Aber nur vier Minuten später war der Schock für den Grossteil der Zuschauer im Stade de Suisse schon wieder weg. Gegen den jungen Mittelfeldakteur Idriz Voca war von Schiedsrichter Stephan Klossner ein Penalty gepfiffen worden. Für Claudio Lustenberger war der Penalty «sehr hart». «Für mich könnte es ebenso gut ein Foul an Idriz sein. Aber man kann es dem Schiedsrichter nicht verübeln, dass er in dieser Stimmung bei einer Fünfzig-fünfzig-Entscheidung für YB entschied.» Hoarau traf vom Punkt zum Ausgleich.

Und dann kam diese Schlussphase, die auch der beste Drehbuchautor nicht hätte besser schreiben können. Zuerst avancierte YB-Legende Marco Wölfli zum grossen Helden. In der 76. Minute hatte der FCL einen Penalty erhalten. Valeriane Gvilia lief an, brachte den Ball sogar gut aufs Tor. Aber an diesem Abend hätte es nicht ins Drehbuch gepasst, hätte YB-Goalie Marco Wölfli den Ball passieren lassen. Er parierte und hielt damit die Hoffnungen auf die Meisterfeier am Leben. Und dann kam eben jene 89. Minute, der Höhepunkt dieses Films. Der Ball wurde nochmals hoch in den FCL-Strafraum geschlagen, Guillaume Hoarau köpfelte den Ball in Richtung von Jean-Pierre Nsame, und dieser traf aus kurzer Distanz zum 2:1-Siegtreffer. Das Tor zum YB-Meistertitel.

Für den FCL blieb nicht mehr als die Erkenntnis, gegen die beste Mannschaft der Schweiz lange gut dagegengehalten zu haben. «Wir sind froh, dass wir eine gute Leistung zeigen konnten», sagte Jonas Omlin. «Es war ein sehr spezielles Spiel.» Wird ihm dieses Spiel noch lange in Erinnerung bleiben? «Nur in negativer. Wir hatten heute leider das Wettkampfglück nicht auf unserer Seite.» In der Vorwoche war das noch anders, damals traf Aussenverteidiger Simon Gre­ther für den FCL in der Nachspielzeit gegen den FC Zürich zum Sieg (2:1).

Seoane ist nicht überrascht von seinen «jungen Wilden»

Auch FCL-Trainer Gerardo Seoane akzeptierte die Gratulationen der Medienschaffenden, sagte auch, dass er stolz auf die Leistung seiner Mannschaft war. Diese habe ihn aber nicht überrascht. Auch nicht die Tatsache, dass gerade die Eigengewächse Jonas Omlin, Stefan Knezevic, Idriz Voca und Ruben Vargas zu den Besten zählten. «Sie sind seit Wochen gut in Form und haben gezeigt, dass sie konstant gut spielen können – egal wer der Gegner ist», sagt Seoane, der mit einer taktischen Variante überrascht hatte. Vargas, eigentlicher Flügelspieler, agierte in der Spitze und stellte mit seiner Schnelligkeit die YB-Defensive vor Probleme.

Lange gelang das hervorragend. Und hinten hatte man eine überzeugende Abwehr und einen bärenstarken Torhüter Jonas Omlin. Nur hatte der Drehbuchautor heute kein Interesse an einem glücklichen Ausgang für die Luzerner. Und den FCL-Akteuren blieb nichts anderes übrig, ausser «Danke» zu sagen zu den Gratulationen nach einer Niederlage.

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