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FUSSBALL: FCL-Verteidiger Lazar Cirkovic pfeift auf den VIP-Status

Mit Lazar Cirkovic (25) könnte endlich wieder ein ausländischer Profi Chef der Luzerner Abwehr werden. Der Serbe gibt sein Bestes, damit der FCL seinen Vertrag im Sommer verlängert. Der Start ist ihm schon mal ganz ordentlich gelungen.
Daniel Wyrsch
Sein Vater war Basketball-Profi, er spielt seine Grösse im Fussball aus: Lazar Cirkovic. (Bild: Dominik Wunderli (Luzern, 5. April 2018))

Sein Vater war Basketball-Profi, er spielt seine Grösse im Fussball aus: Lazar Cirkovic. (Bild: Dominik Wunderli (Luzern, 5. April 2018))

Daniel Wyrsch

daniel.wyrsch@luzernerzeitung.ch

Lazar Cirkovic (25) gibt zu, dass er sich zuerst an die Lebensgewohnheiten in Luzern habe gewöhnen müssen. Die Stadt und Umgebung gefallen ihm sehr. «Es gibt in dieser Region viel zu sehen, doch die Ausflüge sind etwas teuer», stellt er fest. Im Vergleich zum beschaulichen Luzern pulsiert das Leben in der serbischen Hauptstadt Belgrad 24 Stunden. Rund um die Uhr sind in der 1,2 Millionen Einwohner zählenden Metropole Lebensmittelgeschäfte geöffnet. «Hier muss ich bis 18.30 Uhr eingekauft haben, damit ich nachts nicht hungern muss», sagt der schlaksige 1,92- Meter-Mann fein lächelnd.

Der Anfang in Luzern sei überhaupt «etwas schwer» gewesen. Nach zwölf Jahren in Belgrad ist Cirkovic der erstmalige Schritt ins Ausland nicht leichtgefallen. «Dankbar bin ich Filip Ugrinic und Stefan Knezevic, die mir die Integration im Verein und im Team erleichtert haben.» Die Eltern der beiden FCL-Jungprofis stammen ebenfalls aus Serbien.

Dabei kann sich Cirkovic fliessend auf Englisch unter­halten. Zusammen mit dem Georgier Valeriane «Vako» Gvilia besucht er einen Deutschkurs. «Wobei ich sagen muss, dass die deutsche Sprache schwierig ist.»

Trainings unter Seoane härter als bei Partizan

Seine Freundin war zuletzt drei Wochen auf Besuch bei ihm in Kriens. «Sie ist eine grosse Unterstützung für mich. Schade, musste sie wieder zurück nach Belgrad», erzählt Cirkovic. Seit sechs Jahren sind sie ein Paar. Er habe «grosse Pläne» mit ihr. Heisst: Bald will er sie heiraten. Dann kann sie bei ihm bleiben, fällt sie nicht mehr unter die Regelung in der Schweiz, nach total 90 Tagen ausreisen zu müssen.

Ob Cirkovic mit seiner zukünftigen Ehefrau bald in der Schweiz leben wird, hängt ganz von dessen Erfolg in Luzern ab. Der Innenverteidiger hat Ende Januar einen Vertrag unterschrieben, den der FCL nach der laufenden Saison einseitig um zwei Jahre verlängern kann oder eben nicht. «Ich möchte hierbleiben, mache mir aber keinen Druck, sondern konzentriere mich ganz einfach darauf, mich in jedem Training und jedem Spiel zu verbessern.»

Cirkovic scheint die Ratschläge von Trainer Gerardo Seoane zu Herzen zu nehmen. «Er fordert und fördert mich, gibt mir wertvolle Tipps.» Den Coach lobt er, «dass wir beim FC Luzern härter trainieren als bei meinem Ex-Klub Partizan Belgrad». Und ist überzeugt: «So machen die Spieler die grösseren Fortschritte.»

Die unheimliche Seoane-Bilanz von 20 Punkten aus acht Spielen spricht für die Einschätzung von Cirkovic. Er glaubt, dass Seoane zu einem «grossen Trainer werden kann».

Das sind Vorschusslorbeeren für den Coach, der bis zum 5. Januar noch die U21 des FCL trainierte. Wie sieht Seoane umgekehrt Cirkovic? «Er strahlt eine gewisse Ruhe aus, besitzt eine defensive Kopfballstärke. Im Spielaufbau überzeugt er mit einem guten ersten Pass.» Zudem habe er ein gutes Stellungsspiel «wie derzeit alle unsere Innenverteidiger. Lazar passt gut zu uns.» Ist doch schon eine ganze Menge positiver Dinge, die für Cirkovic sprechen. Er, der nach teuren FCL-Flops wie Ricardo Costa, François Affolter oder Andrés Lamas der Nachfolger des kroatischen Hünen Tomislav Puljic (35) als Abwehrchef werden könnte.

Cirkovic gehörte in Serbien keiner Spielerlobby an

Doch warum war er vor dem Wechsel in die Schweiz bei Partizan nur noch zu sieben Pflichtspielen zu Saisonbeginn gekommen? Cirkovic: «Weil ich keiner Seilschaft angehörte.» In dreieinhalb Jahren bei Partizan habe er drei Trainer gehabt. Der letzte habe auf eine Gruppe gesetzt, zu der er nicht gehörte. Der FCL-Zuzug will es «ohne VIP» (steht im Balkan für Vitamin B) schaffen. Für Luzern stand der Sohn eines früheren Basketball-Profis und einer Sprach- und Literaturlehrerin aus Nis total fünfmal im Einsatz, zuletzt bei den Siegen gegen Basel, Lugano und St. Gallen.

Der Match morgen (19 Uhr) beim Vorletzten Thun kann kommen. Für Cirkovic wird der Druck nicht grösser sein als bei Partizan, «wo jede Niederlage ein Drama war». Klar ist: Luzern soll unter Seoane ungeschlagen bleiben.

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