FUSSBALL: FCL-Sportchef Remo Meyer vermisst Einsatz: «Leistung in Thun war inakzeptabel»

Beim FC Luzern hat die desolate Leistung, die zum 0:2 in Thun führte, Konsequenzen. In der Länderspielpause finden Gespräche mit den Spielern statt – und die Mannschaft steht in den nächsten Partien gegen GC und YB mehr denn je in der Pflicht.

Daniel Wyrsch
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Enttäuschung nach dem Schlusspfiff bei Hekuran Kryeziu (links) und Marvin Schulz. (Bild; Martin Meienberger / Freshfocus (Thun, 1. Oktober 2017))

Enttäuschung nach dem Schlusspfiff bei Hekuran Kryeziu (links) und Marvin Schulz. (Bild; Martin Meienberger / Freshfocus (Thun, 1. Oktober 2017))

Remo Meyer ist authentisch. Der 36-jährige Sportkoordinator des FC Luzern beurteilt ein Spiel, wie es ist, beschönigt einen schwachen Auftritt nicht. Er gibt zu, dass das 0:2 vom Sonntag in Thun bei ihm Spuren hinterlassen habe. «So was fährt mir ein. Bereits gegen Lausanne verloren wir, nun direkt darauf auch in Thun. Vor allem die Art und Weise dieser Niederlage gibt mir zu denken.» Und: «Nach so einem Match können wir nicht einfach zur Tagesordnung übergehen.»

Meyer erklärt, dass beim FC Luzern Gesprächsbedarf herrscht. Niederlagen dieser unrühmlichen Sorte müssten mit der Mannschaft speziell aufgearbeitet werden. «Das ist ein sehr träger und inakzeptabler Auftritt gewesen.» Er bedauert, dass nicht alle Profis in Luzern sind. Stammkräfte wie Hekuran Kryeziu (Kosovo) und Tomi Juric (Australien) stehen in den nächsten Tagen mit ihren Nationalteams im Einsatz.

Meyer erwartet ab sofort eine andere Einstellung

Nach dem Ruhetag vom Montag, am Stadtluzerner Feiertag zu Ehren des Schutzheiligen Leodegar, wird das Training am Dienstag um 15 Uhr wieder aufgenommen. Den Spielern ist bewusst, dass sie sich zwingend steigern müssen. Captain Claudio Lustenberger (30) stellte direkt nach der Pleite in Thun fest: «Wir müssen uns auch in den Trainings weh tun.»

Meyer, früher Profi in Luzern, Lausanne, bei 1860 München und RB Salzburg: «Die Einsatzbereitschaft, wie wir sie gegen den wirklich nicht übermächtigen FC Thun an den Tag legten, reicht einfach nicht, das muss der Mannschaft klar sein.» Wenn die Spieler alles gegeben hätten, dürfe man verlieren. Darum erwarte er ab sofort eine andere Einstellung: «Mentale Stärke, Leidenschaft und Feuer sind gefordert, sonst gewinnen wir nichts.»

Comeback von Lucas Alves und Schwegler steht bevor

Co-Trainer Patrick Rahmen (48) bestätigt die Aussagen von Sportkoordinator Meyer. «In Thun waren wir auf allen Ebenen ungenügend. Punkto Leistungsbereitschaft, Technik und Taktik sind uns die Thuner voraus gewesen.»

Rahmen weiss, wo das Team am meisten zulegen muss: «Weil wir fast keine Haudegen haben, müssen wir gerade in den Zweikämpfen eine Schippe zulegen.»

Rustikalere Spielertypen wie die zuletzt verletzten Lucas Alves und Christian Schwegler sollten nach der Länderspielpause wieder zur Verfügung stehen. Auch Reto Ziegler dürfte trotz des Nasenbeinbruchs und einer leichten Gehirnerschütterung, die er beim FCL-Debüt in Thun erlitt, im nächsten Match am Sonntag, 15. Oktober, bei den Grasshoppers wieder einsatzbereit sein. Gegen den in dieser Saison mit GC und zuvor Schaffhausen noch ungeschlagenen Ex-Luzern-Coach Murat Yakin sind die FCL-Spieler besonders gefordert. Für Sportchef Meyer stehen die Trainer nicht zur Diskussion, er sagt: «Das Team muss gegen GC ein Zeichen setzen.» Nur eine Woche nach GC folgt das schwere Heimspiel gegen Leader YB.

Daniel Wyrsch

daniel.wyrsch@luzernerzeitung.ch

«Mentale Stärke, Leidenschaft und Feuer sind gefordert», sagt Remo Meyer, Sportkoordinator des FC Luzern. (Bild: Dominik Wunderli (Luzern, 9. Juni 2017))

«Mentale Stärke, Leidenschaft und Feuer sind gefordert», sagt Remo Meyer, Sportkoordinator des FC Luzern. (Bild: Dominik Wunderli (Luzern, 9. Juni 2017))