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FUSSBALL: FCL sucht unter Druck den neuen CEO

Beim FC Luzern herrscht ein Führungsvakuum. Nach dem vorzeitigen Abgang von Ex-Präsident Ruedi Stäger soll ein neuer starker Mann angestellt werden.
Daniel Wyrsch
Peter Knäbel, der ehemalige Sportchef und Interimstrainer des Hamburger SV: Wird er der neue CEO des FC Luzern? (Bild: Keystone/Caroline Seidel)

Peter Knäbel, der ehemalige Sportchef und Interimstrainer des Hamburger SV: Wird er der neue CEO des FC Luzern? (Bild: Keystone/Caroline Seidel)

daniel wyrsch

Die Verwaltungsräte der FCL-Holding AG hatten die Rechnung ohne den Wirt gemacht. Sie glaubten, Ruedi Stäger würde nach der Absetzung als Präsident Anfang Juni die Geschäfte bis Ende Jahr weiterführen. Doch Stäger wollte aus nachvollziehbaren Gründen keine «lahme Ente» («Lame Duck») sein. Der 59-Jährige wählte als Konsequenz den sofortigen Rückzug aus dem FC Luzern. Nachdem er zur Einführung des neuen FCL-Präsidenten Philipp Studhalter zur Verfügung gestanden hatte, verliess er die Geschäftsstelle in der Swissporarena Ende Juli definitiv. Damit brachte er die unvorbereiteten Klubbesitzer unter Zeitdruck, denn beim FC Luzern ist mit Stägers Abgang ein Führungsvakuum entstanden. Der neue CEO im 100-Prozent-Anstellungsverhältnis ist drei Monate nach der in einer Medienkonferenz öffentlich gemachten Neustrukturierung des Vereins nicht gefunden.

Drei Monate die gleiche Durchsage

Wegen der erwähnten Umstände muss Studhalter auf Zeit spielen. Als eine Art Statthalter von Hauptgeldgeber Bernhard Alpstaeg steht er bereits seit eineinhalb Jahren der Holding als Präsident vor. Seine von FCL-Medienchef Max Fischer an unsere Zeitung überbrachte Antwort tönt ziemlich gleich wie schon vor einem Vierteljahr: «Die Suche nach einem neuen CEO ist fortgeschritten. Sobald wir eine Lösung haben, werden wir diese kommunizieren. Das wird dann auch der Zeitpunkt sein, in dem Philipp Studhalter als Präsident wieder an die Öffentlichkeit tritt.»

Dank des sportlichen Erfolgs der Mannschaft von Trainer Markus Babbel, die trotz der heftigen 0:3-Niederlage am Sonntag in St. Gallen immer noch auf Platz 2 der Tabelle steht, ist der vakante Posten in der operativen Führung derzeit kaum ein öffentliches Thema.

Knäbel soll CEO-Kandidat sein

Bewegung ist nun trotzdem in die CEO-Frage gekommen. Peter Knäbel (49), der frühere Technische Leiter des Schweizerischen Fussballverbandes (SFV) und des FC Basel, soll sich unter den Kandidaten befinden. Der Deutsche war zuletzt von Anfang Oktober 2014 bis zum 9. Mai 2016 während etwas mehr als eineinhalb Jahren als Direktor Profifussball beim Hamburger SV sportlicher Leiter des Bundesligisten. Sein bis Mitte des nächsten Jahres dauernder Vertrag wurde vorzeitig aufgelöst. Jetzt ist Knäbel auf der Suche nach einer neuen Aufgabe. Zuletzt hiess es, der FC Zürich sei an seiner Verpflichtung interessiert, doch Knäbel dementierte, zum Cupsieger und Super-League-Absteiger zu gehen. Aus dem näheren Umfeld Knäbels ist zu hören, dass er gerne wieder in seiner deutschen Heimat tätig wäre. Für eine Rückkehr in die Schweiz spricht allerdings die Schweizer Herkunft seiner Frau, mit ihr hat er zwei Kinder. Frühere Weggefährten, die namentlich nicht genannt sein wollen, attestieren ihm sowohl die fussballerische wie die wirtschaftliche Kompetenz, um als Geschäftsführer den FCL führen zu können.

Die Rucksackaffäre beim HSV

Für ungewollte Schlagzeilen sorgte Peter Knäbel vor rund zwölf Monaten. Ihm wurde ein Rucksack mit vertraulichen Unterlagen wie HSV-Gehaltslisten und Scouting-Reports gestohlen. Diese wurden in einem Hamburger Park gefunden und an den HSV zurückgegeben. Knäbel stellte Strafanzeige gegen unbekannt und hatte nach dem Vorfall weiterhin das Vertrauen der HSV Fussball AG, wie der Vorstandsvorsitzende Dietmar Beiersdorfer damals in einer Medienmitteilung kommuniziert hatte.

Walther und Rapic als Alternativen

Wer FCL-Geschäftsführer werden will, muss gemäss Studhalter «führungsstark, verkaufsstark und fussballaffin sein. Er muss schauen, dass wir in der Sportkommission effektiv zusammenarbeiten können.» Offen bleibt, was die Geldgeber höher gewichten: die wirtschaftliche Kompetenz und das Verkaufstalent oder das fussballerische Wissen. Optimal wäre, wenn beide Fähigkeiten und Erfahrungen in genügendem Mass vorhanden wären. Im Schweizer Fussball gibt es nur wenige Personen, die für dieses Anforderungsprofil in Frage kommen. Mathias Walther (44), der frühere Sportchef und Nachwuchschef von GC, ist einer. Er ist studierter Ökonom, besitzt mit seiner Firma Codama AG unter anderem die Marketing-Rechte von Xherdan Shaqiri und Breel Embolo, deren Werbepartner wohlklingende Firmennamen haben. Walther ist derzeit Ausbildungschef beim FC Rapperswil-Jona. Er war beim FCL bereits zweimal im Gespräch als Sportchef. «Luzern ist für mich ein hochinteressanter Klub», hatte er damals schon vom FCL geschwärmt.

Einer, der ebenfalls schon als Sportchef auf der Luzerner Kandidatenliste stand, ist Dragan Rapic (34). Der frühere sportliche Leiter von GC hat wie Walther ein Wirtschaftsstudium abgeschlossen, seit knapp zwei Jahren führt er als Geschäftsführer die Konzerthalle sowie Gastronomie des «Rhypark» in Basel. Rapic verfolgt den Fussball nebenbei weiterhin intensiv.

Der Finanzchef verlässt den FCL

Für Studhalter und die anderen fünf Verwaltungsräte geht es in den nächsten Wochen und Monaten nicht nur darum, einen CEO zu finden. Finanzchef Sandro Wyss hat gekündigt, ab November braucht Luzern einen Nachfolger.

Zudem ist seit bald zwei Jahren das 25-Prozent-Aktienpaket von Ex-FCL-Präsident Walter Stierli treuhänderisch hinterlegt. Bis jetzt haben Alpstaeg, Samih Sawiris und Co. keinen passenden neuen Partner für die Holding gefunden.

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