FUSSBALL: FCL-Geheimplan um Lehmann

Beim FC Luzern fürchtet man Unruhe im Abstiegskampf wie der Teufel das Weihwasser. Doch die Personalplanung läuft und die Rückkehr von Goalietrainer Stephan Lehmann zeichnet sich ab.

Drucken
Teilen
FCL-Torhüter David Zibung (links) und der damalige Goalietrainer Stephan Lehmann am 10. September 2011. Unter Lehmann war Zibung konstanter als in den letzten Jahren. (Bild Philipp Schmidli)

FCL-Torhüter David Zibung (links) und der damalige Goalietrainer Stephan Lehmann am 10. September 2011. Unter Lehmann war Zibung konstanter als in den letzten Jahren. (Bild Philipp Schmidli)

Daniel Wyrsch

Sportchef Rolf Fringer hat keine andere Wahl: Er muss die Planung für die nächste Saison vorantreiben, auch wenn er noch nicht weiss, in welcher Liga der FCL spielen wird. Die Aussichten darauf, dass es weiterhin die Super League sein wird, sind seit dem 1:0-Sieg beim FC Zürich wieder besser geworden.

In etwas mehr als zwei Monaten beginnt nämlich schon die Vorbereitung auf die nächste Saison. Vorher muss Fringer aber noch ein paar Antworten auf offene Personalfragen finden: Der Nachwuchs braucht nach dem bevorstehenden Abgang von Andy Egli einen neuen Chef, die U 16 anstelle des wohl zu den Black Boys Basel (1. Liga) ziehenden Benjamin Huggel einen neuen Trainer. Und vor allem laufen bei den Profis die Verträge von Alain Wiss, Adrian Winter, Oliver Bozanic, Jahmir Hyka und Lorenzo Bucchi aus. Mit allen vier Trainern der ersten Mannschaft (Markus Babbel, Roland Vrabec, Christian Schmidt und Daniel Böbner) muss die Zukunft geregelt werden.

Lehmanns Rückkehr ist Formsache

Von Zuzügen ist bislang nichts bekannt. Da der FCL zum zweiten Mal hintereinander über 2 Millionen Franken Verlust schreiben wird, ist nicht mit Aufsehen erregenden neuen Namen zu rechnen. Für Gesprächsstoff vor dem morgigen Spiel in Thun (17.45 Uhr) wird aber ein altbekannter Name sorgen: Ex-Goalietrainer Stephan Lehmann.

Seine Rückkehr nach Luzern scheint nur noch Formsache zu sein. Fringer, der mit dem in Hergiswil wohnhaften 51-Jährigen schon in seiner Zeit als FCL-Trainer zusammengearbeitet hat, betont: «Es ist noch nicht entschieden, wer nächste Saison die Goalies trainieren wird. Die Trainer haben ein Mitspracherecht.» In seiner Position darf er auch gar nichts anderes sagen, schliesslich hat Fringer schon mehrfach darauf hingewiesen, dass der Fokus einzig und allein dem Ziel Ligaerhalt gelte.

Trotzdem deuten alle Signale aus dem Umfeld des FCL dahin, dass Lehmann nach gut drei Jahren der Nachfolger seines Nachfolgers Böbner (45) wird. Böbner folgte auf Lehmann, weil sich dieser mit Walter Grüter, dem Konditionstrainer von Murat Yakin, überworfen hatte und kurz vor Ende der Saison 2011/12 gehen musste.

Regelmässig haltbare Gegentore

Fachlich und charakterlich ist Böbner nichts vorzuwerfen, aber betrachtet man die Leistungen der FCL-Goalies in den letzten drei Jahren, fällt seine Bilanz ernüchternd aus. David Zibung (31) hat seit Lehmanns Abgang nicht mehr konstant gespielt, musste unter Böbner regelmässig haltbare Tore einstecken. Erst seit Beginn der laufenden Rückrunde und der Rückkehr des Abwehrchefs Tomislav Puljic geht es mit den Leistungen von Zibung wieder aufwärts.

Sein Back-up Lorenzo Bucchi (31) machte letzte Saison zwei gute Partien anstelle des gesperrten Zibung. In der laufenden Spielzeit erhielt der Römer unter Carlos Bernegger zweimal den Vorzug. Doch waren es gleichzeitig die letzten zwei Spiele vor der Freistellung des Schweiz-Argentiniers: Der FCL verlor 1:2 gegen St. Gallen und 1:3 in Sion. Bucchi leistete sich keine Flops, aber unter dem neuen Trainer Babbel kehrte Zibung zurück ins Tor. Der glücklose Bucchi muss sich inzwischen mit U-21-Goalie Jonas Omlin (21) die Nummer 2 teilen. Jedes zweite Spiel wechseln sich die beiden als Ersatzgoalies ab.

Lehmanns Trumpf ist die Erfahrung

Für Böbner wie Babbel war der Super-League-Einstand von Omlin eine Niederlage. Der junge Keeper griff vor drei Wochen im Heimspiel gegen Basel (1:4) bei einem haltbaren Freistoss von Shkelzen Gashi daneben und verursachte anschliessend den Penalty zum 0:2.

Lehmann, zweifacher Meister und vierfacher Cupsieger mit Sion, kann im Gegensatz zu Böbner auf eine grosse Erfahrung als Profi, mitunter als 14-­facher Nationalgoalie, zurückgreifen. Ihm macht niemand etwas vor. Zudem kommt der in positivem Sinne etwas verrückte und gnadenlos direkte Torhütertrainer, seit er 2006 als Assistent von René van Eck mit dem FCL in die Super League aufstieg, beim Publikum gut an. Lehmann, der in den letzten beiden Saisons beim FC Sion arbeitete, will sich über eine berufliche Zukunft in Luzern nicht äussern.

Sicher ist: Wenn Zibung sein aktuelles Leistungsvermögen im weiteren Verlauf des Abstiegskampfes halten kann, wird das dem FC Luzern den Weg zum Ligaerhalt leichter machen. Und so etwas macht sich ja auch im Lebenslauf von Böbner gut.