FUSSBALL: FC Luzern kämpft um Markus Neumayr

Der FC Luzern möchte mit Spielmacher Markus Neumayr (30) den Vertrag verlängern. Bis jetzt waren die Verhandlungen erfolglos, denn auch Sion und andere Klubs werben um ihn.

Daniel Wyrsch
Drucken
Auch am letzten Samstag gegen seinen Ex-Klub Vaduz Torschütze: FCL-Regisseur Markus Neumayr (mit Bart). Bild: Martin Meienberger/Freshfocus (Luzern, 3. Dezember 2016)

Auch am letzten Samstag gegen seinen Ex-Klub Vaduz Torschütze: FCL-Regisseur Markus Neumayr (mit Bart). Bild: Martin Meienberger/Freshfocus (Luzern, 3. Dezember 2016)

Daniel Wyrsch

daniel.wyrsch@luzernerzeitung.ch

Seit Wochen führt der FC Luzern mit dem technisch versierten Mittelfeldspieler Markus Neumayr Gespräche. Der Verein will mit dem 30-jährigen Deutschen vorzeitig dessen Ende dieser Saison auslaufenden Vertrag verlängern. Der FCL offeriert dem Routinier einen neuen Zweijahreskontrakt.

Doch bis heute ist es zu keiner Einigung gekommen mit dem Profi, der in der aktuellen Saison bereits fünf Tore und fünf Assists auf dem Konto hat. Unsere Zeitung hat erfahren, dass Neumayr das Angebot bisher nicht angenommen hat, weil er von anderen Vereinen ebenfalls umworben wird.

Unter anderen zeigt der FC Sion Interesse an einer Verpflichtung des einstigen Toptalents von Manchester United. Manch ein FCL-Fan wird sich fragen, warum ausgerechnet jetzt Sion-Präsident Christian Constantin wieder einen wichtigen Luzern-Spieler ins Wallis lockt, denn am nächsten Sonntag (13.45) steht das Spiel Sion - FCL auf dem Programm.

Damals ging der Schuss nach hinten los

Der Hintergrund: Schon vor eineinhalb Jahren, vor dem Start zur Saison 2015/16 mit dem Spiel Luzern - Sion, hatte Constantin heftig um einen Leistungsträger aus der Swissporarena geworben. Goalgetter Marco Schneuwly (jetzt 31) wurde damals mit einem Fünfjahres-Traumangebot geködert. Nur ging der Schuss in jenem Match nach hinten los: Schneuwly traf in der Nachspielzeit zum 2:2-Endstand gegen die Walliser – und verlängerte ein paar Wochen später mit Luzern bis zum Sommer 2018.

Neumayr ist ebenfalls ein topseriöser Profi. Er wird am Sonntag im Tourbillon sicher auch alles dafür tun, dass der FCL mindestens einen Punkt holt und somit Platz 3 zum Abschluss der Vorrunde verteidigt. FCL-Sportkoordinator Remo Gaugler setzt grosse Hoffnungen in ein erneutes Gespräch mit Neumayr und dessen Agenten in den nächsten Tagen. Seiner Meinung nach ist eine Einigung noch vor dem Match in Sion möglich. «Markus Neumayr wird in Luzern als Spieler und Mensch geschätzt. Bei uns bekommt er das Vertrauen, das er benötigt, um seine Leistungen auf den Platz zu bringen.»

Gaugler ist gewiss nicht der Einzige, der daran zweifelt, ob Neumayr in Sion glücklich werden würde. Die Frage, die sich Neumayr nun stellen muss, ist: Will er die bislang erfolgreiche und anerkannte Arbeit in Luzern bis Mitte 2019 fortsetzen oder in Sion künftig mehr Geld verdienen, obwohl er damit auch eine Ungewissheit für sich und seine Familie in Kauf nimmt?

Markus Neumayr hatte unserer Zeitung Ende August gesagt, dass er die nächsten Jahre gerne für den FCL spielen möchte. Derzeit spricht er nicht in der Öffentlichkeit, er will den Medien frühestens im Januar wieder für Interviews zur Verfügung stehen. Remo Gaugler versicherte, dass er und die gesamte sportliche FCL-Leitung ihr Möglichstes dafür tun werden, um den Spielmacher zum Bleiben zu bewegen. Diese feste Absicht hat nicht zuletzt mit den jungen Mittelfeldspielern wie Nicolas Haas (20) und Filip Ugrinic (17) zu tun, die in den kommenden zwei Saisons weiterhin viel von der Erfahrung von Neumayr profitieren könnten.