FUSSBALL: FCL: Kommt jetzt Bernegger?

Der FC Luzern hat unter Übergangs-Coach Gerardo Seoane (34) eine ansprechende Leistung gezeigt. Dennoch reichte es beim FC Sion nicht zu einem Punkt. Der FCL verlor mit 1:2 und hofft heute auf die Hilfe von YB.

Daniel Wyrsch
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Der wie ein Dressman gekleidete Gerardo Seoane machte gute Figur an der Seitenlinie - und sein Team eine bessere Figur auf dem Platz. (Bild: Keystone)

Der wie ein Dressman gekleidete Gerardo Seoane machte gute Figur an der Seitenlinie - und sein Team eine bessere Figur auf dem Platz. (Bild: Keystone)

Interimstrainer Gerardo Seoane forderte von seiner Mannschaft in Sion einen positiven Auftritt. Der spanisch-schweizerische Doppelbürger aus Rothenburg machte es vor: In Anzug, Pullover, Hemd und Krawatte, mit Gel in den Haaren und in Lackschuhen stand er am Spielfeld. Wie ein Dressman. Sehr gepflegt. So hat der 34-Jährige sicher dem FCL-Investor Bernhard Alpstaeg (68) gefallen, der in dieser Woche den Luzerner Aufstiegstrainer von 2006, René van Eck, wegen dessen langen Haaren und dem Bart verbal angriff.
Die mitgereisten FCL-Fans, die wie die Sion-Anhänger mehrmals Pyrofackeln zündeten, bekundeten ihre saloppe Meinung mit einem Transparent gegen den immer wieder polternden und schwerreichen Geldgeber und Swisspor-Patron: «Heb de Latz, Alpstaeg!»

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Der gepflegte Seoane aber hatte nichts mit all dem zu tun. Er erfüllte seinen Auftrag für den FC Luzern. Nach dem vorläufig einzigen Spiel als Cheftrainer durfte er gestern nach 22 Uhr stolz sein auf seine Mannschaft. Trotz der 1:2-Niederlage gegen Sion sagte er im Medienraum des Tourbillon-Stadions: «Die Leistung stimmt mich positiv. Wir haben eine Reaktion gezeigt. Im Tourbillon hat es selten Mannschaften gegeben, welche die Heimmannschaft in den letzten zehn Minuten so in die eigene Hälfte gedrängt haben.»

Umstellungen griffen

Auf drei Positionen hatte er seine Mannschaft gegenüber von Ryszard Komornickis Aufstellung am Ostermontag gegen Basel (0:4) umgestellt: Für Pajtim Kasami spielte erstmals in der Rückrunde Routinier Michel Renggli, Stephan Andrist ersetzte Jahmir Hyka (nicht im Aufgebot!) und Sally Sarr kam für Jérôme Thiesson. Die Umstellungen griffen. Nicht, dass die Luzerner im Wallis dominiert hätten, aber der angestrebte verbesserte Auftritt war es. Sion dagegen war ebenfalls deutlich stärker als vor einer Woche im gleichen Stadion gegen Servette (1:1).

Heute hoffen er und der FCL, dass YB Schlusslicht Servette (5 Punkte Rückstand auf Luzern) schlägt. Die Innerschweizer befinden sich weiter in Abstiegsgefahr.

«Bernegger? Interessanter Mann»

Mit Carlos Bernegger (44) ist ein neuer Name auf der Kandidatenliste für die Nachfolge des entlassenen FCL-Trainers Ryszard Komornicki (53) aufgetaucht. Die Luzerner Verantwortlichen haben bereits Verhandlungen mit dem U-21-Coach des FC Basel geführt, bestätigte FCL-CEO Thomas Schönberger gestern Abend eine Meldung von «Blick online»: «Ein interessanter Mann, aber es ist noch nichts spruchreif.»
Der Schweiz-Argentinier war bei GC dreimal als Interimstrainer eingesprungen, insgesamt hat Bernegger eine bescheidene Coaching-Erfahrung von 16 Super-League-Spielen. Thomas Schönberger legte aber auch Wert auf die Feststellung, dass «wir noch keinen Trainer verpflichtet haben. Das ist Fakt.» Der FC Luzern befinde sich in Verhandlungen mit mehreren Kandidaten.

Van Eck hat nichts mehr gehört

René van Eck (47), derzeit bei Alemannia Aachen (3. Liga) in Deutschland engagiert, hat seit einem Telefonat mit FCL-Präsident Mike Hauser nichts mehr aus Luzern gehört.

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