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FUSSBALL: FCL-Goalie Omlin packt seine Chance

Die Luzerner Fans feierten Torhüter Jonas Omlin (22) im Cup-Achtelfinal in Köniz. Lob erhält der Obwaldner nach dem Sieg im Penaltyschiessen von Trainer Markus Babbel und Stammgoalie David Zibung.
Daniel Wyrsch
Der letzte Schuss der Könizer ging am Donnerstag über das Tor von Jonas Omlin. Bild: Martin Meienberger/Freshfocus (Köniz, 27. Oktober 2016)

Der letzte Schuss der Könizer ging am Donnerstag über das Tor von Jonas Omlin. Bild: Martin Meienberger/Freshfocus (Köniz, 27. Oktober 2016)

Eitel Sonnenschein herrschte beim FC Luzern am Tag nach dem gewonnenen Penaltykrimi von Köniz zwar nicht. «Trotzdem haben wir für den Verein Aussergewöhnliches geschafft», stellte Cheftrainer Markus Babbel bitter lächelnd fest. Tatsächlich. 1:1 hatte das Skore nach 90 und 120 Minuten gelautet. Am Ende siegte der FCL mit allen fünf verwerteten Versuchen 5:4 im Penaltyschiessen gegen den drittklassigen FC Köniz aus der Promotion League. Das hat es seit elf Jahren nicht mehr gegeben: Am 22. Oktober 2005 hatte der FCL beim Weiterkommen in der 2. Cup-Hauptrunde gegen Concordia Basel sein letztes Elfmeterschiessen gewonnen.

Fünf verlorene Penaltyschiessen in Serie

Bis zum hauchdünnen Erfolg vorgestern vor 2150 Fans auf dem Sportplatz Liebefeld musste Luzern fünf Niederlagen hintereinander in Elfer-Lotterien hinnehmen. Besonders in Erinnerung geblieben ist Torhüter David Zibung (32) der verpasste Cup-Triumph 2012 im Final gegen Basel. Das Luzerner Urgestein war auch 2009 im verlorenen Cup-Halbfinal gegen Sion und beim Ausscheiden in der Europa-League-Qualifikation 2014 gegen St. Johnstone aus Schottland bei den Penaltyentscheidungen im Tor. 2010 in Biel und 2013 beim blamablen Erstrunden-Aus gegen die Amateure von Delémont stand der damalige Ersatztor­hüter Gabriel Wüthrich bei den fälligen Penaltyschiessen zwischen den Pfosten.

Zibung hatte sich offenbar so an die FCL-Niederlagen in der Elfmeterentscheidung gewöhnt, dass er keine Erinnerungen mehr an den Sieg von 2005 gegen Concordia besass. Doch mit einem gehaltenen Penalty trug er damals seinen Teil bei zum Sieg der Luzerner.

In Köniz aber musste Zibung zuschauen, wie sich sein Ersatz Jonas Omlin (22) schlug. «Obwohl er keinen Penalty hielt, hat er das Penaltyschiessen gewonnen», anerkannte Zibung die gute Gesamtleistung seines zehn Jahre jüngeren Stellvertreters. Den letzten Elfmeter hatte Köniz-Stürmer Altin Osmani bekanntlich über das Tor geschossen. «Als Goalie musst du den Schützen dazu bringen, den Schuss zu verziehen», meinte Omlin nach dem Viertelfinal-Einzug mit einem Augenzwinkern.

Bei den 250 FCL-Fans hinter dem Tor kam der Obwaldner an. So feierten die lautstarken Anhänger den jungen Goalie schon zu Beginn und während des Spiels mit «Omlin, Omlin»-Rufen.

Aufgefallen war der 1,89 Meter grosse Schlussmann mit genauen Abschlägen zu den Angreifern – mitunter bis in die gegnerische Platzhälfte. Zu tun hatte Omlin nicht ausgesprochen viel, «aber als Goalie sind das die schlimmsten Spiele. Du hast wenig Arbeit, und deshalb kann jeder Fehler spielentscheidend sein», erklärte Zibung. Auch die Lichtverhältnisse waren für den Torhüter unangenehm. Trotzdem hat Omlin die Bälle gehalten, die er musste. Nur einmal, nach einem hohen Rückpass durch den eigenen Sechzehner von Verteidiger François Affolter, ist Omlin quasi zu einem Fehler provoziert worden. Die versuchte Spielauslösung landete beim Gegner, die Flanke von Cristian Miani konnte der Luzerner Torhüter aber im Nachfassen unschädlich machen.

Von Zibung, der langjährigen Nummer 1, erhält Omlin für den Gesamtauftritt ein positives Zeugnis: «Jonas hat eine gute bis sehr gute Leistung gezeigt.» Der FCL-Coach ist ebenfalls angetan von der Darbietung seines zweiten Torhüters, der Anfang Saison nach dem Leihjahr beim Challenge-League-Verein Le Mont diese Position vom weggezogenen Lorenzo Bucchi (Aarau) übernommen hat. Babbel: «Der Auftritt von Jonas Omlin hat mir sehr gut gefallen, er spielte mit Überzeugung und hatte eine gute Präsenz.» Auch beim Elfmeterschiessen habe er ein sicheres Gefühl gehabt, dass der Ersatztorgoalie mit dieser ungewohnten Situation zurechtkomme.

Babbel will sehen, wie Omlin unter Druck spielt

Offensichtlich ist, dass Omlin Fortschritte gemacht hat. Morgen (13.45) im Ligaspiel auswärts gegen Lausanne wird aber wie geplant wieder Zibung im Tor stehen. Im Cup-Viertelfinal, der erst am 6. November ausgelost wird, ist erneut mit Omlin zu rechnen. «Ich will sehen, wo er steht, falls David Zibung mal ausfallen sollte», stellte Babbel klar.

Daniel Wyrschdaniel.wyrsch@luzernerzeitung.ch

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