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FUSSBALL: FCL-Talente bestehen im Rampenlicht

Der verlorene Cup-Halbfinal in Sion war das Spiel der vergebenen FCL-Chancen. Trotz des Ausscheidens kann Luzern für den Ligamatch morgen (13.45) bei Schlusslicht Vaduz auch Positives mitnehmen.
Daniel Wyrsch
FCL-Verteidiger Stefan Knezevic (20) stellt sich hier erfolgreich Moussa Konaté vom FC Sion entgegen. (Bild: Laurent Gilliéron/Keystone (Sion, 5.4.2017))

FCL-Verteidiger Stefan Knezevic (20) stellt sich hier erfolgreich Moussa Konaté vom FC Sion entgegen. (Bild: Laurent Gilliéron/Keystone (Sion, 5.4.2017))

Daniel Wyrsch

daniel.wyrsch@luzernerzeitung.ch

Was ist nur mit der Offensive des FC Luzern los? Diese Frage stellt sich nicht erst seit dem letzten Mittwoch und dem verpassten Cupfinal-Einzug in Sion. Trotz einem recht deutlichen Chancenplus mussten die Innerschweizer nach einem 0:0 über 120 Minuten ins Penaltyschiessen, wo sie den Wallisern 5:6 unterlagen. Nicht nur Trainer Markus Babbel ärgert sich Tage später immer noch: «Wir hätten die Partie bereits in 90 Minuten für uns entscheiden müssen.» Nachdem Marco Schneuwly und Tomi Juric erneut beste Gelegenheiten ausliessen, ist das Toreschiessen definitiv zum leidigen FCL-Thema dieses Frühjahrs geworden.

Bis zur 20. Meisterschaftsrunde hatte Luzern im Schnitt 2,2 Treffer pro Match erzielt, seither sind in sechs Spielen zusammen nur vier Tore dazugekommen. Der elffache Saisonschütze Marco Schneuwly wartet seit 570 Liga-Minuten auf einen persönlichen Torerfolg. Zählt man den Cup-Halbfinal gegen Sion dazu, hat die Mannschaft von Trainer Markus Babbel während der letzten 339 Minuten in Pflichtspielen nicht mehr getroffen. Das letzte FCL-Tor schoss Tomi Juric am 11. März zum 1:0 in St. Gallen (1:1-Endstand).

Babbel schickt zwei Neulinge ins wichtigste Saisonspiel

Doch vor der erwartet heiklen Aufgabe morgen (13.45) beim Tabellenletzten in Vaduz soll nicht nur die Torflaute das beherrschende Thema bei den Luzernern sein. Am Mittwochabend hat sich im Sittener Tourbillon aus der Optik der ausgeschiedenen Gäste durchaus auch Positives zugetragen. Nicht nur Torhüter Jonas Omlin (23) behielt die Übersicht und machte seine Sache gut. Freude bereitete allen, denen der Luzerner Nachwuchs am Herzen liegt, dass mit Stefan Knezevic (20) und Idriz Voca (19) gleich zwei eigene Talente erstmals auf diesem Niveau zum Einsatz gekommen sind.

Dabei hinterliessen sowohl der 120 Minuten durchspielende Innenverteidiger Knezevic wie der in der 102. Minute eingewechselte Voca einen über alles gesehen positiven Eindruck. Nicht, dass die beiden Youngsters ohne jegliche Erfahrung aus der Super League fehlerlos gespielt hätten, aber sie erledigten ihren Job grösstenteils solide.

Coach Babbel findet nicht, dass er Mut bewiesen habe, indem er die beiden Talente gleich in der wichtigsten Saisonpartie ins kalte Wasser geworfen habe. «Wir haben eine gute Zusammenarbeit mit dem Nachwuchs. Ich kann mich ganz auf die Empfehlungen von U21-Trainer Gerardo Seoane und dem Chef der Jugendabteilung, Genesio Colatrella, verlassen.»

Voca statt Costa: Der Rookie geht zum Penaltypunkt

Die beiden hatten Babbel mitgeteilt, dass ein defensiver Mittelfeldspieler in der 1. Liga grosse Fortschritte gemacht habe. Die Rede ist von Idriz Voca, der den Schweizer Pass hat, dessen Vater aus dem Kosovo und die Mutter aus Bosnien stammt. Babbel: «Ich habe ihn zuerst beobachtet und dann zu uns ins Training geholt. Nachdem er anfänglich schüchtern war, hat er die Hemmungen jetzt abgelegt.»

So sehr, dass Voca beim Penaltyschiessen in Sion gleich zu den ersten fünf Schützen zählen wollte. Davon hielt ihn der Coach ab, als Sechster durfte der als rechter Verteidiger eingesetzte Mittelfeldspieler dann doch vom Punkt antreten. Er machte das souverän, sein Mut wurde mit einem sicheren Treffer belohnt. Dabei hatte Voca kürzlich in der U21 einen Elfmeter verschossen.

Während der 19-jährige Debütant die Verantwortung im Nervenspiel Penaltyschiessen übernahm, drückte sich der Champions-League-Sieger Ricardo Costa (35), überliess auch Nicolas Haas (21) die schwere Bürde des siebten Schützen. Haas scheiterte wie zuvor schon Markus Neumayr an Sion-Goalie Anton Mitrjuschkin. Die Walliser stehen im Cupfinal, die Innerschweizer sind ausgeschieden.

Knezevic gibt gegen Vaduz sein Super-League-Debüt

Babbel verteidigt Abwehrchef Costa: «Es ist mir lieber, wenn ein Spieler offen sagt, er fühle sich nicht gut beim Penaltyschiessen.» Das habe mit dem Alter oder der Erfahrung nichts zu tun. «Ich war als Profi stets einer, der sich bei Elfmeterschiessen möglichst weit weg vom Punkt aufhielt», gibt Babbel zu.

Wie schnell es im Fussball gehen kann, zeigt sich auch bei Knezevic. Der Schweiz-Serbe wurde Ende Januar im FCL-Testspiel gegen Kriens (5:2) noch in den Reihen des SCK getestet, jetzt steht er nach seinem zweiten Cup-Einsatz mit Luzern in Vaduz ebenfalls in der Startelf. François Affolter ist gesperrt, Lucas Alves verletzt. Babbel: «Der Einstand von Knezevic war überfällig, er hat sich stetig weiterentwickelt.»

Idriz Voca (19) trifft mit seinem Penalty. (Bild: Martin Meienberger/Freshfocus)

Idriz Voca (19) trifft mit seinem Penalty. (Bild: Martin Meienberger/Freshfocus)

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