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FUSSBALL: FCL - Sion ist kräftig angeheizt

Sions 500 000- Franken-Angebot für Marco Schneuwly gibt beim FCL zu reden. Trainer Markus Babbel stellt ein Psychospiel vor dem Startmatch gegen Sion fest.
Familienausflug statt Transferverhandlungen: FCL-Stürmer Marco Schneuwly. (Bild: Keystone/Urs Flüeler)

Familienausflug statt Transferverhandlungen: FCL-Stürmer Marco Schneuwly. (Bild: Keystone/Urs Flüeler)

Daniel Wyrsch

Markus Babbel ist seit neun Monaten Trainer in der Schweiz, zweimal hat er mit dem FC Luzern gegen Sion gespielt. Eines ist dem 42-jährigen Bayern bereits aufgefallen: «Komischerweise kommt dieses Angebot für Marco Schneuwly eine Woche bevor wir gegen Sion spielen. Das war ja schon bei anderen Spielern anderer Vereine gleich, die vor dem Sion-Spiel Monsterangebote aus dem Wallis erhalten haben.» Babbels Meinung ist gemacht: «Man versucht, uns vor dieser Partie aus dem Konzept zu bringen.»

Constantins Einflussnahme

Jüngstes Beispiel, wie Sion-Präsident Christian Constantin (58) im Vorfeld einer wichtigen Partie Einfluss nimmt, ist der Cupfinal gegen Basel gewesen. Da sagte er wenige Tage vor dem Match in einem Interview auf den Schiedsrichter angesprochen: «Man weiss doch, dass die Ohren von Nikolaj Hänni auf der gleichen Höhe sind wie der Mund von Basel-Stürmer Marco Streller!»

Als dann die Sittener ihren 13. Cupsieg im 13. Final gefeiert hatten, legte Constantin nach, bot dem Serienmeister FCB 15 Millionen Franken für dessen 18-jähriges Stürmer-Juwel Breel Embolo.

Constantin liebt das Summenspiel. Für seinen Topstürmer Moussa Konaté (22) will er mindestens 10 Millionen, sonst verkauft er den Senegalesen nicht. Für Marco Schneuwly (30), letzte Saison mit 17 Toren und 8 Assists einer der besten Angreifer der Liga, bietet er dem FCL eine halbe Million. «Würden Sie Marco Schneuwly für 500 000 Franken hergeben?», fragte Babbel gestern rhetorisch die Journalisten. Nach dem allgemeinen Kopfschütteln meinte der FCL-Trainer, dass das Thema damit für ihn beendet sei, und betonte die Bedeutung seines besten Stürmers: «Schneuwly ist viel zu wichtig, er hat eine tragende Rolle.»

Captain erwartet mehr Zuschauer

Schneuwly verbrachte den gestrigen Nachmittag mit seiner Frau und Sohn Owen (4). Was der im Kanton Solothurn wohnende Freiburger zu der im Raum stehenden tiefen Ablösesumme und dem Sechsjahresvertrag, den ihm Constantin angeboten hat, denkt, bleibt offen. «Ich kann leider nichts dazu sagen», schreibt uns Schneuwly nach dem Familienausflug per SMS.

FCL-Captain Claudio Lustenberger (28) erwartet, dass sich die Schlagzeilen und Diskussionen um Schneuwly auf das Interesse am Saisonauftaktmatch am Samstag (17.45, Swissporarena) gegen Sion auswirken werden. «Dadurch werden mehr Zuschauer ins Stadion kommen, die sehen wollen, wie sich Marco Schneuwly auf dem Platz präsentiert.» Der Linksverteidiger glaubt an ein Happy End für die eigene Mannschaft, indem Schneuwly die Tore zum Sieg der Innerschweizer schiesst. Am Schluss würden dann in Luzern alle zufrieden sein, meinte Lustenberger.

Lustenberger wünscht sich aber wie sein Arbeitgeber, der FCL, dass die umworbenen Spieler ruhig bleiben und ihre Verträge erfüllen. Macht Schneuwly das tatsächlich? Lustenberger: «Ich schätze Marco als sehr korrekt ein, aber natürlich sehe ich nicht in jede Person hinein.» Was der als Integrationsfigur bekannte Captain sicher versprechen kann, ist: «Wir wollen ihm zeigen, wie wichtig er für uns ist.»

Trotzdem könnte am Ende das Geld entscheidend sein. Klar ist, dass Schneuwly in Sion sein Salär mindestens auf geschätzte 800 000 Franken verdoppeln könnte. Auch wenn er am Ende nur zwei Jahre im Wallis bleiben würde, könnte er in dieser Zeit einen attraktiven siebenstelligen Betrag verdienen.

Ziegler schoss den ersten Giftpfeil

Für FCL-Präsident Ruedi Stäger (58) gibt es nur eine Summe, die ihn interessiert: die Ablöse. «Erhalten wir ein x-fach höheres Angebot der offerierten 500 000 Franken, dann kann man mit uns reden, sonst nicht», lässt er Constantin wissen.

Sions umstrittener Präsident und Stäger werden sich am Samstag beim Match sehen. Der Saisonstart ist angeheizt.

Ein erster Giftpfeil hatte Sittens Reto Ziegler nach dem Cupfinal abgegeben. Er sagte, die jubelnden Luzerner hätten sie nach dem 3:0-Sieg über Sion im letzten Saisonspiel zusätzlich motiviert, die Cuptrophäe und damit den Europa-League-Platz zu holen. «Die Luzerner feierten und meinten, sie hätten das internationale Ticket auf sicher.» Dafür hätte bekanntlich Basel Cupsieger werden müssen.

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