FUSSBALL: FCL schliesst die Stadiontore

Der FC Luzern will sich vor dem kapitalen Heimspiel am Samstag (20.00) gegen Lugano nicht in die Karten schauen lassen. Entscheidend wird sein, ob der FCL seinen Mut wiederfindet.

Daniel Wyrsch
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Auf dem Nebenplatz durfte unser Fotograf noch abdrücken: Coach Markus Babbel (Mitte) beobachtet am Donnerstagnachmittag das Training der FCL-Profis. (Bild Dominik Wunderli)

Auf dem Nebenplatz durfte unser Fotograf noch abdrücken: Coach Markus Babbel (Mitte) beobachtet am Donnerstagnachmittag das Training der FCL-Profis. (Bild Dominik Wunderli)

Luzern-Cheftrainer Markus Babbel (43) wirkte im Training gestern Nachmittag nachdenklich. Die Negativserie nagt verständlicherweise an seinem Nervenkostüm. Welcher Coach könnte nach sechs Pflichtspielniederlagen seine Freude und sein Lachen behalten?

Babbel beobachtete wie üblich, die Einheit in zwei Gruppen leiteten Assistenztrainer Patrick Rahmen und Konditionscoach Christian Schmidt. Der bullige Franzose war wie immer freundlich. Die Situation sei nicht einfach, sagt Schmidt. Aber so sei das eben im Fussball. «Am Samstag wollen wir endlich wieder gewinnen.» Den ersten Sieg in der Liga seit dem 5. Dezember (3:1 zu Hause gegen YB) visieren die Luzerner an. «Lugano ist ein schwieriger Gegner», weiss Goalie David Zibung. Das 1:2-Aus im Cup-Halbfinal vor zehn Tagen in der Swissporarena hat den Spielern zusätzlich auf die Moral geschlagen. Nun trachten sie nach einer Revanche.

Ex-Captain Michel Renggli (35) hat am Montag in der «Brack-Fussball-Arena» auf Tele Züri treffend eines der Hauptprobleme bei den Luzernern analysiert: «Kaum kommt ein kleiner Rückschlag, spielt die Mannschaft schon wieder auf Sicherheit und lässt sich nach hinten zurückdrängen. Das wirkt sich kontraproduktiv aus.» Luzerns U-15-Trainer Renggli fordert seine Ex-Mitspieler auf: «Mutig und aggressiv, aber nicht kopflos nach vorne verteidigen.»

Zweiter Trainingsteil im Stadion

Nach einem rund einstündigen Training auf dem Rasenplatz hinter dem Stadion bei den Hochhäusern war die Einheit gestern nach 16.30 Uhr noch nicht beendet. Die Spieler gingen zusammen mit den Trainern in die Swissporarena. Ein Betreuer schloss hinter dem letzten eingelassenen Profi das Stadiontor zu. Für Unbeteiligte gab es keinen Zutritt. Schon einen Tag vor dem Abschlusstraining für das kapitale Heimspiel gegen Lugano machte die Mannschaft taktische Übungen unter Ausschluss der Öffentlichkeit. Zuvor hatten Goalgetter Marco Schneuwly und Torhütertrainer Daniel Böbner ihrem Unmut freien Lauf gelassen, weil ein paar Beobachter meinten, das Aussentraining sei bereits vorbei, und deshalb über den Rasenplatz marschierten, wo die Goalies Zibung und Bucchi in gebührender Entfernung weiter trainierten. Zweifellos ist der Frust bei einigen Protagonisten gross. Vielleicht entlädt er sich am Samstag in einer hoch konzentrierten Leistung gegen die im Umschaltspiel starken und stets couragierten Tessiner.

Eine Aktion füllt die Swissporarena

Dank einer erstmals durchgeführten Ticket-Aktion dürfte die Swissporarena gegen Lugano fast auf den letzten Platz gefüllt sein. Jeder Saisonkartenbesitzer kann für das Heimspiel gegen die Luganesi kostenlos zwei weitere Tickets auf der gleichen Tribüne beziehen. 7000 Personen besitzen eine Abo-Card. Das bedeutet, dass theoretisch 21 000 Besucher kommen könnten. Allerdings ist das Fassungsvermögen des Stadions auf 16 500 Plätze beschränkt. Die Tickets müssen bis heute um 17 Uhr im FCL-Fanshop beim Stadion abgeholt werden.

Für einen Einsatz gegen Lugano wird es den verletzten Verteidigern Claudio Lustenberger und Tomislav Puljic kaum reichen. Puljic drehte gestern Laufrunden. Lustenberger sagte: «Für Kurzsprints und schnelle Richtungswechsel bin ich noch nicht fit genug.» Bei den Profis mittrainieren durften die U-21-Spieler Kevin Röthlisberger und Dario Ulrich.