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FUSSBALL: FCL machts im Schneeregen klar

Luzern hat in den letzten Jahren nie so problemlos wie beim gestrigen 3:0 gegen Thun gewonnen. Der FCL ist spielerisch besser geworden – Thun beklagt Pech.
Daniel Wyrsch
Christian Schneuwly krachte in Thuns Goalie Faivre, der sich dabei verletzte. Zuvor hatte Ferreira (rechts) den Luzerner geschubst, wegen dieser Notbremse sah er die rote Karte. (Bild Pius Amrein)

Christian Schneuwly krachte in Thuns Goalie Faivre, der sich dabei verletzte. Zuvor hatte Ferreira (rechts) den Luzerner geschubst, wegen dieser Notbremse sah er die rote Karte. (Bild Pius Amrein)

Eine Minute vor der Pause war die Partie zwischen Luzern und Thun so gut wie entschieden: Der überragende Markus Neumayr hatte Christian Schneuwly freigespielt. Dieser lief direkt aufs Tor zu, bis er kurz vor der Strafraumgrenze das Gleichgewicht verlor und ungebremst in den herauseilenden Thun-Goalie Guillaume Faivre schlitterte. Der Übeltäter war Nelson Ferreira, er hatte Schneuwly umgestossen. Normalerweise ein taktisches Foul, das eine gelbe Karte zur Folge hat. Doch in diesem Fall hat die Verhinderung einer klaren Torchance vorgelegen – Schiedsrichter Pascal Erlachner erkannte auf Notbremse­foul und zeigte Ferreira die rote Karte. Thun-Coach Jeff Saibene wehrte sich nicht explizit: «Ich kann die Szene von der Bank aus nicht richtig beurteilen. Schneuwly macht es sicher clever.»

Unnötige rote Karte von Ferreira

Weniger clever war die Intervention von Ferreira angesichts des 0:2-Rückstands der Gäste zu diesem Zeitpunkt. Zudem hätte Faivre mindestens eine 50-prozentige Chance gehabt, das Duell mit seinem früheren Thuner Mitspieler zu gewinnen. Aber schliesslich verletzte Schneuwly völlig unabsichtlich Faivre, der in der zweiten Halbzeit durch Francesco Ruberto ersetzt und zur medizinischen Untersuchung gebracht wurde.

Die Luzerner dagegen konnten nun 46 Minuten lang mit einem Mann mehr spielen. Auf die Siegerstrasse hatten sie sich vor 10 490 Zuschauern schon zuvor im teils heftigen Schneeregen gebracht. Spielerisch überzeugten sie, angeführt vom omnipräsenten Neumayr. Der Deutsche wurde in der 34. Minute von Hekuran Kryeziu im Sechzehner angespielt. Von Neumayr kam der Ball via Claudio Lustenberger zu Marco Schneuwly, der direkt zum 1:0 unter die Latte traf. FCL-Trainer Markus Babbel gab später zu: «Ein Quäntchen Glück war dabei.» Er sprach dabei auf eine mögliche Abseitsposition des mittlerweile zwölffachen Saisontorschützen an.

Knapp 4 Minuten danach schloss Jah­mir Hyka einen Angriff mit einem Torschuss ab, worauf Thun-Verteidiger Stefan Glarner mit dem Oberarm Reflexstärke bewies. Erlachner entschied zu Recht auf Handspenalty. Diesen nützte Neumayr zum 2:0 (38.), das zugleich sein vierter Treffer im Luzern-Dress ist.

Trotz aller Vorteile bekundeten die Innerschweizer in der zweiten Halbzeit plötzlich Mühe, den Ball über die Mittellinie zu bringen. Der direkt nach der Pause eingewechselte Enrico Schirinzi erklärte nach dem Spiel, wieso Thun mit allen verbliebenen Feldspielern die Räume zutat: «Zu zehnt wars schwierig. Wir haben in der zweiten Halbzeit Schadensbegrenzung betrieben.»

Sulmoni erzielt mit Eigentor das 3:0

Doch ohne Luzerner Nadelstiche sind die Berner Oberländer nicht durchgekommen: Marco Schneuwly (57./78.), Neumayr (63.) und der eingewechselte Jakob Jantscher (75.) prüften Ruberto mit Schüssen. In der 79. Minute überwand Fulvio Sulmoni den eigenen Ersatzgoalie Ruberto mit einem Kopfball zum 3:0-Endstand. Die Flanke hatte Jantscher geschlagen.

Marco Schneuwly hätte mit mehr Egoismus (80.) und etwas feinerer Schusstechnik (82.) noch zwei Topchancen gehabt, das Skore zu erhöhen. Auch so war es ein ungewohnt reibungsloser FCL-Sieg gegen die sonst seit ihrem Wiederaufstieg 2010 stets unbequemen Thuner. Deren Trainer Saibene klagte, es sei für sie innert zehn Minuten alles zusammengekommen: «Das 1:0 war abseits, das 2:0 ein Penalty, und dann gabs Rot, und unser Goalie Faivre verletzte sich.» Saibene: «Ein unglücklicher Tag, den wir abhaken müssen.»

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