FUSSBALL: FCL-Defensive vor der Prüfung

Der FC Luzern empfängt am Sonntag (16.00, SRF 2) im ersten Heimspiel der Rückrunde die Young Boys. Die Berner kommen mit dem besten Torschützen und dem besten Assistgeber der Liga.

Daniel Wyrsch
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Hält die Abwehr des FC Luzern mit Ricardo Costa (rechts, gegen Lausannes Kwang Pak) diesmal gegen die zweitplatzierten Young Boys dicht? Zuletzt kassierte sie beim 4:4 im Waadtland vier Treffer. (Bild: Martin Meienberger/Freshfocus (Lausanne, 5. Februar 2017))

Hält die Abwehr des FC Luzern mit Ricardo Costa (rechts, gegen Lausannes Kwang Pak) diesmal gegen die zweitplatzierten Young Boys dicht? Zuletzt kassierte sie beim 4:4 im Waadtland vier Treffer. (Bild: Martin Meienberger/Freshfocus (Lausanne, 5. Februar 2017))

Daniel Wyrsch

daniel.wyrsch@luzernerzeitung.ch

Zum Abschluss einer hochemotionalen Woche trifft der drittplatzierte FC Luzern morgen in der Swissporarena auf die zweitplatzierten Young Boys. Vergessen ist der Rauswurf des langjährigen Abwehrpatrons Tomislav Puljic (33) nicht, aber selbstverständlich muss sich das Team von Trainer Markus Babbel jetzt hundertprozentig auf den Sport konzentrieren. Gerade gegen die zuletzt sehr erfolgreichen Berner (sieben Siege aus den letzten acht Spielen) kann der FCL nur mit einer äusserst fokussierten Kollektivleistung bestehen.

Spielmacher Markus Neumayr (30) erklärt, wie die Mannschaft die Unruhen um die Puljic-Freistellung verarbeitet: «Tomislav Puljic, aber auch die ebenfalls nicht mehr erwünschten Sally Sarr und Jahmir Hyka sind hervorragende Typen, die Teil unserer Mannschaft sind. Wir müssen diese personellen Entscheidungen der Klubleitung annehmen, das ist Fussball.» Neumayr ist sich bewusst, dass YB mit seinem schnellen Umschaltspiel ein sehr gefährlicher Gegner ist. Dennoch ist der Deutsche von einem Vorteil überzeugt: «Zu Hause sind wir eine Macht!» Im eigenen Stadion hat der FCL immerhin fünf von neun Partien gewonnen. Beim letzten Gastspiel von YB in der Swissporarena gab es im November ein 2:2-Unentschieden.

Babbel mit grossem Respekt vor den Young Boys

Luzern-Trainer Markus Babbel (44) zeigt enormen Respekt vor YB: «Da kommt ein grosser Brocken auf uns zu, Bern ist eine Mannschaft mit sehr viel Qualität.» Seine Luzerner müssten eine Topleistung abrufen, um in dieser Partie erfolgreich zu sein.

Bei den letzten fünf Direktbegegnungen zwischen dem FCL und YB resultierten nicht weniger als 23 Tore (4,6 pro Match). Babbel würde ein erneutes Spektakel begrüssen. «Wenn das Spiel am Ende für uns ausgeht, darf der Verlauf durchaus spektakulär sein.» Beide Teams hätten ihre Qualitäten im Vorwärtsspiel.

Doch der Bayer ist sich selbstverständlich bewusst, dass YB mit dem besten Torschützen, Guillaume Hoarau (14 Tore), und dem besten Vorlagengeber, Yoric Ravet (14 Assists), zwei der Liga-Attraktionen in seinen Reihen hat. Babbel warnt: «Wir dürfen uns nicht viele Fehler erlauben, gerade in der Defensive.» Dabei denke er nicht an den Torhüter und die Verteidiger. «Wir müssen als ganze Equipe bereit sein, ex­treme Wege zu gehen und die Gefahr früh zu erkennen. Weil YB aus wenig viel machen kann.»

Die Taktik des FCL-Coaches ist bei einem Ballverlust, «nicht abzuschalten, sondern sofort zu versuchen, ins Gegenpressing zu gehen.» Beim 3:1-Sieg der Berner im Rückrundenstartspiel gegen Sion hat Babbel bei YB zwischen Ballgewinn und Torerfolg knappe zehn Sekunden gezählt.

Vertrauen in die Verteidiger Costa, Alves und Affolter

Damit die zentrale Dreierabwehr mit Ricardo Costa, Lucas Alves und François Affolter nicht in Schieflage gerät, fordert Babbel: «Wir müssen alle hellwach sein, damit wir die Zuspiele auf Hoarau und die anderen Angreifer unterbinden können.» Zudem verlangt er eine andere Körpersprache als am letzten Sonntag beim 4:4 in Lausanne.

Zum Rauswurf von Puljic, den der Trainer mitzuverantworten hat, wollte Babbel nichts sagen. «Ich konzentriere mich auf die Jungs, die da sind. Das Spiel ist schwer genug.» Das Vertrauen in die Abwehrspieler Costa, Alves und Affolter habe er. «Sonst wären sie nicht hier.»

Hinweis
Lesen Sie in der morgigen Ausgabe ein exklusives Interview mit YB-Sportchef Christoph Spycher, der seine Profikarriere einst beim FC Luzern lancierte.