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FUSSBALL: FCL flirtet plötzlich mit Europa

Ein begeisternder FC Luzern gewinnt in Aarau 6:2. Der vierte Sieg in Folge verändert die Perspektiven. Der Ex-Abstiegsanwärter hat eine Verwandlung hinter sich.
Daniel Wyrsch, Aarau
Grenzenlose Freude: Jérôme Thiesson (Mitte) umarmt 3:1-Torschütze Adrian Winter. Ridge Mobulu (rechts) freut sich mit. (Bild: EQ Images/Marc Schumacher)

Grenzenlose Freude: Jérôme Thiesson (Mitte) umarmt 3:1-Torschütze Adrian Winter. Ridge Mobulu (rechts) freut sich mit. (Bild: EQ Images/Marc Schumacher)

Die Spieler des FC Luzern feiern den Sieg auf dem Brügglifeld. (Bild: Keystone)Die Spieler des FC Luzern feiern den Sieg auf dem Brügglifeld. (Bild: Keystone)
Jakob Jantscher (links) feiert sein Tor zum 0:1. (Bild: Keystone)Jakob Jantscher (links) feiert sein Tor zum 0:1. (Bild: Keystone)
Jakob Jantscher (2. von links,) vom FCL feiert sein Tor zum 0:1. (Bild: Keystone)Jakob Jantscher (2. von links,) vom FCL feiert sein Tor zum 0:1. (Bild: Keystone)
Der Luzerner Dario Lezcano feiert ein Tor. (Bild: Keystone)Der Luzerner Dario Lezcano feiert ein Tor. (Bild: Keystone)
Der Luzerner Adrian Winter feiert sein Tor. (Bild: Keystone)Der Luzerner Adrian Winter feiert sein Tor. (Bild: Keystone)
Die Luzerner Spieler feiern ihren Sieg nach dem Schlusspfiff. (Bild: Keystone)Die Luzerner Spieler feiern ihren Sieg nach dem Schlusspfiff. (Bild: Keystone)
Der Luzerner Remo Freuler (rechts) schiesst das fünfte Tor für den FCL gegen Aaraus Torhüter Joel Mall. (Bild: Keystone)Der Luzerner Remo Freuler (rechts) schiesst das fünfte Tor für den FCL gegen Aaraus Torhüter Joel Mall. (Bild: Keystone)
Die Spieler des FC Luzern feiern eines ihrer Tore. (Bild: Keystone)Die Spieler des FC Luzern feiern eines ihrer Tore. (Bild: Keystone)
Der Aarauer Torhüter Joel Mall wird von den Luzerner Fans mit Bier geduscht. (Bild: Keystone)Der Aarauer Torhüter Joel Mall wird von den Luzerner Fans mit Bier geduscht. (Bild: Keystone)
Fliegendes Duell: Der Luzerner Dario Lezcano (rechts) gegen den Aarauer Luca Radice. (Bild: Keystone)Fliegendes Duell: Der Luzerner Dario Lezcano (rechts) gegen den Aarauer Luca Radice. (Bild: Keystone)
Der Luzerner Jakob Jantscher (links) sprintet dem Aarauer Dusan Djuric davon. (Bild: Keystone)Der Luzerner Jakob Jantscher (links) sprintet dem Aarauer Dusan Djuric davon. (Bild: Keystone)
Luzern Alain Wiss (hinten) im Duell mit Aaraus Igor Nganga. (Bild: Keystone)Luzern Alain Wiss (hinten) im Duell mit Aaraus Igor Nganga. (Bild: Keystone)
Die Spieler des FC Luzern feiern den vierten Sieg in Serie. (Bild: Keystone)Die Spieler des FC Luzern feiern den vierten Sieg in Serie. (Bild: Keystone)
13 Bilder

FC Aarau - FC Luzern 2:6

Daniel Wyrsch, Aarau

Aus der FCL-Kabine dröhnt nach dem Match Reggaeton-Partymusik. Die Spieler feiern im altehrwürdigen Brügglifeld den vierten Sieg hintereinander. In 15 Tagen haben die Luzerner mit den Erfolgen über GC (2:0), Basel (2:1), St. Gallen (6:2) und Aarau (6:2) das Maximum von 12 Punkten gewonnen. «Um auf diese Punktezahl zu kommen, brauchten wir fast die ganze Vorrunde», stellt Goalie David Zibung (31) fest. Tatsächlich: Die Zentralschweizer hatten nur 13 Zähler in 18 Hinrundenpartien geholt.

Zum «Team der Stunde» avanciert

Der enttäuschende Letztplatzierte der Winterpause hat sich in der zweiten Saisonhälfte in eine erfolgreiche Mannschaft verwandelt. Nun ist der FCL sogar zum «Team der Stunde» avanciert.

Claudio Lustenberger (28) geniesst es sichtlich, in seiner Funktion als Captain den Journalisten endlich Auskunft über Siege geben zu können. Wie oft schon hatte er in den letzten zwei, drei Jahren hinstehen und Niederlagen erklären müssen! Jetzt steht er da im rustikalen Kabinengang und lacht wie ein Maikäfer. Absichtlich gibt er Floskeln von sich: «Wenns läuft, dann läufts.» Und: «Jetzt gehen die Bälle plötzlich rein.»

