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FUSSBALL: FCL-Torjäger vom Glück verlassen

Marco Schneuwly wartet seit 472 Minuten auf ein Tor – so lange wie noch nie im FCL-Dress. Wenn er heute (13.45) in Lausanne trifft, würde sich ein Kreis schliessen.
Daniel Wyrsch
Zwei Pfostenschüsse und Lattentreffer: Bei Marco Schneuwly wollte der Ball zuletzt nicht rein. (Bild: Freshfocus/Martin Meienberger (Luzern, 23. 10. 2016))

Zwei Pfostenschüsse und Lattentreffer: Bei Marco Schneuwly wollte der Ball zuletzt nicht rein. (Bild: Freshfocus/Martin Meienberger (Luzern, 23. 10. 2016))

Der FC Luzern hat in den letzten beiden Pflichtspielen gegen St. Gallen (3:0) und im Cup in Köniz (1:1 nach Verlängerung, 5:4 im Penaltyschiessen) nicht weniger als achtmal die Torumrandung getroffen. Da drängt sich die Frage auf, ob Trainer Markus Babbel schon an einer Aluminium-Allergie leidet? Der eloquente Redner ist noch nie um eine Antwort verlegen gewesen, er sagt: «Mir scheint, meine Stürmer haben mittlerweile eine Netz-Allergie. Positiv ist, dass wir gegen St. Gallen und Köniz 20 hochkarätige Chancen herausgespielt haben, doch erzielten wir daraus lediglich vier Tore.»

Babbel verlangt von seinen Spielern mehr Effizienz: «Das Verhältnis muss besser werden: Aus 20 hervorragenden Möglichkeiten sollten wir 15 Treffer machen. Denn es wird wieder Spiele geben, in denen wir vielleicht nur zwei, drei Chancen haben.»

Der verwertete Penalty kann der Knackpunkt sein

Die mangelhafte Ausbeute hat beim FC Luzern einen Namen: Marco Schneuwly. Der 31-jährige Goalgetter, der in knapp zweieinhalb Jahren für Luzern 40 Ligatore erzielt hat, ist in den letzten drei Meisterschaftsspielen ohne Treffer geblieben. Seit 352 Minuten wartet der Freiburger inzwischen auf sein achtes Saisontor. Zählt man seine ebenfalls trefferlosen 120 Minuten im Cup-Achtelfinal gegen Köniz dazu, hat Goalgetter Schneuwly seit 472 Pflichtspielminuten nicht mehr getroffen, so lange wie noch nie im FCL-Dress.

Babbel sagt über die Torflaute von Schneuwly: «Marco hatte in den letzten zwei Spielen sechs bis sieben hundertprozentige Chancen. Er will unbedingt Tore schiessen, irgendwo hakt es.» Mit zwei Pfostenschüssen (GC, Köniz) und einem Lattentreffer (St. Gallen) ist der ältere Bruder von Rechtsaussen Christian Schneuwly (28) eben auch nicht vom Glück verfolgt gewesen. Möglicherweise ist der verwandelte Elfmeter im Penaltyschiessen gegen Köniz der Schalter gewesen, um heute in Lausanne auch wieder im Spiel zu treffen.

Für Marco Schneuwly würde sich damit ein Kreis schliessen, denn seinen letzten Torerfolg konnte er ausgerechnet gegen die Waadtländer bejubeln – einen Kopfball zum 1:0 am 24. September bei der 1:3-Heimniederlage. Damals leistete Cedric Itten (19) die Vorarbeit. Die Basler Leihgabe hat in acht Ligaspielen ein Tor markiert und zwei Assists gegeben. In Köniz fehlte ihm mehrmals das Durchsetzungsvermögen, um den Ball an den Verteidigern und Goalie Kelion Ruiz vorbei über die Linie zu drücken. Babbel ist mit der Entwicklung des jungen Stürmers gleichwohl sehr zufrieden: «Für Cedric ist es Gold wert, dass er bei uns ist. Er sollte noch ein zweites Jahr bleiben, dann kann er in Luzern zu einem Topstürmer reifen.»

In Lausanne wird aber an der Seite von Schneuwly voraussichtlich Tomi Juric (25) stürmen. Der australische Internationale hatte sich am Donnerstag beim Einlaufen in Köniz eine Muskelverhärtung zugezogen, sodass Babbel kein Risiko eingehen wollte, Juric schonte und an seiner Stelle Itten spielen liess.

Juric ist der einzige FCL-Stürmer, der in seinem letzten Spiel getroffen hat. Das 1:0 gegen St. Gallen war nicht nur ein klassisches Tor eines agilen und eiskalten Goalgetters, es war zugleich der Türöffner zum klaren Sieg gegen die Ostschweizer. Babbel ist überzeugt, dass Juric heute wieder torhungrig ist: «Tomi wird nichts herschenken.»

Lust auf Revanche für bittere Heimniederlage

Der Coach der Innerschweizer fordert vom ganzen Team, bei den überraschend starken Aufsteigern mit grossem Appetit auf den Sieg anzutreten. Noch immer ärgert Babbel die 1:3-Pleite zu Hause gegen die mutige Equipe von Trainer Fabio Celestini. «Wir müssen die Lehren aus der Heimniederlage ziehen. Konter passieren, wenn man nicht wachsam ist», erklärt Babbel.

Ein gutes Gefühl gibt dem Bayer, dass seine Mannschaft in den Partien gegen St. Gallen und Köniz wieder bereit war, für die defensive Kompaktheit fleissig zu arbeiten. «Taktische Disziplin ist gegen die schnell umschaltenden Lausanner nötig», betont Markus Babbel.

Verzichten muss der FCL-Trainer heute voraussichtlich auf einen seiner Torschützen gegen St. Gallen, den Innenverteidiger Tomislav Puljic (33). Er laboriert an einer Wadenverletzung. Sicher nicht dabei sein wird der Newcomer Filip Ugrinic (17). Eine gereizte Achillessehne hat den kräftigen Offensivmann zu einer Pause gezwungen.

Daniel Wyrschdaniel.wyrsch@luzernerzeitung.ch

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