FUSSBALL: FCL in der Offensive harmlos

Der FC Luzern hat beim 0:1 auf dem Kunstrasen in Thun gleich zwei Dinge bestätigt: erstens, dass er dort nicht siegen kann, zweitens, dass heuer nach einem Sieg stets ein Rückfall folgt.

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Kein Durchkommen für FCL-Angreifer Dario Lezcano: Die Thuner Dennis Hediger (links) und Fulvio Sulmoni haben Ball und Gegner unter Kontrolle. (Bild: EQ/Daniel Teuscher)

Kein Durchkommen für FCL-Angreifer Dario Lezcano: Die Thuner Dennis Hediger (links) und Fulvio Sulmoni haben Ball und Gegner unter Kontrolle. (Bild: EQ/Daniel Teuscher)

Luzerns Dario Lezcano (rechts) kämpft um den Ball gegen Thuns Dennis Hediger. (Bild: Keystone / Peter Klaunzer)
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Thuns Alexander Gonzalez (rechts) jubelt ueber sein Tor zum 1:0 mit seinen Teamkollegen Ridge Munsy (Mitte) und Nelson Ferreira. (Bild: Keystone / Peter Klaunzer)
Alexander Gonzalez feiert sein Tor. (Bild: Keystone / Peter Klaunzer)
Luzerns Trainer Markus Babbel steht neben der Spielerbank. (Bild: Keystone / Peter Klaunzer)
Luzerns Sally Sarr foult Thuns Nelson Ferreira. (Bild: Keystone / Peter Klaunzer)
Luzerns Kaja Rogulj (rechts) foult Thuns Ridge Munsy. (Bild: Keystone / Peter Klaunzer)
Vor dem Spiel präsentieren sich die Thuner Spieler mit einer Botschaft auf einer Bande. (Bild: Keystone / Peter Klaunzer)

Luzerns Dario Lezcano (rechts) kämpft um den Ball gegen Thuns Dennis Hediger. (Bild: Keystone / Peter Klaunzer)

Daniel Wyrsch, Thun

FCL-Trainer Markus Babbel verteidigte seine Schützlinge nach der 0:1-Niederlage in Thun: «Ich kann meiner Mannschaft keinen Vorwurf machen. Engagement und Leidenschaft haben zu 100 Prozent gestimmt.» Dieses Mal habe es keinen Leistungseinbruch auf ein gewonnenes Spiel (1:0 beim FC Zürich) gegeben, wie er es seit seiner Ankunft in Luzern schon mehrmals erlebt hat.

Offensive Bankrotterklärung

Auch wenn Babbel mit seiner Analyse hinsichtlich des Einsatzwillens Recht haben mag, war der spielerische Auftritt seiner Mannschaft doch enttäuschend. In der ersten Halbzeit ist es noch einigermassen gegangen, was die Luzerner in der Offensive produzierten. Mit Marco Schneuwlys ausgelassener Kopfballchance aus zwei Metern besass der FCL in der 6. Minute die klar beste Gelegenheit, das Skore zu eröffnen.

Aber wenn Babbel hinterher davon spricht, dass er ein sehr intensives Spiel gesehen habe, «beide Mannschaften sehr gewillt waren, dieses Spiel zu entscheiden, wir noch etwas mehr in der ersten Halbzeit», dann kommt dies einer Bankrotterklärung gleich sieht man, wie viele Chancen sich die Luzerner in den restlichen 84 Minuten nach Schweuwlys Topchance herausspielten. Einzig Adrian Winter hätte in der 27. Minute ein Zuspiel von Sally Sarr mit einem Schuss aus zehn Metern torgefährlich abschliessen können, doch der nach längerer Zeit wieder einmal von Anfang eingesetzte Aussenangreifer passte weiter. Mit dem Resultat, dass Schneuwly aus der unpräzisen Vorlage nichts Zählbares mehr machen konnte.

«Magisches Dreieck» verliert Bälle

Das war nicht etwa eine Szene mit Seltenheitswert, der FCL brachte es gestern Abend mehr als ein Dutzend Mal fertig, im Ansatz gute Aktionen mit Fehlpässen zunichtezumachen. Natürlich hat Thuns Trainer Urs Fischer Recht, wenn er sich darüber freut, «dass wir kompakt standen und den Luzernern 90 Minuten lang nicht viel zugestanden haben». Trotz dem gewohnt unbequemen, in der Defensive beinahe fehlerlosen Gegner aus dem Berner Oberland muss festgestellt werden, dass die Zentralschweizer keinen echten Prüfstein abgaben. Viel zu kompliziert und zu wenig genau waren deren Angriffsbemühungen. Schneuwly, Winter und der einmal mehr unglücklich und viel zu wenig effizient agierende Dario Lezcano wirkten wie ein «magisches Dreieck», dem stets die Bälle verloren gingen. In der Offensive war Jakob Jantscher der einzige Luzerner mit einer genügenden Leistung. So ist natürlich nichts zu gewinnen. Ob auf einem Naturrasen oder auf dem unbeliebten Thuner Plastik, wo die Luzerner weiter ohne Sieg bleiben, dafür aber seit der Arena-Eröffnung im Juli 2011 nun im achten Match zum fünften Mal verloren haben.

Sehenswertes Thuner Siegtor

Für den einzigen wirklich magischen Moment in diesem unterdurchschnittlichen Super-League-Spiel sorgte Alexander Gonzalez. In der 63. Minute voll­endete der Venezolaner einen Angriff nach einem Doppelpass mit Nelson Ferreira mit einem wunderbaren Schuss in die entfernte Ecke zum 1:0-Siegtreffer.

Während Thun nun zwischenzeitlich auf Platz 3 vorrückt, ist Luzerns Situation im Abstiegskampf wieder eine heikle, falls Aarau heute das erste Heimspiel unter dem neuen Trainer Raimondo Ponte gegen Cupfinalist Sion gewinnt. Dann würde der Vorsprung des FCL auf Aarau auf drei Punkte schmelzen.