FUSSBALL: FCL: «Phantom» Frei geistert herum

Luzern empfängt am Ostermontag (13.45) Basel. Alex Frei wird nicht spielen – und wohl nicht vor Ort sein. Wie der neue Sportdirektor den FCL beeinflussen könnte.

Daniel Wyrsch
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Bis zum 15. April noch ein «Schattendasein» am Fusse des Pilatus: der baldige FCL-Sportdirektor Alex Frei. (Bild Pius Amrein)

Bis zum 15. April noch ein «Schattendasein» am Fusse des Pilatus: der baldige FCL-Sportdirektor Alex Frei. (Bild Pius Amrein)

Wenn der künftige Chef der neuen Firma einen Besuch abstattet und den Mitarbeitern über die Schulter schaut, ist für Aufregung beim Personal gesorgt. In dieser Situation werden die Profis des FC Luzern am Ostermontag nicht konkret sein. Dann gastiert der FC Basel in der Swissporarena. Allein der renommierte Gegner steht für den Rückrunden-Höhepunkt vor eigener Kulisse. Mit der Zukunft von Alex Frei bekommt die Affiche zusätzlich Brisanz. Dies hatten die FCB-Verantwortlichen und Frei sofort erkannt; der 33-jährige Baselbieter erklärte bei seiner Vorstellung als Sportdirektor in Luzern vor neun Tagen, dass er gegen den FCL nicht im Aufgebot stehen werde. Doch nun gehen er und die FCB-Chef wahrscheinlich einen Schritt weiter. «Ich vermute, Alex Frei wird nicht mit nach Luzern kommen», meint der Basler Medienchef Josef Zindel. Der erfahrene FCB-Kommunikationsmann weist darauf hin, dass Frei bis zum 14. April und zum Heimspiel gegen den FC Zürich als Spieler im St.-Jakob-Park angestellt sei und erst tags darauf beim FC Luzern als Sportdirektor anfange, «und ab dann den Zentralschweizer Medien zur Verfügung steht».

«Bis 15. April mit Frei nichts zu tun»

Gleich sieht es FCL-Präsident Mike Hauser. Frei, der FCB «und wir haben uns auf diesen Übergang geeinigt und stehen voll dahinter». Er habe sich gar keine Gedanken gemacht, ob er mit dem künftigen Sportdirektor den Match von der Tribüne hätte anschauen können. «Alex soll selber entscheiden, was besser für ihn ist.» Er gehe davon aus, dass Frei nicht vor Ort sein werde. «So kommt er nicht in einen Konflikt, da in seiner Brust zwei Herzen schlagen könnten. Alex ist loyal zu seinem Arbeitgeber, er will seinen Vertrag zu 100 Prozent erfüllen», betont Hauser.

Ob Frei den Match zu Hause im Fernsehen schaut, wie sein Biograf und «Basler Zeitung»-Sportchef Marcel Rohr vermutet, oder anderswo, ist egal. Der Rekordtorschütze des Nationalteams (42 Treffer) wird wie ein Phantom als Beobachter über der Swissporarena schweben. Spieler könnten in Versuchung geraten, vor den Augen des baldigen Sportchefs gut auszusehen. Captain Claudio Lustenberger verneint jedoch kategorisch: «Überhautpt nicht. Wie kommuniziert wurde, wird Frei ab dem 15. April Sportdirektor, vorher haben wir mit ihm nichts zu tun.» Lustenberger macht auf die weiterhin ungemütliche Lage (nur sechs Punkte Distanz zu Schlusslicht Servette) aufmerksam: «Es geht gegen Basel um Punkte und nicht darum, jemandem zu gefallen.»

Freier Karfreitag für die FCL-Profis

Dass dies sicher so sein wird, sieht Luzerns Trainer Ryszard Komornicki nicht als gegeben an. Für den nach neun sieglosen Spielen in Folge weiterhin in der öffentlichen Kritik stehenden Polen ist es «logisch, dass Alex Frei den Match besonders genau anschauen wird. Ich will nicht, dass Einzelne für sich spielen, um gut auszusehen.» Falls seine Spieler durch Frei zusätzlich angetrieben würden, sei es ihm zwar recht, nur dürften sie nicht übermotiviert agieren. «Das Herz soll heiss sein, aber der Kopf muss kühl bleiben.»

Komornicki ist klar, dass das von Frei angekündigte Gespräch mit ihm später stattfinden würde. «Vor dem Match gegen Basel wäre es unprofessionell. Wenn Alex Frei beim FCL anfängt, bleibt genug Zeit, um miteinander zu reden.»

Komornicki gibt dem Team am Karfreitag, drei Tage vor dem Match – wie schon gegen GC (0:0) – einen freien Tag. Er begründet dies mit den vielen Trainings auf Kunstrasen, die belastend seien. «Wenn die Mannschaft gut arbeitet, kann ich einen freien Tag geben. Nachher haben wir noch zwei Trainingstage.» Basel trainiert am Feiertag. Geht man beim FCL am Karfreitag in die Kirche und betet? Komornicki: «Auch. Ich glaube aber, Gott hilft denen, die was dafür tun, um erfolgreich zu sein.»

Man darf gespannt sein, wie Alex Frei Gott und die (FCL-)Welt sehen wird.