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FUSSBALL: FC Luzern präsentiert «Vision 2021»

Der FC Luzern hat im Hinblick auf das 120-Jahr-Jubiläum die «Vision 2021» lanciert. Präsident Philipp Studhalter und CEO Marcel Kälin erklären ihre Idee und sagen, was hinter dem blauen FCL-Pass steckt.
Daniel Wyrsch und Rainer Rickenbach
CEO Marcel Kälin (links) und Präsident Philipp Studhalter präsentieren den neuen, blauen FCL-Pass – er gilt als Identifikationsmittel.Bild: Pius Amrein (Luzern, 13. März 2017)

CEO Marcel Kälin (links) und Präsident Philipp Studhalter präsentieren den neuen, blauen FCL-Pass – er gilt als Identifikationsmittel.Bild: Pius Amrein (Luzern, 13. März 2017)

Interview: Daniel Wyrsch und Rainer Rickenbach

sport@luzernerzeitung.ch

Der FC Luzern geniesst in der Bevölkerung seit einigen Jahren eine hohe gesellschaftliche Akzeptanz, wie sie es seit dem Meistertitel 1989 nicht mehr gegeben hat. Doch die Zuschauerzahlen stagnieren, irgendwie scheint auch die Begeisterung nicht weiter zuzunehmen?

Marcel Kälin: Das ist richtig, darum haben wir im Hinblick auf das 120-Jahr-Jubiläum in vier Jahren die «Vision 2021» lanciert. Wir wollen den Leuten eine Identifikation geben: Was ist der FC Luzern? Wohin will er? Damit zeigen wir, dass wir auch wirklich Ziele haben wie eine Unternehmung. Die Botschaft geht an die Mitarbeiter, aber ebenso an alle anderen Leute, die sich für den FCL interessieren. Dazu gehören der Fan von der Strasse wie die Unternehmung, für die wir der ideale Marketingpartner sind.

Ihr Slogan heisst «Gemeinsam schaffen wir Grosses». Die Frage beim nicht unbedingt für Konstanz bekannten FCL ist, ob der Verein in der jetzigen Besetzung der Führung mehrere Jahre zusammenbleibt.

Kälin: Wir müssen uns beweisen, dass wir das Geschriebene in dieser Vision auch wirklich leben und dass das nicht nur von kurzfristiger Dauer ist. Wir ­wollen einen Vierjahresplan umsetzen, unabhängig von den nächsten drei, vier Resultaten auf dem Platz. Kurzfristige Ergebnisse klammern wir aus und platzieren den FCL in der Innerschweiz als Unternehmung. Ich bin überzeugt, dass wir damit Leute gewinnen. Diese Leute kommen dann auch ins Stadion.

Wie sieht es denn aus mit den Auslastungen in den Stadion-Sektoren?

Im VIP-Bereich haben wir schon eine tolle Auslastung, könnten sie aber noch verbessern. Im Stehplatzsektor sieht es auch gut aus. Wo wir mehr Zuschauer gewinnen wollen, ist bei den Familien und Sportinteressierten, damit wir diese auch wieder für den FCL begeistern – in der gesamten Innerschweiz.

Das heisst, Sie wollen wieder vermehrt das Publikum vom Land und in den Kantonen ausserhalb von Luzern ansprechen?

Philipp Studhalter: Die Ausweitung in alle Innerschweizer Kantone steht im Vordergrund. Egal, wie die aktuelle Auslastung im Stadion ist, wir sind der Meinung, dass wir ein ehrliches Produkt haben, welches attraktiv ist. Wir denken langfristig. Vielleicht gibt es kurzfristige Entscheide, die man nicht nachvollziehen kann. Es geht um die Entwicklung des Klubs, dieser soll als Partner ernst genommen werden. Von mehreren langfristigen Partnern bekommen wir das Feedback, dass wir eine gute Arbeit leisten und ein Plus für deren Wertschöpfung generieren. Letztlich wollen wir mit unserer 1. Mannschaft und dem Nachwuchs ein attraktives Produkt bieten, für das andere Fussballklubs und Vereine aus anderen Sportarten und auch Nicht-Sportklubs ins Stadion kommen.

