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FUSSBALL: FCL sucht passenden Goalietrainer

Daniel Böbner (47) sorgt seit fünf Jahren dafür, dass die Torhüter beim FCL die Bälle halten. Nun hört er auf. David Zibung ist kein Kandidat – dafür seine ehemalige Nummer zwei, Gabriel Wüthrich.
Raphael Gutzwiller
Daniel Böbner (Mitte) mit Jonas Omlin, Simon Enzler und David Zibung (von links). (Bild: Martin Meienberger/Freshfocus (Estepona, 18. Januar 2017))

Daniel Böbner (Mitte) mit Jonas Omlin, Simon Enzler und David Zibung (von links). (Bild: Martin Meienberger/Freshfocus (Estepona, 18. Januar 2017))

Raphael Gutzwiller

raphael.gutzwiller@luzernerzeitung.ch

Es ist eher ruhig im Training des FCL gestern Morgen. Sechs Spieler fehlen aufgrund der Länderspielpause. Tomi Juric spielt mit Australien, Hekuran Kryeziu mit dem Kosovo sowie Nicolas Haas, Cedric Itten, Remo Arnold und João Oliveira für die Schweizer U20-Nationalmannschaft.

Mit dabei sind zwölf Feldspieler und die beiden Torhüter Jonas Omlin (23) und David Zibung (33). Bevor es an Übungen mit der ganzen Mannschaft geht, gibt es wie in jedem Training 30 bis 40 Minuten, die die beiden zusammen mit Torhütertrainer Daniel Böbner absolvieren. Zibung, Omlin und Böbner testen gegenseitig die Reaktionen. Ein Torhüter steht zwischen den Pfosten, Böbner und der andere Torhüter schiessen aufs Tor. Bei einer guten Aktion loben sie einander, bei einer missglückten Parade oder einem ungenauen Zuspiel muntern sie einander auf. Auch die Konkurrenten Zibung und Omlin. Das war so, als Zibung noch die Nummer eins war, und das hat sich auch nicht geändert, als in den letzten Spielen Omlin spielen durfte. «Wir sind ein Team im Team», pflegt Böbner zu sagen. «Und es ist wichtig, dass dieses Team funktioniert.»

Böbner selber ist nur noch bis im Sommer Teil des Teams. Dann wird er die Handschuhe an den Nagel hängen und als Stadion­manager im Büro sitzen (Ausgabe von gestern). «Wie bei einem Fussballer kommt auch bei einem Torhütertrainer der Zeitpunkt, an dem das Ende der Karriere naht», so der 47-jährige Böbner. «Bis zur Pension kann man den Job nicht ausüben.» Dafür sei man zu häufig auf dem Platz und körperlich gefordert. «Als Goalietrainer muss man fitter sein als etwa der Cheftrainer, der aus Distanz beobachtet», sagt «Böbi», wie er von fast allen genannt wird.

Zibung verfügt nicht über die Diplome

Für Böbner, der selber als Amateur in der 1. Liga die Bälle hielt, war Goalietrainer des FCL ein Traumjob. «Es gibt viele schöne Erinnerungen», sagt er. Dazu zählen Europacup-Reisen oder der Schweizer Cupfinal 2012.

Und auch seine Arbeit: Er hat grossen Anteil daran, dass der junge Jonas Omlin aus dem eigenen Nachwuchs inzwischen gut genug ist für die 1. Mannschaft. «Natürlich macht es uns stolz, dass Jonas eine so gute Entwicklung durchgemacht hat. Unser Plan war es, einen Torhüter zu formen, der das Zeug dazu hat, in der Super League zu spielen.» Dass dies gelungen ist, sei aber nicht nur sein Verdienst, stellt Böbner klar: «Dafür braucht es auch die gute Arbeit in den Nachwuchsmannschaften.»

Auch im Nachwuchs sind Goalietrainer engagiert. So etwa in der U21 Gabriel Wüthrich, die ehemalige Nummer 2 des FCL. «Natürlich prüfen wir alle möglichen Kandidaten, die über die nötigen Diplome verfügen», sagt Böbner. Nicht über diese Diplome verfügt derweil der langjährige Stammtorhüter David Zibung. «Ich weiss auch nicht, ob er überhaupt Torhütertrainer werden möchte», sagt Böbner. «Zumindest hat er noch kein Interesse für den Job angemeldet.» Zibung hat als Spieler beim FCL noch einen Vertrag bis 2018.

Patrick Foletti ist Torhütertrainer der Schweizer Nationalmannschaft und Gründer einer Goalieschule. Er weiss, wie schwierig es ist, einen Kandidaten zu finden. «In der Schweiz gibt es nur etwa 40 Trainer, die die nötigen Diplome besitzen», sagt er. «Die meisten haben eine Anstellung, und einige sind nicht mehr aktiv.» Er kann Böbners Entscheid zum Rücktritt verstehen. «Als Torhütertrainer muss man sehr fit sein, weshalb es im Alter schwieriger wird.» Bei europäischen Topklubs gäbe es neu die Alternative mit einem Assistenz-Torhütertrainer und einem Torhütertrainer, der beobachtet. Aber: «Das ist für die Schweizer Liga zu teuer.» Foletti vertritt die Meinung, dass der Torhüter­trainer der «anspruchsvollste Job im Fussball» ist. «Man muss viel mehr können als ein paar gute Bälle schlagen. Ein moderner Torhütertrainer muss den Fussball verstehen, taktisch und mental. Die Sozialkompetenz ist sehr wichtig. Immer wichtiger wird auch, dass der Torhütertrainer ein Auge auf den Nachwuchs hat.»

Nun sucht der FCL also einen neuen Mann für den «anspruchsvollsten» Job im Fussball.

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