Logisch: Das mit den besser gewordenen Resultaten gesteigerte Selbstvertrauen ist bei den FCL-Spielern ein Hauptgrund für den Erfolg. Doch Lustenberger vergisst trotz diesem Hoch der Gefühle nicht, woher die Mannschaft gekommen ist. Sie hätten viel investieren müssen, damit sie unten rausgekommen sind. Mit nunmehr 13 Punkten Vorsprung bei fünf ausstehenden Runden sind die Zentralschweizer nur noch theoretisch vom klar letztplatzierten FC Aarau einzuholen. Der Krienser denkt aber an das in der Anfangsphase schwierige Spiel bei tiefem Terrain im regennassen Brügglifeld zurück: «Wir haben keinen Grund, überheblich zu sein. Die ersten 20 Minuten waren nicht schön gewesen.»

«Eine lustige Heimfahrt»

Nach der erfolgreichen Mission dürfen die Sieger den praktisch gesicherten Ligaerhalt feiern. Lustenberger verspricht schmunzelnd «eine lustige Heimfahrt» im Mannschaftsbus. Natürlich fliessen ausnahmsweise ein paar Bierchen die Kehlen der Profisportler hinunter. Das darf in einem speziellen Moment der Glückseligkeit durchaus mal sein.

St. Galler Steilpass

Doch die Saison ist noch nicht fertig: Mit der gleichzeitigen 0:1-Heimniederlage von St. Gallen gegen Sion sind die Ostschweizer plötzlich in Reichweite. Vier Punkte beträgt der Rückstand des FCL noch auf die St. Galler, die auf Platz 5 stehen. Diese Rangierung würde in der Schlusstabelle zur Teilnahme an der Qualifikation zur Europa League reichen – falls der Cupfinal vom 7. Juni im St.-Jakob-Park mit einem Heimsieg von Basel über das bislang ungeschlagene Sion (12 Finals, 12-facher Cupsieger) endet.

Beim Nachhaken geht Lustenberger doch noch auf die Frage nach der Chance auf die Europacup-Teilnahme ein. «Wir schauen in der Tabelle jetzt natürlich schon nach oben.» Und dann fügt er hinzu: «Wir sind aber zunächst einfach mal froh, unten raus zu sein!»

Beim Captain ist die Demut inzwischen in Fleisch und Blut übergegangen. «Der Dank gehört den erneut sensationellen Fans – und ich verspreche, wir werden jetzt nicht im Lehnstuhl sitzen und meinen, dass es einfach so weitergeht.» Durch die Erfolgserlebnisse mache das Training in der Woche jetzt wieder viel mehr Spass.

Winters Vergleich mit Federer

Spass hat auch der Schütze des wichtigen 3:1, Adrian Winter (28), beim Interview mit dem Sender Teleclub. Er macht einen Vergleich mit dem Schweizer Tennis-Maestro. «Wir schauen häufig Roger Federer zu, der gewinnt öfter 6:2, 6:2», erklärt Winter mit Schalk. Mit diesen Satzergebnissen hat Luzern bekanntlich die letzten beiden Spiele gewonnen. Winter liefert den seiner Meinung nach relevanten Grund für die Erfolgsserie – diesmal mit ernsthafter Miene – nach: «Das ist die Belohnung für die harte, seriöse Arbeit, die wir in dieser Saison geleistet haben.»

Zu einem möglichen erneuten Ticket für die Europa-League-Qualifikation wie letzte Saison unter Trainer Markus Babbels Vorgänger Carlos Bernegger möchte sich Winter nicht äussern: «Wir sind zu lange da unten rumgeturnt, um nun schon wieder über die Europa League zu reden. Jetzt freuen wir uns einfach auf die letzten fünf Spiele.»

Direkt auf die Frage nach dem europäischen Geschäft geht Marco Schneuwly (30) ein. Der «Killer», wie sie den Goalgetter in der Mannschaft nennen, sagt nach seinen Ligatoren Nummer 15 und 16: «Die Europa League wäre das perfekte Gegenteil zur Vorrunde. Im Fussball ist alles möglich.»

Schlussprogramm

Luzern: Thun (h), Vaduz (a), Young Boys (a), Zürich (h), Sion (h).

St. Gallen: Young Boys (a), Grasshoppers (a), Thun (h), Aarau (h), Basel (a).

Torschützenliste

1. Gashi (Basel) 21. 2. Hoarau (YB/+1) und Marco Schneuwly (Luzern/+2) je 16. 4. Konaté (Sion/+1) 12. 5. Dabbur (GC) und Streller (Basel) je 11. 7. Sadik (Thun/+1) 10. 8. Embolo (Basel), Lezcano (Luzern/+1) und Etoundi (Zürich) je 9. 11. Caio (GC), Delgado (Basel), und Steffen (YB) je 8. 14. Chikhaoui (Zürich), Roberto Rodriguez (St. Gallen) und Tafer (St. Gallen) je 7. 17. Callà (Basel/+1), Cavusevic (St. Gallen) Chermiti (Zürich), Chiumiento (Zürich), Jantscher (Luzern/+1), Freuler (Luzern/+1), Ravet (GC/+1) und Schürpf (Vaduz) je 6. 25. Bunjaku (St. Gallen), Karanovic (St. Gallen), Kubo (YB), Michael Lang (GC), Neumayr (Vaduz) und Nuzzolo (YB) je 6.

Hinweis

Mehr zum FCL und zur Super League auf Seite 24.

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