Haben Sie sich vorgenommen, statt aktuell 11000 auf 14000 Zuschauer pro Heimspiel zu kommen?

Studhalter: Eine Zahl sagen wir nicht voraus. Aber es geht darum, eine Aufbruchstimmung zu schaffen, in der sich alle Beteiligten für dieses Ziel einsetzen.

Rein sportlich ist der FCL in den letzten drei Jahren konstant erfolgreich gewesen. Er beendete die Meisterschaften auf den Plätzen 3 bis 5, derzeit ist er Vierter. Sie schreiben im Visions-Papier «Wir wollen Pokale gewinnen und Fussballfeste feiern». Ihnen ist klar, ein Cupsieg würde dem Verein sehr guttun?

Studhalter: Natürlich haben wir diese Ambition. Wir wollen auch, dass jeder Mitarbeiter und jeder Fan diese Ambition hat. Wir wollen Einfluss nehmen auf den Weg. Man muss spüren, dass wir am gleichen Strick ziehen und effizienter werden sowie Kräfte bündeln. Hinter dem Pokal steht die FCL-Siegermentalität, bestehend aus den Kernwerten bodenständig, gewinnend und agil. Das soll eine Haltung werden, mit der man durchs Leben geht. Der Slogan ist aber keine Kampfansage. Wir versprechen nicht, am Ende der nächsten Saison ­einen Pokal gewonnen zu haben. Das wäre gar nicht realistisch, sondern naiv.

Wofür steht denn der Begriff ­«Pokale gewinnen»?

Studhalter: Er steht für die Haltung und die Mentalität. Wir wollen nicht nur auf dem Platz erfolgreich sein, sondern auch bei der Arbeit auf der Geschäftsstelle und draussen. Wenn wir unseren Partnern einen Mehrwert bieten können oder eine hervorragende Betreuung eines Nachwuchsspielers bieten, dann haben wir symbolisch einen Pokal gewonnen.

Trotzdem erhofft sich der FCL-Fan nach 25 Jahren endlich wieder einen Titelgewinn.

Kälin: Klar, jeder Sportler hat das Ziel, zu gewinnen. Wenn wir als FCL sagen würden, wir sind zufrieden, wie es jetzt ist, dann wäre das ein falsches Signal. Jeder Junior, der zu uns kommt, muss die Siegermentalität übernehmen.

Sie haben einen blauen FCL-Pass hergestellt. Steht er symbolisch als Commitment, eine Verpflichtung der Mitarbeiter, für die Werte des Klubs einzustehen?

Kälin: Der Pass ist nicht nur für unsere Mitarbeiter oder für Philipp Studhalter und mich, die eine Vorbildrolle haben. Wir haben den Pass auch über die Mitarbeiter, die Spieler und den Staff zu unseren Fans gebracht. Die Fanvorstände wurden von uns informiert, sie können sich mit der Vision identifizieren, weil wir sie zuvor schon abgeholt hatten, ihre Gedanken sind eingeflossen in die Vision. Das Gleiche taten wir mit Unternehmen. Wir befragten sie, was ihre Wünsche und Träume mit dem FCL sind. Das sind unsere Werte, mit denen wir leben und wohin wir gehen wollen. Das ist ein Identifikationsmittel.

Was ist Ihr Wunsch, der hier noch nicht erklärt worden ist und den Sie mit der Vision erreichen wollen?

Studhalter: Ich möchte mit unseren Ideen hinausgehen zu den Unternehmen und Menschen in der Zentralschweiz. Wir wollen uns öffnen, unsere Ideen präsentieren. Dazu gehört auch, dass unsere Verantwortlichen für den Sport den Firmen zeigen können, wie wir im Spitzensport mit schwierigen Situationen unter Druck umgehen und welche Entscheide wir warum fällen.

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